Schon gewusst? Das verrät die Wagennummer über unsere Busse

Veröffentlicht von am 04.09.2015 (11 Kommentare)
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1560 – das ist unser Elektrobus

1560 – so steht es auf der Windschutzscheibe von unserem ersten Elektrobus. 1561 ist der zweite, der fünfte und letzte heißt 1564. „Heißt“, denn die Wagennummer ist unser Name für einen Bus.

Im Funk sprechen die Verkehrsmeister in der Leitstelle die Fahrzeuge mit ihrer Wagennummer an und die Werkstatt holt die Busse mit ihrer Wagennummer zur regelmäßigen Wartung – wenn es darum geht, einen bestimmten Bus zu identifizieren, ist die vierstellige Zahl das wichtigste Merkmal.

Wie kommt ein Bus eigentlich zu seiner Nummer?

Hier steht die Nummer

Klar zu sehen: Wagen 1351

Aber bevor wir die Frage beantworten: wisst ihr eigentlich, wo ihr die Wagennummer findet?

Das ist ganz einfach, denn sie steht nicht nur vorn an der Windschutzscheibe, sondern auch an einigen Türen, unter dem Seitenfenster des Fahrers sowie am Heck und der linken Seite neben der Linienanzeige. Innen ist die Nummer außerdem in regelmäßigen Abständen über den Fenstern zu finden. Auch wenn man sie dort eher selten sieht, aber auch auf dem Busdach prangt die die Nummer in großen Lettern. 

Und häufig entspricht auch das Kennzeichen auf dem Nummernschild der Wagennummer. Wagen 1351 hat also das Kennzeichen MS-ST 1351. Nur bei älteren, dreistelligen Kennzeichen stimmen die beiden Nummern noch nicht überein.

Alter und Typ

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Hier überholt 2236 die 1156 – der Kenner weiß: Beides sind Busse von Mercedes

Für Verkehrsmeister, Werkstattmitarbeiter und sonstige Stadtwerker sind die Zahlen nicht einfach Zahlen. Denn sie verraten nicht nur das Jahr, aus dem der Bus stammt, sondern auch den Typ. Wer die Systematik kennt, der versteht auch, warum unsere Wagennummern von 1015 über 1299 und eben 1560 bis hin zu 2630 und 2948 gehen.

Die ersten beiden Zahlen stehen für das Jahr, in dem wir die Busse gekauft haben. Busse aus dem Jahr 2006 fangen also mit einer 26, die 2009er mit einer 29. Wurde ein Bus 2010 in Dienst gestellt, sind die ersten zwei Ziffern 10, bei 2018 wird es die 18 sein.

Aber das ist noch nicht alles. Auch das zweite Paar Ziffern ist nicht zufällig vergeben, sondern steht für den Bustyp. Dabei gilt:

  • 00 – 14 ist ein Solobus, 15 – 29 ein Gelenkzug von MAN
  • 30 – 44 ist ein Solobus, 45 – 59 ein Gelenkzug von Mercedes
  • 60 – 74 und 75 – 99 sind reserviert für Solo- bzw. Gelenkbusse von sonstigen Herstellern (zur Zeit sind das bei uns VDL und Solaris)

In diesem zweiten Nummernpaar zählen wir die Busse dann hoch, so dass jeder Bus seine eigene Nummer bekommt. Die fünf Elektrobusse aus 2015 haben also die Nummern 1560 bis 1564, weil sie Solobusse von VDL sind.

Der Vorteil: Wenn sich ein Fahrer meldet und als 1351 identifiziert, dann wissen Verkehrsmeister und Werkstatt sofort, dass er gerade einen Citaro aus dem Jahr 2013 fährt. Hilfreich, wenn der Fahrer eine schnelle Information oder gar ein Ersatzteil für seinen Bus braucht.

Lange Historie

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311 – das ist das alte System, das unser Oldtimer-Bus noch trägt. Foto: Stefan Klein.

Dieses System haben wir schon 1986 eingeführt und benennen unsere Busse seitdem so. Alle Wagen in der Flotte wurden damals von einer dreistelligen Nummer auf die vierstellige umgestellt. Die kleinste Nummer damals war 7530, also ein Solobus von Mercedes aus dem Jahr 1975, der vorher als 252 bekannt war. Übrigens: einen Bus mit dreistelliger Wagennummer haben wir noch im Fuhrpark: Unser Museumsbus, ein Büssing 14 von 1964 hat noch seine originale Nummer „311“ an der Front kleben.

Nicht nur die Stadtwerke fahren auf den Linien in Münster, auf einigen sind Partnerunternehmen mit eigenen Bussen unterwegs, die auf den ersten Blick genauso blau aussehen wie unsere Busse. Die Wagennummern verraten den Unterschied. Denn die stammen aus völlig anderen Nummerbereichen. Weilke zum Beispiel ist für uns mit einer 63 am Anfang unterwegs, Theos Reisen mit einer 53. Aber: Keine Angst, diese Busse sind nicht über 50 Jahre alt. Hier kennzeichnen die ersten beiden Ziffern für uns das Unternehmen.

