Gemeinsam für Münsters schnellstes Netz

Veröffentlicht von am 17.08.2020 (10 Kommentare)
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Das Bild zeigt die beiden Geschäftsführer beim Faustgruß.

Im Juli unterzeichneten Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden der Telekom (links), und Sebastian Jurczyk, Vorsitzender der Stadtwerke-Geschäftsführung, einen Letter of Intent zum Glasfaserausbau in Münster.

Ohne wirklich schnelles Internet keine Digitalisierung. Damit Münster den Anschluss nicht verliert, machen wir künftig gemeinsame Sache mit der Deutschen Telekom und beschleunigen den Glasfaserausbau ab kommendem Jahr deutlich: Gemeinsam wollen wir Münster bis zum Jahr 2030 großflächig mit schnellem FTTH-Glasfaserinternet versorgen. Hand in Hand ermöglichen wir 160.000 Haushalten in Münster Anschluss an Münsters schnellstes Netz. Als Infrastrukturpartner bauen wir die Datenleitungen und die Telekom schickt die Bits und Bytes hindurch. 

Schnelles Internet ist moderne Daseinsvorsorge

Infrastruktur erleichtert allen von uns das Leben Tag für Tag, Beachtung findet sie aber nur selten. Erst, wenn mal der Strom ausfällt oder ein Wasserrohr bricht, erinnern sich viele an den Wert der unscheinbaren Rohrleitungen, die so viel zu unserer Lebensqualität beitragen. Im Regelfall erledigen Versorgungsnetze ihre lebenswichtige Arbeit vollkommen im Verborgenen, gut geschützt unter Asphalt- und Pflasterdecken. Wir finden: Zur modernen Daseinsvorsorge gehört wirklich schnelles (Glasfaser-)Internet genauso wie Strom, Wärme und Wasser sowie übrigens auch klimaschonende Mobilität.

Genau das ist Kern unserer Kooperation: eine Partnerschaft für Infrastruktur. Das bedeutet: Wir schaffen in der Stadt gemeinsam ein komplett neues Versorgungsnetz und schließen daran binnen zehn Jahren rund 40.000 Gebäude an. Wir verbinden die münsterschen Haushalte digital mit der großen weiten Welt – und zwar blitzschnell und bis in die Wohnung (FTTH).

Das Bild zeigt eine Nahaufnahme von Glasfaserkabeln

Diese feinen Röhren transportieren riesige Datenmengen blitzschnell. Wir wollen sie in rund 40.000 Gebäude in Münster ziehen.

Dabei bringt jeder Partner seine Stärken zugunsten der Münsteranerinnen und Münsteraner ein: Die Stadtwerke Münster und münsterNETZ bringen die Glasfaserkabel in den Boden und ins Haus – im Bau von Versorgungsnetzen kennt sich unsere Tochtergesellschaft münsterNETZ schließlich bestens aus. Die Telekom wiederum pachtet das Netz langfristig und bringt das Licht in die Glasfasern – sie übernimmt den so genannten aktiven Netzbetrieb

Offenes Netz für alle

Wir sind im Glasfaserausbau bereits seit 2017 aktiv und sind im Kreuzviertel seit letztem Jahr online. Dieses Jahr biegt auch das Hansaviertel auf der Datenautobahn auf die Überholspur ab. In Amelsbüren läuft der Ausbau derzeit an und die Vorbereitung für den Anschluss der „Weißen Flecken“ im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitband laufen auf Hochtouren. Warum jetzt eine neue Kooperation?

Nun, einerseits haben sich unsere Ziele weiterentwickelt, sind ambitionierter geworden: Wir wollen großflächig und deutlich schneller für Glasfaser-Anschlüsse sorgen. Andererseits wollen wir unser Netz bestmöglich auslasten. Damit ein Glasfasernetz für uns wirtschaftlich ist, müssen sich möglichst viele Menschen sich für die Glasfaser entscheiden und einen Glasfaservertrag abschließen. Das geht mit den gesammelten Kräften vieler besser als allein – nämlich in einem offenen Netz („Open Access“ im Fachjargon), in dem zahlreiche Anbieter unterwegs sind und nicht nur ein Platzhirsch. Deswegen gehören zu fast jedem Glasfaserprojekt bundesweit Vorvermarktungsphasen, in denen die Anwohnerinnen und Anwohner von den Vorteilen der neuen Technik und einem Technologiewechsel überzeugt werden müssen. Schließlich geben die Unternehmen für den Netzbau hohe Summen aus.

Schulterschluss für Glasfaser in Münster: Für Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk ist der Glasfaserausbau eines der wichtigsten Zukunftsthemen für die Stadt und unser Unternehmen.

