Gegen Durst und Müll: An Refill-Stationen Wasser zapfen

Veröffentlicht von am 18.07.2019 (4 Kommentare)
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Dieser Aufkleber markiert die Refill-Stationen

Plastikmüll vermeiden, Leitungswasser trinken, Wasserflasche auffüllen: Die Idee von Refill Deutschland ist so simpel wie effektiv. Überall, wo der Refill-Aufkleber angebracht ist, können Durstige ihre mitgebrachte Wasserflasche kostenlos mit Trinkwasser füllen. Und das nicht nur an heißen Tagen, sondern dauerhaft.

In Münster ist Refill vielfach vertreten. Gerade bei einem Stadtbummel gibt es also zahlreiche Möglichkeiten, sich mit Wasser zu versorgen: Allein im Innenstadt-Bereich befinden sich rund 30 Stationen und auch in Coerde, Hiltrup und Wolbeck ist Refill schon vor Ort. Zum stetig wachsenden Refill-Netzwerk gehören auch unser CityShop an der Salzstraße und das Kundenzentrum am Hafenplatz. Alle Refiller in Münster sind auf der Internetseite von Refill zu finden

Plastik, wir haben ein Problem

Wasser abfüllen statt Plastikflaschen kaufen

Plastikmüll ist ein Problem. Jede Stunde werden in Deutschland knapp zwei Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht. Das sind täglich rund 43 Millionen Stück und 192 Einwegflaschen pro Kopf im Jahr. Problematisch sind Einweg-Plastikflaschen allerdings nicht nur aufgrund des riesigen Abfallbergs, sondern auch wegen des Ressourcenverbrauchs für Produktion und Transport. Einwegflaschen werden über doppelt so lange Strecken transportiert wie Mehrwegflaschen und erzeugen in ihrer Gesamtbilanz doppelt so viel CO2. 

Die Deutsche Umwelthilfe hat ein paar eindrucksvolle Vergleiche, wie schädlich der Plastikflaschenwahn für Klima und Ressourcen ist: Mit der Energie, die jährlich für die Produktion von Einweg-Plastikflaschen verbraucht wird, könnten 2,6 Millionen Haushalte ein Jahr lang ihren Strombedarf decken. Hinzu kommt, dass Plastikflaschen weder für ihren Inhalt noch den Konsumenten vollständig unbedenklich sind.

So funktioniert Refill

Bestes Trinkwasser unterwegs zapfen

Einfacher geht es kaum: Ihr braucht nur Eure Trinkflasche – bestenfalls ist die aus Glas, natürlich werden aber auch leere Plastikflaschen aufgefüllt. Immerhin werden sie damit häufiger verwendet und landen nicht nach einer Nutzung im Plastikflaschen-Himmel (dem Cruncher des Pfandautomaten). In den mit Aufkleber markierten Anlaufstellen fragt ihr einfach nach Wasser. Entweder füllen die Mitarbeiter euch die Flasche auf oder euch wird der Weg zum Wasserhahn gezeigt. Kostenlos abfüllen und fertig! Guten Durst!

In die Flasche kommt dabei nur bestes Trinkwasser, das am strengsten kontrollierte Lebensmittel Deutschlands. Wir als Wasserversorger gewinnen einen Großteil des Trinkwassers für Münster hier vor Ort und überprüfen laufend die Qualität. Nicht umsonst landet Trinkwasser bei Tests etwa der Stiftung Warentest regelmäßig vor Mineralwässern. 

Plastikfrei trinken, Ressourcen schonen

Der Aufkleber an der Scheibe weist den Weg zu kostenlosem Trinkwasser

Genug gute Gründe, auf Einwegplastik zu verzichten. Refill Deutschland hilft dabei.

Erdacht wurde Refill 2015 im englischen Bristol. Im März 2017 öffneten die ersten deutschen Refill-Stationen in Hamburg. Inzwischen ist das ehrenamtlich organisierte Netzwerk von Refill-Stationen im gesamten Bundesgebiet aktiv. In Münster laufen alle Fäden im plastikfreien „Einzelhandel – Zum Wohlfüllen“ an der Hammer Straße zusammen. Dort kann sich auch jeder melden, der Refill-Station werden möchte. Immer mehr Cafés, Shops, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen sind mit von der Partie.

