Rosenmontag, Marathon und Co: So entstehen Umleitungen

Veröffentlicht von am 08.02.2018 (2 Kommentare)
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Rollt der Rosenmontagszug durch Münster, fahren die Busse Umleitung (Foto: Presseamt Münster / MünsterView)

Egal, ob Rosenmontag, Stadtfest, Marathon oder nur eine kleine Baustelle: Wenn Straßen in Münster gesperrt werden, sind häufig auch die Busse betroffen und fahren Umleitungen. Dabei müssen wir auf einiges achten, damit der Verkehr trotzdem weiterfließen kann. 

Wie der Umleitungsweg festgelegt wird und wie die Fahrer davon erfahren, lest ihr hier. 

Straße gesperrt, Busse umgeleitet

Gerade Großveranstaltungen wie der Rosenmontagszug, Marathon oder Giro wirbeln das Busnetz einen Tag lang ganz schön durcheinander – und das häufig nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Stadtteilen. Zudem gibt es dabei auch noch mehrstufige Sperrungen, die sich tagsüber mehrfach verändern. 

Bei Stadtfest, Katholikentag oder Weihnachtsmarkt dauert die Sperrung sogar mehrere Tage oder Wochen, ist dafür aber auf die Innenstadt beschränkt und bleibt die ganze Zeit über gleich – für Fahrgäste und Fahrer ist das daher meist einfacher zu merken. 

Für die Weihnachtsmärkte wurde die Innenstadt 2017 erstmals gesperrt

Für alle regelmäßigen Veranstaltungen haben wir Umleitungspläne in der Schublade, die wir bei Bedarf herausziehen können. Ist beispielsweise der Prinzipalmarkt samt Zufahrt zum Domplatz gesperrt, ist das bei uns bekannt als Umleitungsplan Prinzipalmarkt U2. Kann der Domplatz angefahren werden, weil vor dem Rathaus noch frei ist, kommt U1 zum Einsatz. 

Kniffeliger wird es, wenn aufgrund einer Baustelle eine Straße gesperrt wird. Dann gilt es zu klären, was der nächste Umleitungsweg ist. Dabei müssen wir nicht nur darauf achten, dass möglichst wenige Bushaltestellen ausfallen, die Ausweichstraße muss auch von Breite und Kurvenradien für Busse befahrbar sein und bestenfalls findet sich dort noch ein Standort für eine Ersatzhaltestelle. Dafür sind dann meist mobile Parkverbote notwendig (darum sind Falschparker für Busse ein Problem). Vielleicht lässt sich sogar eine Regelung finden, die unseren Bussen erlaubt, durch die Baustelle zu fahren, damit die Anwohner mobil bleiben. Das alles klären wir in enger Abstimmung mit der Baufirma und der Stadt und stellen dann den Umleitungsplan auf. 

So erfahren die Fahrer von der Umleitung

Sechs Seiten Infoaushang waren für Rosenmontag nötig

Vor ihrem Dienst (so verläuft ein Tag für einen Busfahrer in Münster) werfen die Fahrer morgens immer einen Blick auf die Baustellenaushänge. Dort informieren wir sie in einem standardisierten Format über alle Änderungen, die im Stadtgebiet wichtig sind, unterteilt nach Linien. Außerdem wird das Dokument noch an alle Partnerunternehmen verschickt, die es ebenfalls aushängen. Über 500 Fahrer müssen immerhin genau Bescheid wissen, wo sie fahren dürfen.

Daher sind Besonderheiten auf der Strecke auch immer Thema beim Fahrerwechsel. Denn dass der der Bus plötzlich vor einer Bake steht und nicht weiterfahren kann, wäre für die Fahrgäste natürlich ärgerlich – rückwärtsfahren ist nur dann eine Option mit einem 18 Meter langen Gelenkbus, wenn es nicht anders geht.  

Per Funk sind Bus und Leitstelle in Kontakt

Daher ist es gut zu wissen, dass es im Notfall noch unsere Leitstelle gibt, die der Fahrer jederzeit über Funk erreichen kann. Auch dort hängen die Umleitungspläne, so dass der Verkehrsmeister aushelfen kann bei der Frage, ob es nun geradeaus oder linksrum gehen muss.

