Warum Falschparker ein Problem für Busse sind

Veröffentlicht von am 08.11.2018 (Keine Kommentare)
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Falschparker behindern – wie hier an der Kanalstraße – häufig Busse

Halb Berlin diskutiert derzeit darüber: Aufgrund von Falschparkern wurde die Linie 248 zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße eingestellt. Ständig blieben Busse hinter falsch geparkten Autos stehen und fielen deshalb aus. Das Problem ist – nicht nur dort – inzwischen sogar so groß, dass die Berliner Verkehrsbetriebe in Abstimmung mit der Stadt acht eigene Abschleppwagen anschaffen wollen, um sich ihre Wege schneller freizumachen. 

So weit ist es in Münster zwar noch nicht, aber auch wir haben regelmäßig Probleme mit falsch und manchmal rücksichtslos abgestellten Fahrzeugen. Daher bitten wir darum, nach dem Parken noch einen prüfenden Blick zurück zu werfen, ob wirklich noch genug Platz für große Fahrzeuge ist.

Falschparker im Streckenverlauf

Links abbiegen klappt aufgrund des Falschparkers nicht. 

„Ausfall eines Busses der Linie 11 zwischen Toppheideweg und Hauptbahnhof durch einen Falschparker.“ Solche oder ähnliche Meldungen müssen die Verkehrsmeister in der Leitstelle leider zwei bis drei Mal im Monat absetzen. So mancher Autofahrer unterschätzt bei der Suche nach einem Parkplatz nämlich, dass Busse die in Deutschland maximal erlaubte Fahrzeugbreite von 2,55 Metern (da sind die Spiegel allerdings noch gar nicht mitgerechnet) komplett ausreizen und sich daher nicht so einfach durch eine Engstelle quetschen können wie ein Kleinwagen. Zudem haben gerade Gelenkbusse auch eine gewisse Schleppkurve. Wird also eine Straßenecke bis in den Scheitelpunkt zugeparkt, kommt der Bus nicht mehr ‚rum. 

Gleich zwei Mal steckte dieser Bus in Roxel fest (Auszug aus dem Leitstellenprotokoll)

Die Konsequenz: Der Bus sitzt fest und fällt für den restlichen Streckenabschnitt aus. Denn rückwärts können Busse zwar fahren, wenn es einen Einweiser gibt, aber in engen Straßen ist es meist nicht möglich, den Bus über längere Strecken rückwärts zu manövrieren. Alle nachfolgenden Busse müssen zudem umgeleitet werden, damit sie nicht auch in der Engstelle stecken bleiben – mehrere Haltestellen bleiben dann unbedient. 

An der Wende am Bahnhof Roxel zeigt sich, wie viel Platz ein Bus braucht

Besonders gern zugeparkt werden übrigens auch Endhaltestellen. Dort sind meist komfortable Wendeschleifen angelegt, damit der Bus drehen kann. So viel Platz, da wird doch ein Auto nicht stören? Leider doch, denn ein Gelenkbus hat einen Wendekreis von 25 Metern. So fällt dann schnell eine ganze Fahrt mit insgesamt einigen Hundert Fahrgästen aus, weil jemand nur mal eben schnell zum Einkaufen wollte. Bis ein Ersatzbus als Betriebsfahrt an der Endhaltestelle zum Beispiel in Amelsbüren angekommen wäre, sind schnell 20 Minuten vergangen und der nächste reguläre Wagen kommt schon (soweit er fahren kann, ohne festzustecken). Daher setzt der Ersatzbus häufig erst mitten auf dem Linienweg ein. 

Falschparker an der Haltestelle

Hier parken gleich zwei Fahrzeuge an der Haltestelle

Gerade Haltestellen werden leider gern zum „Mal eben kurz in den Laden springen“ zweckentfremdet. Klar, so eine Haltestellenbucht ist lang und mal kurz am Ende halten, wird doch keinen stören, oder?

Leider doch, denn der Fahrer kann den Bus nur genau an der Bordsteinkante platzieren, wenn er die Haltestelle ungestört anfahren kann. Sonst entsteht zwischen den Türen und dem Bordstein eine Lücke, die es vielen Fahrgästen erschwert, in oder aus dem Bus zu kommen, wie auf dem ersten Bild ganz oben zu sehen ist. Gerade wer auf einen barrierefreien Einstieg angewiesen ist, hat dann Probleme. Nicht umsonst gilt 15 Meter vor und hinter dem Haltestellenmast Parkverbot, das teils durch Zickzack-Markierungen noch ausgeweitet wird. 

Der Bordstein (nicht nur) an Haltestellen ist kein Parkplatz

Auch der Bürgersteig neben einem Haltestellenhäuschen ist übrigens kein passender Parkplatz. Denn sonst stehen die Fahrgäste im Bus und können nicht aussteigen. Dann im Bus zur anderen Tür zu wechseln kostet den Bus Zeit, die als Verspätung für alle Fahrgäste im Bus endet.

Daher denkt bitte daran, wenn ihr euer Auto abstellt: Lasst genug Platz, so dass ein Bus (oder auch ähnlich breite Fahrzeuge wie Krankenwagen, Feuerwehr und Müllabfuhr) noch vorbei kommt. Auch wenn wir nicht selbst abschleppen lassen, kann es sein, dass ein Falschparker, der die Busse behindert, einen Zettel an seinem Auto findet und per Post ein Knöllchen bekommt. Denn ans Ordnungsamt melden unsere Verkehrsmeister im Außendienst das auch weiter. 

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