25.02.2026

Albachten-Ost: Stadtwerke legen Erdsondenfelder für klimaneutrale Wärme an

Im Neubaugebiet liefern die Stadtwerke künftig „Kalte Nahwärme“ aus der Erde

Im Neubaugebiet Albachten-Ost bewegt sich was. Zwei rund zehn Meter hohe Bohrtürme ragen auf der Fläche des neuen Wohngebiets aktuell in die Höhe. Für das neue Wohngebiet legen die Stadtwerke Münster aktuell Erdsondenfelder an, die zukünftig Erdwärme aus rund 250 Metern Tiefe gewinnen. Die Sondenfelder für die so genannte oberflächennahe Geothermie sind ein Baustein für die Kalte Nahwärme, die in den 500 geplanten Wohneinheiten klimaneutrale für Wohlfühlwärme und Warmwasser sorgen wird.

Kalte Nahwärme? Was widersprüchlich klingt, ist eine umweltfreundliche und innovative Art, Gebäude mit Wärme zu versorgen. Anders als herkömmliche Heizsysteme arbeitet die Kalte Nahwärme mit vergleichsweise niedrigen Temperaturen. In Albachten-Ost werden bis zu 102 Erdsonden in fünf Sondenfeldern Wärme aus dem Erdreich aufnehmen und sie in ein Nahwärmenetz einspeisen. Weil die Temperatur mit rund 10 Grad Celsius zum Heizen nicht ausreicht, kommen in den angeschlossenen Gebäuden besonders effiziente Sole-/Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz. Diese heben die Temperatur so weit an, dass sie Wohnräume heizen und Wasser wärmen kann. Auf diese Weise entsteht ein erneuerbares Wärmesystem, das vollständig aus lokalen Quellen gespeist wird und ohne fossile Brennstoffe auskommt. Ein weiterer Vorteil: Im Sommer kann das System zur Kühlung eingesetzt werden und die Innentemperaturen um einige Grad Celsius senken. Auch im Neubaugebiet Handorf-Kirschgarten bauen die Stadtwerke ein kaltes Nahwärmenetz auf.

„Die Umstellung auf klimaneutrale Heizsysteme wird die große Herausforderung der kommenden Jahrzehnte. Mit der Kalten Nahwärme in Albachten-Ost zeigen wir, dass die Wärmewende technologisch vielfältig und ein Innovationsmotor ist“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk. Rund 8,5 Millionen Euro investiert der Lokalversorger in die klimaneutrale Wärmeversorgung in Albachten-Ost. Vierzig Prozent der Investitionssumme wird über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) finanziert. Die zentrale Wärmelösung erspart späteren Eigentümern eigene Planungen, Investitionen und Wartungsaufwand für die Wärmeerzeugung. Auch die Lieferung von Ökostrom für die Wärmepumpen gehört dazu. „Die Vollkosten von Kalter Nahwärme sind ein wenig günstiger als für eine individuell umgesetzte Heizlösung. Der große Unterschied ist, dass die Stadtwerke sich um alles rund um den Betrieb und die Technik kümmern. Ein solches System rechnet sich aber nur, wenn alle mitmachen“, so Jurczyk. Daher gilt im Neubaugebiet eine auf 25 Jahre angelegte Abnahmeverpflichtung für die späteren Eigentümer. Individuelle Heizlösungen sind nicht zulässig, mit Ausnahme von Kamin- oder Kachelöfen für Wohlfühlwärme. Dass alle Gebäude über ein gemeinsames Nahwärmenetz geheizt werden, stellt zudem einen maximal effizienten Betrieb des Netzes sicher.

Die ersten Kilowattstunden der Kalten Nahwärme in Albachten werden in die neu errichtete Grundschule fließen. Nach Fertigstellung im Sommer wird das Schulgebäude als erstes im Baugebiet angeschlossen. Die Rohrleitungen, über die die Wärme ins Haus kommt, liegen dafür schon bereit.

Das Bild zeigt eine Bohranlage auf einer ländlich anmutenden Fläche, links von der Anlage ist ein Bauzaun zu sehen.

Für das Kalte Nahwärmenetz in Albachten-Ost bohren die Stadtwerke Münster in rund 250 Metern nach oberflächennaher Erdwärme. (Foto: baugrund süd)

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Lisa Schmees

Lisa Schmees

Pressesprecherin (Schwerpunkt Energie, Baustellen und Netzthemen)


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