4 Kommentare

  1. Avatar
    Norbert
    24. Juli 2019

    Wer viel in den Zoo geht, weiß um den Durst seiner Kleinen! Zu stillen ist der mit dem Angebot der Zoo Kioske nicht, das wird jeder bestätigen, der sich die wirklich mehr als gesalzenen Preise anschaut. Auch die Wasserhähne im Zoo bringen keine den schwitzenden Kindern keine Erleichterung, denn aus ihnen sprudelt zwar klares, aber kein trinkbares Wasser! Also bringen die Eltern, Erzieher oder Tagesmütter bollerwagenweise Mineralwasser mit, aus Gewichts- und Preisgründen in der Regel große 1,5 oder 2 l PET Flaschen. Kein Genuss, denn Wasser aus Plastikflaschen hat eh schon einen faden Beigeschmack, nicht nur übertragenen Sinne, sondern ist lauwarm fast ungenießbar. Auch Senioren, die nur eben mal ein paar Tabletten schlucken müssen, werden gezwungen, neben ihrem Kaffee auch noch teure Mineralwasserflaschen dafür zu erstehen. Der Landois Platz im Zoo nahe am tollen neuen Spielplatz drängt sich als Refill Station gerade zu auf! Der zoogastronomie wird kein großer Schaden entstehen, denn zu den obligatorischen Pommes für die Kleinen gibt es mit Sicherheit auch noch eine Fanta oder Apfelschorle. Aber eben nicht zum satttrinken, zumal das kalorientechnisch sowieso höchst bedenklich ist. Da ist eiskaltes, frisch sprudelndes Leitungswasser immer noch der Durstlöscher der ersten Wahl. Und am Landuois Platz dürfte es auch rein bautechnisch kein Problem sein, da das Zoobistro ja am Leitungssystem der Stadtwerke angeschlossen ist. Die Stadtwerke Münster kooperiert regelmäßig und öffentlich wirksam mit dem Allwetterzoo Münster, also ran an den Spaten und eine Refill Station in den Zoo 🙂

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    • Florian Adler
      Florian Adler
      25. Juli 2019

      Hallo Norbert,

      eine Refill-Station kann der Zoo ganz einfach und auch ohne unsere Hilfe einrichten. Dafür reicht ein Wasserhahn, der öffentlich zugänglich ist, und der Aufkleber, der im „Einzelhandel – Zum Wohlfüllen“ kostenlos erhältlich ist. Schlag es dem Zoo doch einfach mal vor.

      Warum ist denn das Wasser aus den vorhandenen Wasserhähnen nicht trinkbar? Sind sie mit „kein Trinkwasser“ beschildert?

      Viele Grüße

      Florian

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      • Avatar
        Norbert
        26. Juli 2019

        Hallo Florian, danke für die schnelle Antwort 🙂
        In der Tat sind sämtliche Wasserhähne im Zoo mit kleinen bunten Piktogrammen versehen, die das Wasser als „Nichttrinkwasser“ ausweisen – auch in den Toilettenanlagen. Laut der ehemaligen Pressesprecherin Ilona Zühlke, ich habe bis vor ein paar Jahren journalistisch für den Allwetterzoo gearbeitet und dieses „Trinkproblem“ schon vor mehr als 15-20 Jahren vergeblich angesprochen, wird dieses Wasser aus Regenwasserzisternen o.ä. Quellen gespeist. Ich hatte jetzt mehr an eine externe Zapfsäule gedacht aus Edelstahl oder ähnlichem, wie man sie z.b. auch in Düsseldorf findet, die gleichzeitig mit informativer Stadtwerke Werbung versehen ist, um so auch den Trinkwasser Genuss öffentlich wirksam zu pushen. Denn noch schleppen die Leute lieber jeden Tag mit langen Armen zwei Sechserpack 1,5 Liter PET Flaschen mit Wasser, das wie eingeschlafene Füße schmeckt aus dem Lebensmittelhandel nach Hause, statt einfach den Wasserhahn aufzudrehen! Was ich übrigens seit Jahren mache 🙂

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  2. Avatar
    Tim Bücker
    18. Juli 2019

    Jetzt muss sich die Stadtwerke Münster im nächsten Schritt nur noch berufen fühlen in Eigenregie echte öffentliche Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet zu errichten.

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