Das passiert mit Fundsachen aus dem Bus

Veröffentlicht von am 05.01.2021 (3 Kommentare)
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Fast täglich bleiben Geldbörsen im Bus liegen

Ob Geldbörse, Regenschirm, Handschuhe oder sogar das Smartphone: Immer wieder passiert es, dass im Bus etwas liegenbleibt. Wer seine verlorenen Besitztümer gern zurückhaben will, steht daher vor der Frage, wo er danach suchen soll. Und wer etwas im Bus findet, fragt sich vielleicht, was er damit nun machen soll.

Wir erklären, was mit Fundsachen aus den Bussen passiert, wie sie zu ihren Besitzern zurückkommen und wo ihr gefundene Abokarten und Co. abgeben könnt. Was wird eigentlich am meisten verloren? Außerdem lest ihr hier, welche eher kuriosen Fundsachen schon alles in einem Bus aufgetaucht sind. 

Turnbeutel vergessen? Passiert häufiger…

Gehören zu den häufigsten Fundsachen: Smartphones

Knapp 15.000 Fundsachen sind in den letzten vier Jahren in den Bussen zusammengekommen, das macht im Schnitt zehn verlorene Gegenstände am Tag! Am häufigsten sind es Taschen, Rucksäcke, Beutel oder Tüten. Über 2.500 Mal sind die – samt ihres Inhalts – im Bus liegengeblieben. Auch die Abokarte oder das 90 MinutenTicket rutscht offenbar häufig aus der Hosentasche, 1.300 Mal haben wir sie im Bus gefunden. Jeweils 1.200 Mal finden sich Regenschirme und Mützen in der Fundsachenliste, 1.000 Handschuhpaare, 900 Geldbörsen, 800 Handys und 700 Schlüssel. Jacken wurden ebenfalls 700 Mal abgegeben, Brillen hingegen nur 400 Mal, ebenso häufig wie Schals. 

Nicht ganz so häufig verloren werden Ausweise (etwa 350 Mal), Bücher (130 Treffer in der Liste) oder Kopfhörer (nur knapp 120). Bevor wir zu den ganz kuriosen Funden kommen, erklären wir aber erst einmal, was mit Fundsachen passiert und wie der Besitzer sie zurückerhält. 

So kommen die Fundsachen zurück zum Besitzer

Unsere Leitstelle sammelt alle Fundsachen und bringt sie ins Fundbüro der Stadt

Wer etwas vermisst, überlegt als erstes, wann er die Sache zum letzten Mal benutzt oder gesehen hat. Die Mütze hatte ich beim Einstieg in den Bus auf dem Kopf und habe sie dann abgenommen. Das Handy habe ich im Bus noch genutzt. Den Schlüssel hingegen könnte ich auch bereits unterwegs verloren haben, mit ihm habe ich am Morgen die Tür zugeschlossen und ihn dann nicht mehr benutzt. 

Häufig weiß ich also gar nicht genau, ob etwas im Bus liegengeblieben ist oder im Hörsaal oder im Geschäft. Daher haben wir entschieden, die Fundsachen aus unseren Bussen zum Fundbüro der Stadt Münster zu bringen. Dort landen auch Fundsachen von anderen Orten. So müsst ihr nicht bei mehreren Stellen nachfragen, sondern habt einen zentralen Ansprechpartner – und sogar eine Onlinesuche nach Fundsachen.

Wichtig zu wissen: Unsere Fahrerinnen und Fahrer gehen an der Endhaltestelle durch den Bus und schauen nach liegengebliebenen Gegenständen. Alles was sie finden oder von anderen Fahrgästen erhalten, bleibt den ganzen Tag lang auf dem Bus – das kann im Extremfall schon mal 24 Stunden lang sein. Wenn der Bus dann ins Depot einrückt, werden die Fundsachen in der Leitstelle abgegeben und dort in die Fundsachenliste eingetragen. Am nächsten Werktag werden alle Fundsachen vom Außendienst gesammelt ins Fundbüro gebracht. Es kann also ein bis zwei Tage dauern, bis ein verlorener Gegenstand dort ankommt, daher braucht ihr etwas Geduld.

Abos schicken wir dem Besitzer direkt wieder zu

Übrigens: Abo-Karten und 90 MinutenTickets gehen nicht ins Fundbüro, sondern zu mobilé. Die Kollegen schicken die Karte dann direkt zurück zum Besitzer, so dass sie schnell weiter genutzt werden kann. 

