In der Fahrplanschule

Veröffentlicht von am 18.08.2016 (Keine Kommentare)
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Foto: MünsterView / Heiner Witte

Die Linie 16 biegt in Zukunft an der Dreifaltigkeitskirche auf die Grevener Straße. Wie pauken die Busfahrer diese Änderungen?

Mit dem Fahrplanwechsel am Montag, 10. Oktober ändern sich viele Linienwege. Manch ein Bus muss bald links abbiegen, wo es bisher immer rechts lang ging, und andere Busse fahren dann über ganz neue Linienwege.

Nicht nur für die Fahrgäste sind das Änderungen, auf die sie sich einstellen müssen. Auch unsere 350 Busfahrerinnen und Busfahrer müssen nochmal neue Linienwege pauken.

Betriebsunterricht als Betriebsfahrt

Schon seit einigen Monaten finden sich alle Infos rund um den neuen Liniennetzplan nicht nur im Blog und im Internet, der Plan hängt auch als großer Druck an der Wand des Fahrer-Aufenthaltsraumes. Viele Fahrerinnen und Fahrer gucken da schon einmal, welche Änderungen sie erwarten und wo sie in Zukunft herfahren werden. Genauere Infos für die Fahrer gibt es bald außerdem in der „Fahrplanschule“.

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Am großen Netzplan können unsere Busfahrer schon einmal die Linienverläufe verfolgen.

Die Fahrplanschule heißt eigentlich Betriebsunterricht. Der findet regelmäßig statt und wird im September unter anderem dazu genutzt, allen Busfahrerinnen und Busfahrern die Änderungen des Nahverkehrsplans zu erklären. Dabei sind die Linienwege nur ein Thema. Es wird außerdem erklärt, warum es manche Änderungen geben musste und was wir uns zum Beispiel bei der Ringlinie gedacht haben. So können auch – zumindest kurze – Fahrgastfragen beantwortet werden. Denn zu lange soll die Info bei Fahrer nicht dauern, weil die Fahrt weitergehen soll. Und ihr wisst ja: Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen 😉 Wer sich ausführlicher informieren möchte, sollte daher lieber hier im Blog oder über unsere Internetseite unter der Kategorie Busangebot nachfragen.

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Ob 1, 8, 22 oder E6: Unsere Fahrer kennen die Strecken aller Linien

Eine wichtige Regel bei uns lautet: Jeder Fahrer muss jeden Linienweg kennen – das bedeutet rund 400 Kilometer Linienlänge und über 1.000 Haltestellen. Für den Fahrplanwechsel macht das einiges leichter, denn zwar fahren einige Linien in Zukunft anders, dafür werden die heutigen Linienwege aber größtenteils nur neu zusammengesetzt. Statt der 4 fährt in Zukunft also zwar zum Beispiel die 2 zur Alten Sternwarte, der Linienweg ab Bismarckallee bleibt aber der gleiche.

Aus Kinderhaus fährt die 17 in Zukunft durch den Wienburgpark zum Zentrum Nord.

Echte neue Linienwege gibt es an einigen Stellen auch. Ein Beispiel: Die Fahrt der 17 durch den Wienburgpark. Weil da für die Fahrerinnen und Fahrer einiges zu beachten ist, wird aus dem Betriebsunterricht dann eine Betriebsfahrt. Per Bus geht es zum Wienburgpark, wo die Besonderheiten der Linienführung vor Ort erklärt werden.

Die Ringlinie hingegen ist zwar auch in Teilen neu, aber die einzelnen Abschnitte dürften allen Fahrern von normalen Betriebsfahrten bekannt sein. Die genauen Linienführungen bekommen die Fahrer außerdem als Ausdruck, so dass sie sich im Zweifel vor Dienstbeginn noch einmal versichern können, wo es auf der neuen Linie langgeht.

Links oder rechts?

Bus LWL

Wie die 1 fährt die 9 in Zukunft nach dem Bült links in Richtung Prinzipalmarkt, Domplatz und LWL-Museum.

Wer regelmäßig Bus fährt, der hat es womöglich schon einmal erlebt, dass der Fahrer statt nach rechts nach links abgebogen ist. Das passiert zum Beispiel, schnell wenn der Fahrer am Vortag die „Links“-Linie gefahren ist – kein großes Problem, der Bus dreht dann eine „Ehrenrunde“ und verspätet sich maximal um einige Minuten.

Durch einige Änderungen wird die Aufmerksamkeit der Fahrer ab Oktober besonders auf die Probe gestellt. Die 9 beispielsweise fährt aus Hiltrup den gewohnten Linienweg bis zum Bült. Dort muss sie dann aber statt nach rechts in Richtung Kanalstraße nach links in Richtung Prinzipalmarkt abbiegen. Wer als Fahrer die letzten 20 Jahre so gefahren ist, muss sich auf jeden Fall umgewöhnen. Solche Stellen gibt es bei mehreren Linien.

In den ersten Wochen, wenn das Netz noch ganz neu und die Aufmerksamkeit hoch ist, wird das wohl nicht so häufig passieren. Aber wenn erstmal die Gewohnheit zuschlägt, wird der ein oder andere Bus vielleicht doch mal falsch abbiegen – allen Besuchen in der „Fahrplanschule“ zum Trotz.

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