Auch im Schnee: Unsere Busse sind unterwegs

Veröffentlicht von am 11.12.2017 (Keine Kommentare)
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Herz

Mit vollem Herz dabei – auch im Winter

Der Prinzipalmarkt liegt unter einer weißen Decke und auf den Bäumen sammelt sich der Schnee. Nur auf den Straßen wird die vormals weiße Pracht langsam grau. Entlang der Promenade bauen Kinder (junge und auch ältere) Schneemänner.

Was für viele zum Winter einfach dazugehört, kann dem Busverkehr ganz schön zusetzen. Was problematisch ist, wie sich das auswirkt und was wir dagegen tun können.

Fahren im Schnee dauert länger

Bei Schnee können die Busse stärker verspätet sein

Dass es bei Schnee schnell zu größeren Verspätungen kommt, hat einen nachvollziehbaren Grund: alle Verkehrsteilnehmer fahren deutlich langsamer, so brauchen auch die Busse länger, um von Haltestelle zu Haltestelle zu kommen.

Das ist auch richtig so! Denn (nicht nur) im Winter gilt: Sicherheit geht vor Schnelligkeit. Keinem ist geholfen, wenn ein Auto in den Graben rutscht und dann die ganze Straße gesperrt ist. Daher bitten wir um Verständnis, wenn es bei Schnee länger dauert. Genau wie Auto- und Radfahrer das tun, empfehlen wir, einfach etwas mehr Zeit einzuplanen, um pünktlich ans Ziel zu kommen.

Räumfahrzeug

Geräumt wird in Münster von der AWM

Übrigens: Geräumte Straßen helfen dabei natürlich sehr. Das erledigen in Münster die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM). Hauptverkehrsstraßen und Busstrecken haben dabei Priorität und werden zuerst frei gemacht.

Der Räum- und Streuplan sowie viele weitere Infos rund um den Winterdienst sind auf der Internetseite der AWM zu finden.

M+S in MS

Durch den Schnee mit der 6

Natürlich bereiten wir uns speziell auf die widrigen Wetterbedingungen vor. Das beginnt schon mit geschulten Fahrern, die wissen, wie ihre bis zu 18 Meter langen Busse auch bei rutschigem Untergrund sicher zu fahren sind.

Aber auch in der Vorbereitung tun wir einiges: Unsere Busse fahren mit grobstolligen „Matsch+Schnee“-Reifen auf der Antriebsachse. Zusammen mit dem hohen das Eigengewicht der Busse – schon ohne Fahrgäste wiegt ein Solobus rund 12, ein Gelenkzug sogar 18 Tonnen – führt das zu einem guten Grip auch auf glatten Straßen.

Das größte Problem bei Eis haben die Gelenkzüge beim Losfahren von Haltestellen, insbesondere wenn das Gelenk schon geknickt ist.

Besonders Kurven sind für Gelenkbusse bei Schnee eine Herausforderung

Denn die Gelenkzüge werden an der Hinterachse angetrieben. Wenn der Motor dann anfängt zu schieben, kann es passieren, dass der Bus nicht wie gewohnt geradeaus fährt, sondern nur das Gelenk in der Mitte des Busses weiter seitwärts einknickt. Wird der Winkel zwischen den beiden Busteilen zu groß, aktiviert sich automatisch der Knickschutz und es geht erstmal nichts mehr. Die darf der Fahrer dann nur nach Rücksprache mit der Leitstelle wieder lösen, um eine Beschädigung des Drehgelenks zu vermeiden.

Daher ist es also wichtig, den Bus möglichst gerade abzustellen. Zum Beispiel in manchen Kehren an Endhaltestellen oder durch Falschparker an regulären Haltestellen muss der Bus aber schief stehen bleiben. Mit etwas Streumittel, das der Fahrer direkt vor die Reifen streut, steigt die Bodenhaftung in so einem Fall wieder und der Bus kommt hoffentlich frei.

Ansonsten muss er von einem anderen Fahrzeug geradegezogen werden und fällt damit bis auf weiteres aus.

Nicht nur optisch wichtig

Foto: Peter Leßmann

Die Fahrt durch die Waschstraße ist bei Minusgraden tabu

100 Fahrgäste im Bus tragen 200 Schuhe, und an jeder Haltestelle steigen neue hinzu. So kommt jede Menge Schnee, Schmutz und Streu mit in den Bus, der sich auf dem Boden sammelt. Das sieht nicht schön aus, lässt sich aber nicht ändern, solange die Busse unterwegs sind. Damit sie morgens wieder sauber den Betriebshof verlassen, reinigen wir sie in Schneenächten innen vollständig. Dafür muss je nach Temperatur auf die eigentlich übliche Außenreinigung in unserer Waschanlage verzichtet werden, damit das Wasser nicht gefriert und den Bus in einen Eismantel hüllt.

Schnee Bült

Durch Granulat im Bus kann es zu Türstörungen kommen. Daher ist eine gute Innenreinigung Pflicht

Die Innenreinigung ist aber auch aus praktischen Gesichtspunkten nötig, nicht nur für die Optik. Mit dem Schnee kommt auch jede Menge Granulat in die Busse, das auf Gehwegen und Straßen dem sicheren Halt dient.

In den Bussen verteilt es sich jedoch in vielen Ritzen. Wenn es sich zum Beispiel unter den Türflügeln sammelt, kann es zu Türstörungen kommen – und die Fahrt des Busses ist erst einmal unterbrochen.

Infos online

Schnee Domplatz

Auch auf den FIS-Säulen gibt es Infos

Rutscht zum Beispiel ein Auto in den Graben, muss unter Umständen die ganze Straße gesperrt werden. Fährt dort ein Bus lang, ist der Linienweg unterbrochen, der Bus muss umgeleitet werden. Direkt aus der Leitstelle finden in solchen Fällen die Infos den Weg ins Internet. Kurzfristige Störungen werden (auch im Sommer) auf www.stadtwerke-muenster.de/umleitungen, auf unserem Twitter-Account und sogar mit optionaler Push-Nachricht in der münster:app veröffentlicht.

Trotz Schnee können wir im Normalfall unser gesamtes Netz bedienen. Dass Straßenzüge oder Stadtteile komplett vom Busverkehr abgekoppelt werden müssen, gehört zum Glück zu den Ausnahmen. Das liegt vor allem daran, dass Münster so flach ist. Größere Anstiege, die vor allem den Gelenkzügen bei eisglatten Straßen Probleme machen können, gibt es im Stadtgebiet kaum. Möglicherweise müssen aber einzelne Strecken komplett eingestellt werden, etwa weil eine Brücke vereist oder der Weg zur Endhaltestelle zu glatt ist. Dann greift ein Notfahrplan. Daher ist ein Blick auf unsere Homepage bei Schnee und Eis  immer sinnvoll. Denn während es in einer Ecke von Münster noch gut aussieht, kann es am anderen Ende durchaus anders sein.

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