Münsters erste Wasserversorgung

Ein Bild des Pumpwerk Mecklenbecker Straße
Münsters erstes Wasserwerk an der Mecklenbecker Straße

Das erste Wasserwerk in Münster ist älter als die Stadtwerke, die bekanntlich 1901 ihren Ursprung haben. Denn eine öffentliche Trinkwasserversorgung gibt es in Münster bereits seit 1880, als das erste Pumpwerk an der damaligen Mecklenbecker Straße (heute liegt die Fläche an der Scharnhorststraße, Ecke Brunnenstraße – die übrigens ihren Namen daher hat) eröffnet wurde.

Erstmals bekamen die Münsteraner_innen vom Pumpwerk aus über Rohrleitungen Trinkwasser direkt ins Haus. Ein Komfort, der gut ankam: Bis zur Jahrhundertwende folgten drei weitere Pumpwerke auf der Geist und in der Vennheide.

Weil die Nachfrage nach Trinkwasser weiter stieg, entschied sich die Stadt Münster schnell, vor den Toren der Stadt ein weiteres Wasserwerk zu bauen: Das Wasserwerk Hohe Ward entstand 1906 im damals noch eigenständigen Hiltrup.

Aber wie sah es eigentlich vorher aus? Also bevor das Wasser in hoher Qualität im Wasserwerk aufbereitet und bequem per Leitung ins Haus kam?

Zwei Frauen und zwei Kinder stehen und sitzen um einen hölzernen Brunnen
Lange Zeit war die Wasserversorgung auf private und öffentliche Brunnen beschränkt

Wasser aus Brunnen

Schon in den 1680er Jahren gab es 30 öffentliche Brunnen in Münster, die die Einwohnerinnen und Einwohner nutzen durften. Zudem gab es privat erstellte Brunnen. Die Zahl der Brunnen wuchs stetig, im Jahr 1800 gab es schon 200 teils private, teils öffentliche Brunnen, die zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung dienten.

Die Qualität dieses Brunnenwassers jedoch war mindestens fragwürdig, denn es wurde nicht besonders aufbereitet. So wurde am Ende häufig eine Mischung aus Grundwasser und Abwasser gefördert. 

Erst der Bau der Wasserwerke und damit der Einstieg in eine zentrale Wasserversorgung sorgte hier für eine deutliche Verbesserung.

Die ersten Wasserwerke standen auf dem Münsterländer Kiessandzug. Diese quer durch das Münsterland und damit auch in Nord-Süd-Richtung von Hiltrup bis nach Sprakel verlaufende Erdschicht eignet sich besonders gut zur Trinkwassergewinnung. Der Kies-Sand-Boden filtert das Wasser auf natürliche Weise und lässt gleichzeitig eine gute Förderung in Trinkwasserbrunnen zu. Nicht umsonst nutzt das Wasserwerk Hohe Ward noch heute den Kiessandzug.

Ein Maschinist steht vor einer Kolbenpumpen im Wasserwerk Hohe Ward
Ein Maschinist an den Kolbenpmpen im Wasserwerk Hohe Ward. 

Münsters erstes Wasserwerk an der Mecklenbecker Straße musste aus hygienischen Gründen bereits 1911 geschlossen werden. Als Ersatz wurde die Förderung in der Hohen Ward ausgebaut – mit einem Verfahren, das bis heute Anwendung findet: der Grundwasseranreicherung. 

Durch eine Leitung wird Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal entnommen, gefiltert und in der Hohen Ward versickert. Wir lassen es dort also quasi künstlich regnen, damit sich mehr Grundwasser neu bildet. Durch die Kies-Sand-Schichten wird das Wasser nämlich wie Regenwasser auch gereinigt und wird zu Grundwasser. So sicherten die Wasserwerke in der Vennheide und Hohen Ward die Versorgung Münsters über Jahrzehnte zuverlässig ab.

1957 wurde ein weiteres, unser kleinstes Wasserwerk, in Kinderhaus ebenfalls auf dem Kiessandzug errichtet. Ein Jahr später wurde zudem der bis heute laufende Vertrag mit Gelsenwasser geschlossen. Das Unternehmen liefert seitdem über eine Leitung Trinkwasser aus dem Halterner Stausee nach Münster.

Die nächste Erweiterung der Trinkwassergewinnung erfolgte 1973, erstmals nicht auf dem Kiessandzug, sondern auf einem anderen Urstromtal: In Handorf wurde das Wasserwerk Hornheide eingeweiht, das sein Grundwasser aus der Urems-Rinne fördert.

In der Wasserwerkstatt keschern mehrere Kinder in einem Teich
In der WasserWerkstatt lernen Kinder den verantwortlichen Umgang mit der Ressource Trinkwasser

WasserWerkstatt vermittelt Wissen über wichtige Ressource

Heute sind bilden die Wasserwerke Hohe Ward und Hornheide das Rückgrat der münsterschen Wasserversorgung. Die beiden kleineren Werke Vennheide und Kinderhaus werden zukünftig geschlossen, die Wasseraufbereitung in den beiden großen Werken dafür auf den neusten Stand der Technik gehoben. So sorgen wir dafür, dass Trinkwasser weiterhin in bester Qualität und ausreichender Menge für alle Einwohner_innen von Münster zur Verfügung steht. 

Im Wasserwerk Hornheide ist in diesem Zuge auch die WasserWerkstatt entstanden, in der Kinder mehr über den Wert des Wassers lernen. Grundschulklassen sind herzlich eingeladen, die WasserWerkstatt kostenlos zu besuchen.

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