Glasfaser an (fast) jeder Milchkanne

Veröffentlicht von am 05.05.2020 (Keine Kommentare)
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Das Bundesförderprogramm Breitband bringt schnelles Internet in ländliche Lagen.

Im Sommer starten wir mit einem weiteren Glasfaserausbauprojekt in Münster: Bis 2023 beseitigen wir die Weißen Flecken auf der Internetkarte der Stadt und schließen rund 2.000 unterversorgte Adressen in Münster an Münsters schnellstes Netz an. Möglich macht das das Bundesförderprogramm Breitband und die Unterstützung des Landes NRW.

Wie wichtig eine leistungsfähige Internetverbindung ist, zeigt uns die Coronakrise ganz deutlich. Wer aus dem Homeoffice an Videokonferenzen teilnehmen, große Datenmengen verschicken oder datenhungrige Online-Anwendungen starten muss, kann sich glücklich schätzen, wenn das Netz ausreichend Bandbreite bietet. Für etwa 3,5 Prozent der Adressen in Münster ist das aktuell nicht der Fall. Ihr Internetanschluss erreicht Geschwindigkeiten von weniger als 30 Megabit pro Sekunde im Download. Und kein Telekommunikationsunternehmen stellte in Aussicht, in diesen Gebieten Geld für schnellere Internetverbindungen in die Hand zu nehmen.

Für solche Fälle gibt es die Bundesförderung Breitband, die den flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets in Deutschland zum Ziel hat. In Münster fließen insgesamt 33,1 Millionen Euro  in den Ausbau der unterversorgten Gebiete. Davon übernimmt der Bund 16,5 Millionen Euro, das Land NRW trägt 13,2 Millionen Euro, die Stadt Münster steuert einen Eigenanteil von 3,3 Millionen Euro zu. Bei der europaweiten Ausschreibung konnten wir mit dem wirtschaftlichsten Angebot überzeugen.

Wie wurden die Weißen Flecken festgelegt?

Die unterversorgten Adressen befinden sich überwiegend in den Außenbereichen Münsters. (Abbildung mit freundlicher Genehmigung der citeq.)

Der städtische IT-Dienstleister citeq hat 2018 in einem Markterkundungsverfahren untersucht, wie es um den Versorgungsgrad mit schnellem Internet in Münster bestellt ist. Gleichzeitig wurden Telekommunikationsanbieter gefragt, ob sie in den kommenden drei Jahren in diesen Gebieten einen Ausbau planen.

Die gute Nachricht: Über 96 Prozent der Münsteraner Adressen hat Zugang zu einem Breitband-Anschluss, in der Regel mit DSL-Technologie. Die Kehrseite: Mehr als 2.400 Münsteraner Haushalten und rund 100 Gewerbetreibenden steht kein Breitbandanschluss zur Verfügung. Welche das sind, hat die citeq auf einer detaillierten, interaktiven Karte veröffentlicht.

Besondere Herausforderung: Lange Wege

Mit dem Glasfaserausbau haben wir in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen gesammelt. Im Kreuzviertel ist unser Glasfasernetz online und im Hansaviertel wächst es kontinuierlich. Im Gegensatz zu den beiden Innenstadtvierteln, liegen die Weißen Flecken in der Regel im Außenbereich des Stadtgebiets. Viele Bauernhöfe sind darunter, aber auch kleinere Siedlungen und Wohngebiete in ländlicher Lage. Es sind vor allem die langen Strecken zu den Verteilungspunkten, die diesen geförderten Ausbau von den Arbeiten in den dicht bewohnten Vierteln unterscheidet. Hier die günstigsten Trassenwege zu finden, war keine leichte Aufgabe für unsere Planer.

So gehen wir vor

Für die Verlegung von Glasfaserkabeln sind nur schmale Gräben notwendig. Erst kommen die Leerrohre, die Kabelfasern werden nachträglich mit Druckluft eingeblasen.

Bereits bei den ersten Ausbauprojekten hat sich das Vorgehen nach definierten „Clustern“ bewährt, bei dem Straßenzüge zu einem Bauabschnitt zusammengefasst werden. Das fällt in einem dicht besiedelten Innenstadtquartier leichter als in ländlicheren Lagen, wo zusätzlich Autobahnen, Eisenbahngleise und Gewässer zu berücksichtigen sind. Die Weißen Flecken haben wir in zehn flächige Cluster eingeteilt, die wir nach und nach – und manche auch parallel – ausbauen. Starten werden wir im Juni im Süden Münsters. In den kommenden Jahren sollen alle Cluster ans Netz angebunden sein.

Wie schon im Kreuz- und Hansaviertel werden die Gebäude in den (noch) Weißen Flecken direkt ans Glasfasernetz angeschlossen. Das heißt: Auch zwischen dem Kabelverzweiger (das sind die grauen Kästen an der Straße) und dem Hausanschluss liegt echte Glasfaser. So teilen sich nicht mehrere Nachbarn auf den letzten Metern eine Kupferleitung und bremsen sich gegenseitig aus, wie es bei DSL-Leitungen häufig der Fall ist.

Über den aktuellen Stand des Ausbaus informieren wir in einem regelmäßigen Newsletter und haben auf www.muenster-highspeed.de viele Informationen zum Glasfaserausbau zusammengestellt. Und die passenden Glasfasertarife für Münsters schnellstes Netz haben wir natürlich auch.

Eigentümer aufgepasst!

Den Hausanschluss erstellen wir im geförderten Ausbau kostenlos. Jedoch brauchen wir vom jeweiligen Hauseigentümer eine formale Genehmigung für Bauarbeiten auf dem Grundstück und am Haus. Deswegen bitten wir alle Eigentümer, die ein Gebäude in einem unterversorgten Gebiet haben, uns eine unterzeichnete Nutzungsvereinbarung (pdf-download) zu schicken. Welche Adressen vom geförderten Ausbau profitieren, kann hausnummernscharf in unserem Adresscheck nachgeschaut werden.

Informationen zum Förderprogramm gibt es direkt beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur:

 

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