Kurz-Geschichte: Die heulende Kurve
In 125 Jahren Unternehmensgeschichte haben wir viele Spuren in Münster hinterlassen. Lange Zeit zu hören war die heulende Kurve an der Salzstraße. Was es damit auf sich hat und wo sie heute noch zu entdecken ist, verraten wir hier.
Die Elektrische kommt gut hörbar um die Kurve
Seit 1901 fuhren drei Straßenbahn-Linien durch Münster. Sie verbanden den Prinzipalmarkt mit Bahnhof, Grevener, Warendorfer und Hammer Straße sowie mit dem Hafen.
Die rote und gelbe Linie fuhren in der Innenstadt vom Servatiiplatz zum Prinzipalmarkt – und damit durch die Heulende Kurve, die sich am Erbdrostenhof zwischen Altem Steinweg und Salzstraße befand. Denn dort war der Gleisbogen so eng, dass die Bahnen ein markerschütterndes Heulen von sich gegeben haben müssen. In einem Brief setzte die Besitzerin des Hotels Rheinischer Hof (an der Stelle steht heute der Neubau, in dem "Idee" sein Ladengeschäft betreibt) die Stadt ergebenst davon in Kenntnis, dass „das Heulen zeitweise so stark ist, dass man in den Hotel- und Restaurantsräumen tatsächlich sich nicht verstehen kann“ und bittet ebenfalls ergebenst um Abhilfe. Aus dem Brief zitiert Henning Stoffers auf seiner Webseite.
Grund für das Heulen waren wohl die Spurkränze. Eigentlich sorgen siedafür, dass die Räder der Straßenbahn nicht aus den Schienen springen. Wegen des engen Kurvenradiusses schliffen diese an der Salzstraße aber an den Schienen entlang. Zwar wurde die Stelle nach den Beschwerden regelmäßig geschmiert, der berühmt-berüchtigte münstersche Regen sorgte aber dafür, dass diese Gegenmaßnahme nicht lange hielt und es – sobald die Schienen trocken wurden – schnell wieder kreischte und quietschte.
Die heulende Kurve und Der bunte Vogel
Bis 1954 – als die Straßenbahn zugunsten von O- und Dieselbussen komplett eingestellt wurde, da die Gleise an vielen Stellen marode waren – heulten die Wagen so weiter durch die Salzstraße.
Bis 1986 erinnerte der Name der Kneipe an der Ecke noch an die Straßenbahnen. Denn der heutige Bunte Vogel hieß damals wie? Genau: Heulende Kurve.
Im Eingangsbereich und am Werbeausleger des Bunten Vogels findet sich bis heute das Bild bzw. Modell einer Straßenbahn und sorgt dafür, dass die Geschichte der Heulenden Kurve nicht in Vergessenheit gerät.
Ein Besuch lohnt sich also!
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