Freie Anbieterwahl und Vorvermarktungen planen wir auch für unser künftiges magenta-blaues Netz: Nach dem Open-Access-Prinzip wird jeder Internet-Anbieter künftig seine Dienste in unserem Netz anbieten können, nicht nur die Stadtwerke Münster und die Telekom. Außerdem werden wir gemeinsam mit der Telekom in Vorvermarktungsphasen um Glasfaserverträge werben – und vielleicht schließen sich noch weitere Anbieter an. Für die Vorvermarktung gilt dann: Jeden Glasfaservertrag, der in der Vorvermarktungsphase egal bei welchem Anbieter abgeschlossen wird, verstehen wir als Votum für den Ausbau. Jeder Vertrag zählt in die Vorvermarktungsquote mit ein und macht einen Glasfaserausbau wahrscheinlicher.

Ein Win-Win-Win-Modell

Screenshot einer Twitternachricht mit einem Foto: Heute verkündigen wir die Kooperation mit den Stadtwerke Münster zum Glasfaserausbau in Münster (Daumen hoch-Emoji). Zukunftstechnologie und noch mehr Speed Münsteraner und MÜnsteranerinnen. Zu solchen terminen fährt man hier natürlich mit dem Fahrrad. Das Foto zeigt ein Selfie von Herrn Hagsihl mit Fahrrad am Aasee.

Auch bei der Telekom ist die Vorfreude auf die Zusammenarbeit groß.

Dieses Modell hat mehrere Vorteile: Wir ziehen gemeinsam an einem (Glasfaser-)Strang und sichern gleichzeitig die Anbietervielfalt und Wahlfreiheit für alle, die das Glasfasernetz nutzen wollen. Das Glasfasernetz bleibt in kommunaler Hand, so dass künftige Gewinne aus diesem Bereich über unsere Ausschüttungen in den städtischen Haushalt fließen und nicht an einen anonymen Investor. Außerdem müssen wir die hohen Investitionssummen für den Netzbau nicht allein schultern, wir teilen sie uns mit einem Schwergewicht auf dem Telekommunikationsmarkt.

Und last but not least: Das schnelle Glasfasernetz kommt nach Münster! Wir freuen uns darauf.

Infos zu unserer Partnerschaft findet ihr übrigens auch im Telekom-Blog.

10 Kommentare

  1. RA Stb Dr. Habscheidt
    2. Oktober 2020

    Wann kommt endlich ein hinreichend schnelles Internet in die Scheibenstraße. Der derzeit maximal mögliche Download beträgt derzeit 11,3 Mbit/s und der upload sagenhafte 1,3 Mbit/s. Bei solch großen „Weißen Flecken“, die ja noch in vielen anderen Straßen zu finden sind, sollte man sich doch etwas mehr anstrengen und sich nicht ständig selbstgefällig auf die Schulter klopfen.

    Antworten
    • Lisa Schmees
      5. Oktober 2020

      Sehr geehrter RA Stb Dr. Habscheidt,

      „Weiße Flecken“ definiert das Bundesförderprogramm Breitband als Gebiete, in denen kein Next-Generation-Access mit mindestens 30 Mbits/s im Downstream verfügbar ist. Dies ist in der Scheibenstraße nicht der Fall.
      Weder die Bundesnetzagentur noch die städtische citeq zählen die Scheibenstraße zu den „weißen Fleck“: breitbandmessung.de/kartenansicht

      Sollte bei Ihnen nicht die vertraglich vereinbarte Internetgeschwindigkeit ankommen, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren aktuellen Telekommunikationsanbieter oder die Bundesnetzagentur. Unter http://www.breitbandmessung.de bietet die BNetzA Verbrauchern nicht nur zahlreiche Informationen zur korrekten Breitbandmessung und auch Unterstützung, sollte die vertraglich vereinbarte Geschwindigkeit nicht erreicht wird.

      Die Frage nach dem Wann kann ich dir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Das Ausbauprojekt ist insgesamt auf zehn Jahre angelegt.

      Viele Grüße
      Lisa von den Stadtwerken

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  2. Stefan
    8. September 2020

    @ StwMs

    mal eine Detail Frage zum Stadtwerke GF Netz (in den Weißen Flecken)
    Welche LWL Netztechnik wird eingesetzt zum Endkunden GPON ?
    und wenn ja wie viele Kunden teilen sich eine Faser.
    Hatte schon auf Twitter die Cteq gefragt, aber seit 4 Tagen keine Antwort.

    danke !

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    • Lisa Schmees
      10. September 2020

      Hallo Stefan,
      ja, wir setzen in den Weißen Flecken GPON ein.
      Wie viele Kunden sich eine Faser teilen, ist von der Bebauungsstruktur abhängig. Grundsätzlich verlegen wir eine Faser bis zum Splitter und arbeiten dahinter mit Splitleveln von 1:8 bis 1:32.
      Viele Grüße,
      Lisa vom Social Media-Team der Stadtwerke

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  3. Geistbewohner
    28. August 2020

    Und wieder keine Aussagen zum Ausbau des Geistviertels.

