Wärmewende

Ausbau von Münsters Fern- und Nahwärme

Wenn es um Erneuerbare Energien geht, denken viele sofort an Windräder und Photovoltaik-Anlagen. Dabei entsteht mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen in Privathaushalten durch das Heizen.

Das macht die Frage, wie wir unsere Wohnungen und Häuser in Zukunft wärmen wollen, zu einem ganz wesentlichen Faktor für das Erreichen der Klimaziele. Als lokaler Versorger und kommunales Unternehmen haben wir einen Plan, wie wir Schritt für Schritt erneuerbare Wärmequellen in das Fernwärmenetz integrieren wollen. Das gesetzliche Ziel: Bis zum Jahr 2030 sollen 30 Prozent der Fern- und Nahwärme aus erneuerbaren Wärmequellen stammen.  

Münsters Wärme wird zum Heimatprodukt!

Münsters erneuerbare Wärme wird vor Ort aus vorhandenen Ressourcen gewonnen. Wir wollen das unerschöpfliche Angebot von Erdwärme und Sonnenlicht nutzen, um Münsters Wohnungen warm und die Wertschöpfung zuhause zu halten. Sogar den Dortmund-Ems-Kanal nutzen wir als Wärmelieferanten - mit Hilfe einer Großwärmepumpe im Hafenkraftwerk.

Weil wir im Zuge der Wärmetransformation immer weniger fossilen Brennstoff einsetzen und zukaufen müssen, wird Münsters Wärme außerdem unabhängiger von den unsteten Energiemärkten und weltpolitischen Entwicklungen.

Münsters Wärme baut auf gewachsenen Strukturen!

Unser wirksamster Hebel, um möglichst viele Münsteranerinnen und Münsteraner zu erreichen, ist das großflächige Wärmenetz. Über das rund 200 Kilometer lange Fernwärmenetz versorgen wir schon heute den Münsteraner Innenstadtbereich und einige Stadtteile mit Wärme aus dem Hafenkraftwerk. Dezentral versorgen wir in vier Nahwärmenetzen die Stadtteile Roxel, Albachten, Amelsbüren und Hiltruper Baumschule mit Wärme aus kleineren Blockheizkraftwerken.

In diese bestehenden Wärmenetze lassen sich neue Wärmequellen bestens integrieren. Über die Netzanbindung wird diese Heizenergie mit einem Schlag an tausenden Münsteraner Wohnungen und Gebäuden transportiert.

Münsters Wärme wird vielfältiger!

Weil eine Erzeugungstechnologie allein den münsterschen Wärmebedarf nicht wird decken können, setzt unsere Wärmestrategie auf die Kombination verschiedener erneuerbarer, dezentraler Erzeugungstechnologien.  

Den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs wollen wir künftig aus unerschöpflichen, natürlichen Wärmequellen gewinnen: aus Erdwärme (Tiefengeothermie und oberflächennnahe Geothermie) und Sonnenenergie (Solarthermie) sowie aus dem Wasser und aus der Luft mit Umwelt-Wärmepumpen. Diese Leittechnologien werden ergänzt um Power-to-Heat-Anlagen und Wärmespeicher, die überschüssigen Strom aus Windkraft und Solaranlagen als Wärmeenergie nutzbar machen.  

Wie genau der Wärme-Erzeugungsmix in Zukunft aussehen wird, wird sich in den kommenden Jahren immer weiter konkretisieren. Das ist ein Vorteil unseres Weges für Münsters Fernwärme: Wir können das Ziel mit erprobten und bewährten Technologien erreichen. Gleichzeitig ist der Fahrplan flexibel genug, um auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren und technologische Chancen ergreifen zu können, wenn sie sich bieten.

Unsere Projekte

Ansicht des Kraftwerks der Stadtwerke Münster

Für Münsters Wärmetransformation braucht es eine Brücke

Mit unseren Projekten für Münsters Fernwärme wollen und müssen wir schnell Fahrt aufnehmen. Doch der Wandel geht nicht von heute auf morgen und auch in der Transformationsphase ist es unsere Verantwortung, an den kältesten Tagen des Jahres ausreichend Wärme bereitzustellen.

Bis die neuen Wärmequellen so weit ausgebaut sind, dass sie Münsters Wärmebedarf decken können, gewinnen wir die Fernwärme weiterhin in unserer hochmodernen Gas- und Dampfturbinen-Anlage im Hafen auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung. Die Zahl der Betriebsstunden der Gasturbinen sinkt mit jeder Kilowattstunde Wärme aus regenerativen Quellen, die wir ins Netz integrieren.

Wärmewende - Stadtwerke Münster