Wenn ihr in einem Bus von unseren Partnerunternehmen unterwegs wart, kann es noch etwas länger dauern, da diese die Fundsachen erst von ihrem Betriebshof nach Münster bringen müssen. Habt ihr etwas in einem Regional- oder Schnellbus verloren, könnt ihr euch direkt an die RVM wenden, die dafür ein eigenes Online-Formular bereithält. Saßt ihr in einem Weilke-Bus oder einem von den Verkehrsbetrieben Bils, könnt ihr euch ebenfalls direkt an den Betrieb wenden und dort nachfragen.  

Von Einhorn bis zu Rollator

Fundzettel an einem vergessenen Rad

Etwas seltener als Kleidung oder Taschen, aber dafür umso kurioser sind andere Fundsachen. Fünf Rollatoren sind in den letzten drei Jahren zum Beispiel abends mit ins Depot gefahren. Da die Fundsachen ja ins Fundbüro kommen, erfahren wir leider nicht die Hintergründe und wissen auch nicht, wie der Besitzer oder die Besitzerin wohl ohne die Gehhilfe von der Ausstiegshaltestelle nach Hause gekommen ist. Auch eher ungewöhnlich, aber schon vorgekommen ist es, das Fahrrad im Bus zu vergessen (lest hier, wann das Rad mit im Bus fahren darf), denn das ist ja in der Regel so groß, dass man es schwerlich übersehen kann beim Aussteigen. Die Räder übrigens gehen nicht ins Fundbüro, sondern die Fundfahrradstation

Das Einhorn durfte es sich eine Nacht in der Leitstelle bequem machen

Ein einmaliges Fundstück war der Etikettendrucker eines Paketboten, der nach der Schicht wohl mit dem Bus nach Hause gefahren ist und dabei sein Arbeitsequipment verloren hat – oder vielleicht hatte er ja auch gerade gekündigt und daher keinen Bedarf mehr für den Drucker?

Vermutlich nach einem glücklichen Abend auf dem Send ist ein riesiges Einhorn dann doch traurig und allein im Bus zurückgeblieben. Unsere Verkehrsmeister in der Leitstelle haben sich um das Tier gekümmert und hoffen bis heute, dass es zu seinem Halter oder seiner Halterin zurückgefunden hat. 

Hier könnt ihr gefundene Dinge abgeben

Schlüssel gefunden? Bitte gebt ihn beim Busfahrer ab

Mehrmals am Tag schaut der Busfahrer durch seinen Bus, räumt auf und findet dabei so manche verlorene Sache, die er dann in der Leitstelle abgibt. Häufig sieht aber auch ein Fahrgast den einsamen Schlüsselbund auf dem Sitz liegen. Was tun? Ganz einfach: Wer etwas findet, ist verpflichtet, es abzugeben. Entweder direkt beim Besitzer oder, wenn der- oder diejenige unbekannt ist, beim Fundbüro. Das legt das Bürgerliche Gesetzbuch fest. Anders ist es, wenn ihr etwas in öffentlichen Verkehrsmitteln findet. Findet ihr etwas im Bus, müsst ihr es der Fahrerin oder dem Fahrer geben. In juristisch liest sich das etwas komplizierter, meint aber das gleiche:

Wer eine Sache in den Geschäftsräumen oder den Beförderungsmitteln einer öffentlichen Behörde oder einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Verkehrsanstalt findet und an sich nimmt, hat die Sache unverzüglich an die Behörde oder die Verkehrsanstalt oder an einen ihrer Angestellten abzuliefern. (§ 978 BGB)

Auch wenn eine Abokarte irgendwo auf der Straße liegt, könnt ihr sie bei einem Busfahrer abgeben, dann bekommt der Eigentümer sie schnell wieder. Manchmal kommt dann die Frage auf, ob wir dem Finder nicht einfach die Adresse des Eigentümers geben können, damit er oder sie die Karte schnell vorbeibringen kann. Das geht aus Datenschutzgründen aber natürlich nicht. 

3 Kommentare

  1. Ricardo
    27. Juni 2021

    Ich habe Nein haustürschlüssel verloren im Bus war der einzige Ort wo ich meine Tasche geöffnet hatte.
    2 hausschlüssel und ein Post Schlüssel.
    Ein kleines messing dreieck hängt als Deko dran

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    • Florian Adler
      29. Juni 2021

      Hallo, bitte frage doch direkt beim Fundbüro nach. Wenn es in einem unserer Busse war, dann liegt der Schlüssel inzwischen dort. Ich drücke die Daumen, dass er gefunden wurde!

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  2. Meike
    5. Januar 2021

    Hallo, gutes Thema! Ich lebe bei München und habe vor einigen Jahren im Bus meinen Ehering verloren. Leider ist er nie wieder aufgetaucht ;( es war auch echt schwer, überhaupt an den Busbetreiber ranzukommen und eine Auskunft zu erhalten. lg, Meike

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