    Hier gilt ja auch nicht die Bundesförderung, da keine „Weiße Flecken“ bestehen. Geist gilt mit 100 Mbit Vectoring als ausreichend „Breitband ausgebaut“.

    Wann kommt die Gigabit LWL Versorgung endlich auch im Geistviertel an???

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    • Lisa Schmees
      1. September 2020

      Hallo Geistbewohner,
      der Text enthält keine Aussagen zum Geistviertel, aber auch keine Aussagen zu anderen Quartieren in Münster.
      Das hat einfach den Hintergrund, dass wir im gemeinsamen Projekt noch nicht so weit sind, über konkrete Viertel zu sprechen.
      Ein komplett neues Versorgungsnetz für 160.000 Haushalte zu bauen, braucht seine Zeit. Deswegen ist das Ausbauprojekt auf 10 Jahre ausgelegt.
      Viele Grüße,
      Lisa vom Stadtwerke-Blog-Team

      Antworten
  4. Schmidt
    17. August 2020

    Tolle Sache und wie geht es jetzt weiter? Unten im Haus ist Glasfaser und ich habe Telekom magenta Entertainment bei 100 m bit über Kupfer! Das was ich schon politisch in der bv gesehen habe ist eingetroffen wann wird es umgesetzt ?
    Thomas Schmidt Bezirksvertretung Münster Mitte
    Antwort erbeten

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    • Lisa Schmees
      18. August 2020

      Hallo Thomas Schmidt,
      in diesem Jahr finalisieren wir den Kooperationsvertrag und wollen in der ersten Jahreshälfte 2021 das erste gemeinsame Gebiet erschließen.
      Wir schaffen ein komplett neues Versorgungsnetz, das dauert eine Zeit. Unser Ziel ist es, in zehn Jahren rund 40.000 Gebäude anzuschließen.
      Wegen deiner persönlichen Vertragssituation wende dich bitte an meine Kolleginnen und Kollegen vom Glasfaserteam unter 694-44 88.
      Viele Grüße
      Lisa vom Social Media-Team der Stadtwerke

      Antworten
      • Thomas Schmidt
        19. November 2020

        Guten Tag, seit dem 29.7.2020 ist die Kooperation zwischen der Stadtwerke Münster und der Telekom bekannt. Eine mehr als sinnvolle Kooperation. Als Politiker, der auch damals den Ausbau der Stadtwerke in Münster immer wieder befürwortet und verteidigt hat, würde ich mich sehr dafür interessieren, auch oder gerade kommunalpolitisch, wie den die Kooperation heute 3 Monate später wirklich aussieht…
        Können genervte Telekom Kunden die an der (alten) 100 M Bit Kupfertechnik angeschlossen sind und nicht die Telekom 250 M Bit Geschwindigkeit nutzen können dies denn stellvertretend über die Stadtwerke und dann direkt über Glasfaser tun?
        Das Angebot des Telekom Magenta incl. TV Tarif ist eine sehr gute Sache… Also die schnelle stabile LWL Technik der Stadtwerke und das gute Angebot der Telekom mit Magenta und Magenta TV direkt in die Wohnung oder das Haus eine tolle Sache, wenn es denn angeboten würde…

        3 Monate hat sich offensichtlich nichts getan… auch wegen Corona?

        Mit freundlichen Grüßen
        Thomas Schmidt

        Antworten
        • Lisa Schmees
          20. November 2020

          Hallo Herr Schmidt,

          es hat sich seit Juli sehr viel getan, nur eben hinter den Kulissen. Unser gemeinsames Projekt liegt gut in der Zeit.
          Ende Juli haben wir mit der Telekom einen so genannten Letter Of Intent unterschrieben, eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit. Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, sind bei einem Vorhaben dieser Größenordnung viele komplexe Themen zu besprechen. Das braucht seine Zeit. Die Verhandlungen nähern sich nun ihrem Abschluss. Den offiziellen Kooperationsvertrag wollen wir noch 2020 unterzeichnen und informieren darüber auch öffentlich.

          Unsere Partnerschaft bezieht sich allerdings rein auf den Aufbau der Glasfaser-Infrastruktur, nicht aber auf das Kundengeschäft. Da treten Stadtwerke und Telekom als eigenständige Anbieter mit eigenen Vertragsmodellen auf. Für Endkunden bedeutet das, dass sie ihren Glasfaser-Anbieter und -Tarif frei wählen können. Auch andere Anbieter können ihre Dienste später über das von uns gemeinsam mit der Telekom aufgebaute Glasfasernetz anbieten.
          Ich verweise ergänzend auch auf unsere Pressemitteilung aus dem vergangenen Juli.

          Viele Grüße
          Lisa Schmees

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