So haben wir unsere E-Busse im Blick

Veröffentlicht von am 27.07.2017 (3 Kommentare)
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Ein E-Bus bei der Ladung

Anders als Dieselbusse, müssen unsere Elektrobusse mehrmals am Tag Strom nachtanken. Das machen sie an den beiden Endhaltestellen der Linie 14, auf der sie unterwegs sind. Damit wir den Ladestand der Batterien jederzeit kontrollieren können, nutzen wir ein Kontrollsystem, das viele Daten der Busse direkt in die Leitstelle überträgt, wo unsere Verkehrsmeister sie abrufen können.

Wir erklären, warum das so wichtig ist und wie das System des Herstellers ViriCiti funktioniert.

180 Kilometer am Tag

Beim Dieselbus ist es kein Problem: nachts wird der Tank mit 200 bis 300 Litern Kraftstoff gefüllt, damit kann ein Bus auch mal 24 Stunden am Stück auf der Straße bleiben. Bei unseren Elektrobussen sieht das etwas anders aus. Auf der Linie 14 müssen sie – inklusive den Ein- und Aussetzfahrten – rund 180 Kilometer am Tag fahren. Eine Batteriefüllung reicht bei unseren Modellen aber nur für maximal 50 Kilometer, und etwas Sicherheitspuffer sollte ja auch noch im Stromspeicher bleiben.

Auch der Fahrer kann viele Infos abrufen

Daher laden sie an den beiden Endhaltestellen ihre Akkus mit frischem Ökostrom voll. Eine Ladung können sie dabei übrigens auch mal ohne Probleme auslassen, wenn die Ladestation streikt, die Verspätung zu groß ist oder – wie gerade in Mauritz – eine Umleitung dafür sorgt, dass nicht jeder Bus an die Ladestation kommt.

Den aktuellen Ladestand der Batterie sieht aber nicht nur der Fahrer auf seinem Armaturenbrett, sondern auch der Verkehrsmeister in der Leitstelle. Dafür nutzen wir das Kontrollsystem von ViriCiti, das laufend Daten aus dem Bus in die Leitstelle sendet.

Ladestand, Energieverbrauch und Batteriedaten

So sieht die Übersicht für Wagen 1563 aus

Auf einen Blick kann der Verkehrsmeister so sehen, wo sich welcher Bus befindet, wie der Ladestand sich über den Tag entwickelt hat und wie hoch er aktuell ist. Zudem wird die Geschwindigkeit und der aktuelle Energieverbrauch angezeigt, außerdem gibt es Platz für Hinweise zum Bus, die für andere Kollegen wichtig sein können.

Der Energieverbrauch kann übrigens nicht nur während der Ladung, sondern auch während der Fahrt negativ sein, wie auch auf dem Bild rechts: Rollt der Bus, ohne dass der Fahrer Gas gibt, oder bremst er sogar, gewinnen die Elektromotoren Energie zurück und speisen sie in die Batterie ein. Damit dafür ein Puffer bleibt, laden wir die Batterien nie ganz voll.

Auch viele weitere Daten – von der Zelltemperatur der Batterien über die Spannung des Bordnetzes und den Bremsdruck bis hin zum Drehmoment der Elektromotoren – können abgerufen und ausgewertet werden. Das ist wichtig für das ZeEUS-E-Bus-Projekt, das solche Daten aus vielen europäischen Städten sammelt und verschiedene Systeme vergleichbar macht.

Das alles funktioniert übrigens nicht nur für unsere bisherigen fünf Busse. Auch die zwei bestellten Wasserstoffbusse und weitere E-Busse lassen sich problemlos einbinden. Sogar unseren Test-Wasserstoffbus konnten wir darüber verfolgen, während er in Münster war.

Darum hilft uns das System

Wenn Leitstelle und Fahrer funken, kann der Verkehrsmeister alle wichtigen Daten einsehen

„Ich habe nur noch 30 Prozent Ladestand, bin aber erst am Aegidiitor. Schaffe ich das noch bis zum Zoo?“ – die größte Angst des Elektromobil-Fahrers ist es wohl, irgendwo stromlos liegen zu bleiben. Dazu kommt, dass jeder der 350 Busfahrer nur unregelmäßig einen der fünf Elektrobusse fahren kann. So dauert es länger, bis sich Erfahrungswerte bei den Busfahrern bilden – und sie fragen im Zweifel lieber einmal zu viel als einmal zu wenig nach. Über ViriCiti kann der Verkehrsmeister sich dann live die Daten anschauen und anhand seiner Erfahrung versichern, dass der Strom im Tank noch reicht.

Sollte es doch einmal zu einem Problem kommen, kann auch die Werkstatt sich die Daten anschauen und dem Fahrer Tipps geben, wie er den Bus wieder flott bekommt. Fast wie in der Formel 1 wird dann aus der Box ins Cockpit gefunkt – allerdings steht der Bus dabei meist und fährt nicht mit 300 km/h über die Straße. So muss der Bus nicht von der Linie genommen werden, sondern kann weiterfahren. Das spart uns Aufwand und den Fahrgästen Verspätungen.

Auch die Ladestation sendet ihre Daten in die Leitstelle

Auch die drei Ladestation – neben Zoo und Gallenkamp, wo die Ladestation sich als Mini-E-Bus tarnt, auch bei uns auf dem Betriebshof – werden überwacht. Denn fallen die aus, stranden die Busse schnell ohne Strom an den Haltestellen. Je schneller wir mögliche Fehler kennen, desto schneller können wir die Stationen wieder ans Netz bringen. Auch dabei hilft ViriCiti uns.

Einige bewegte Bilder zeigt übrigens dieser Werbefilm, den ViriCiti mit und bei uns gedreht hat (in Englisch). Weitere Geschichten von Nutzern des Systems gibt es auf der ViriCiti-Webseite.

3 Kommentare

  1. Janine Gerals
    3. August 2017

    Das ist ja eine tolle Aktion, das würde ich mir auch in Berlin wünschen. Sehr innovativ.

    Antworten
    • Peter Ess
      8. August 2017

      hallo,
      in Berlin haben wir andere Probleme 😉
      Kürzlich sogar eine Jahrhundertflut mit Hochwasser…
      Grüße
      Peter

      Antworten
      • Emil Blume
        25. Oktober 2017

        Ich haber gehört, dass die Hauptstadt im Luftverkehr ganz weit vorne sein soll.
        #BER

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