11 Kommentare

  1. Maurice
    19. April 2018

    Ich weiß noch wo ex 2015 ( MAN Gelenkbus) noch für kurze Zeit 00-15 trug…. Ist gefühlt eine Ewigkeit her.

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  2. Matthias Rudat
    16. Oktober 2015

    Danke für den schönen Blog hier und die Erklärung, was sich hinter der Busnummer verbirgt. Wirklich sehr gelungen ! 🙂 🙂

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  3. Stadtwerke Münster Blog » Vier Türen, zehn neue Busse und 130 Tonnen weniger CO2
    14. Oktober 2015

    […] sie sich kaum von unseren anderen Gelenkzügen. Hilfreich ist der Blick auf die Wagennummer (lest hier, was die Nummern über die Busse verraten). Wenn vorn auf der Windschutzscheibe groß 1545 bis 1554 klebt, dann wisst ihr: das ist einer! Die […]

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  4. Stephan
    8. September 2015

    Hallo!
    mir gefällt der Blog sehr gut und finde ihn sehr informativ.
    Habe jetzt auch eine Frage: Wie sieht es eigentlich mit den Bussen aus dem Jahr 2011 aus? Die Wagennummern der Gelenkbusse von Mercedes gehen dort von 1152-1159. Hat das einen speziellen Grund oder ist das nur zufällig so? Denn eigentlich würde man ja bei denen, wie zum Beispiel bei den 2009er oder 2013er Bussen, bei 1145 beginnen. Ähnlich ist es auch bei den Solobussen von MAN, die 2011 gekauft wurden. Die müssten dann ja auch, wie bei den 2003er Bussen, bei 1100 anfangen und nicht bei 1112.

    Viele Grüße
    Stephan

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    • Florian Adler
      Florian Adler
      10. September 2015

      Hallo Stephan,

      da musste ich auch erstmal unseren Experten aus der Werkstatt fragen – der wusste aber die Antwort: Inzwischen passt ja auch das Nummernschild zur Wagennummer. Das heißt, der erste Elektrobus hat das Kennzeichen MS ST 1560. Das hat bei den 11ern leider nicht geklappt, weil die Nummern schon anderweitig vergeben waren.

      Weil es aber einfacher ist, Kennzeichen und Wagennummern einheitlich zu machen (das spart es, extra Listen zu führen, welches Kennzeichen an welchen Bus gehört), haben wir die Wagennummern eben etwas weiter oben anfangen lassen.

      Viele Grüße

      Florian

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  5. Maik
    6. September 2015

    Herrlich, einfach großartig! Wenn man ab und an im Blog liest, wird man sicher irgendwann zum Experten für die Stadtwerke, zumindest hoffe ich das. 😉

    Dafür vielen Dank, denn es gibt ja hinter den Kulissen so viele Dinge, die man als normaler Kunde wahrnimmt, aber nicht auf Anhieb versteht und die dann als „nicht so wichtig“ wieder in Vergessenheit geraten. Gerade diese Blogposts zeigen dann ganz nebenbei, was alles an Hirnschmalz investiert wird, um den Betrieb effektiv und effizient „am Laufen zu halten“. Und genau so nebenbei ist für mich auch noch die Frage geklärt, warum manche Busse, die in Roxel zu sehen sind, so „seltsame“ Nummern haben…

    Maik

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  6. René Werner
    4. September 2015

    Bei den neueren Fahrzeugen ist die Wagen Nr auch Teil des Kfz Kennzeichens.

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  7. Alexander
    4. September 2015

    Hallo!
    Und wie sieht das aus mit den Bussen von der RVM? Die haben ja meistens auch 14-02 oder ähnliche Nummern. Funken die nur ihre eigene Leitstelle in Ibbenbüren an? Und verwenden die das selbe System?

    LG

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    • Florian Adler
      Florian Adler
      7. September 2015

      Die RVM nutzt als erste beiden Ziffern wohl auch das Anschaffungsjahr, zählt dann aber einfach von 01 aus hoch. Die Busse können, wenn sie innerhalb Münsters fahren, auch unsere Leitstelle erreichen. Gerade bei Tagen mit vielen Sperrungen wie gestern zum Marathon kann das wichtig sein.

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  8. Ramona
    4. September 2015

    Hallo!
    Heißt das eine Busunternehmen nicht Weilke anstatt Weile?

    Viele Grüße

    Antworten
    • Florian Adler
      Florian Adler
      4. September 2015

      Stimmt, der Satz war völlig verquer – nun ist er richtig und das Unternehmen heißt auch Weilke. Danke für den Hinweis 🙂

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