Die Leitstelle hat auch das letzte Wort, was die Aufhebung einer Umleitung angeht. Nur wenn der Verkehrsmeister das anweist, dürfen die Busse wieder auf die ursprünglichen Strecken zurückkehren. So ist sichergestellt, dass auch wirklich die ganze Strecke wieder befahrbar ist und nicht hinter der nächsten Kurve noch eine Sperrung wartet, durch die der Bus nicht hindurchpasst. 

…und so die Fahrgäste

Bei Umleitungen können nicht alle Haltestellen wie gewohnt angefahren werden

Alle geplanten, aber auch die kurzfristigen Umleitungen finden sich auf www.stadtwerke-muenster.de/umleitungen und in der kostenlosen münster:app. Dort steht, welche Haltestellen nicht angefahren werden können, wo der Bus stattdessen fährt und wo Ersatzhaltestellen stehen.

Wichtig außerdem zu wissen: Alle regulären Haltestellen auf den Umleitungsweg werden ebenfalls angefahren. 

 

2 Kommentare

  1. Avatar
    Jochen Löwe
    7. September 2019

    Gratulation zum neuen Geschäftsführer Verkehr Frank Gäfgen! Herr Gäfgen war bei den Stadtwerken Wiesbaden mein Chef! Ich war 29 Jahre Busfahrer im Verkehrsunternehmen ESWE ! Er war ein loyaler Chef, freundlich und nett und hatte immer ein Ohr für Sorgen und Probleme der Busfahrer ! Für ESWE ein Verlust, ich wünsche ihm für seine neue Aufgabe in Münster viel Erfolg!

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    • Avatar
      Andi
      13. September 2019

      Lieber Jochen,

      vielen Dank für die lieben Glückwünsche. Auch ich habe mich sehr gefreut, als feststand, dass Frank Gäfgen künftig die Verkehrssparte der Stadtwerke leiten wird. Mit großer Begeisterung habe ich die von ihm ins Rollen gebrachten Projekte für Wiesbaden wahrgenommen, mit der er den dortigen Nahverkehr stärken möchte. Als Highlight ist sicherlich die Citybahn zu nennen, die den ÖPNV im Rahmen des 4-Säulen-Prinzips deutlich aufwerten wird. Von derartig innovativen Projekten und Ideen ist Münster leider mehr als nur weit entfernt, da ein Zusammenschluss aus rückwärtsgewandter Verwaltung und verlogener Politik eine Stärkung des ÖPNV in Münster seit Jahren bzw. Jahrzehnten verhindert und stattdessen den Autoverkehr in der Stadt einseitig gegen alle Bedenken hinweg fördert. Ähnlich wie Wiesbaden verfügt Münster als mittlerweile größte deutsche Stadt nicht über ein schienengebundenes Nahverkehrssystem, so dass ausschließlich Busse ohne jedwede Vorzüge gegenüber dem motorisierten Individualverkehr auf verstopften Straßen feststecken und die Verspätungen ins Unermessliche wachsen. Ideenlosigkeit und fachliche Unfähigkeit der Verkehrsplaner haben den Nahverkehr in der Stadt mittlerweile unter die Leistungsuntergrenze gedrückt. Ich hoffe sehr, dass Frank Gäfgen hier ähnlich wie in Wiesbaden Dinge ins Rollen bringen kann, die dazu führen, dass die Schnelligkeit und Pünktlichkeit der Busse als Rückgrat eines zeitgemäßen Nahverkehrsangebots sichtbar verbessert werden. Innovationen wie ein Stadtbahn- oder Metrobussystem sind längst überfällig und müssen dringend geplant und umgesetzt werden. Aus Münsteraner Sicht können wir uns bei der ESWE Verkehr nur bedanken und uns wünschen, dass Frank Gäfgen nicht allzu schnell durch Stadtverwaltung und Politik zerrieben wird.

      Ganz liebe Grüße nach Wiesbaden.

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