Ein leuchtendes Stück Münster

Wartung der Straßenbeleuchtung 1953

Von Gasglanz bis LED-Zukunft

Straßenbeleuchtung gehört in Münster einfach dazu – sie macht Wege sicher, Nächte freundlicher und verleiht der Stadt ihren ganz eigenen Charakter.

Doch früher funktionierte vieles noch ganz anders als heute, wo LED-Laternen klimafreundlich mit niedrigem Stromverbrauch leuchten.

Bevor moderne Funk- und Steuersysteme Einzug hielten, hat ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin die Beleuchtung über ein großes Schaltpult im Pförtnerhaus der Stadtwerke am Hafen ein- und ausgeschaltet. Eine laute Hupe kündigte jeden Abend den Start an. 60 kleine Lämpchen am Pult zeigten an, ob alle Bereiche richtig geschaltet waren.

Blieb eins aus, begann die Suche nach dem Fehler – oft quer durch die Stadt.

Kugelleuchten, Dauer-Einsätze und der Wandel zur LED

Wer in den 1970er Jahren und später über die Salzstraße spaziert ist, erinnert sich vielleicht noch an die vielen Werbeausleger an den Fassaden - kein Vergleich zu heute, in der die Straße viel ruhiger wirkt.

Die Straßenbeleuchtung bestand aus ebenso modern anmutenden Kugelleuchten, die in ihren Metallgestellen wie abgelegt wirkten. Was schick wirkte, war aber besonders arbeitsintensiv. Ihre Glühlampen waren empfindlich, oft waren auch Einsätze am Wochenende nötig, damit die Einkaufsstraße auch nach Sonnenuntergang nicht nur von der farbenfrohen Werbung beleuchtet wurde. Mit der Einführung der LED-Technik hat sich das spürbar geändert: Die modernen Leuchten sind robuster, sparsamer und lassen sich gezielt steuern.

Salzstraße in den 1970er Jahren | © Henning Stoffers
Werbeausleger und dazwischen die in den 1970er Jahren modernen Kugelleuchten (Foto: Henning Stoffers)

Die letzten Gaslaternen – ein gallisches Dorf im Kuhviertel

Während der Rest der Stadt längst auf elektrische Beleuchtung setzte, brannten im Kuhviertel noch bis 2023 immer 22 Gaslaternen. Mit ihren kunstvollen Jugendstil-Halterungen, dem warmen Licht und dem Kopfsteinpflaster haben sie ein einmaliges Altstadtflair geschaffen. Heute haben wir die Laternen auf LED umgerüstet, ihr Flair ist jedoch erhalten geblieben.

Schon 1854 leuchteten in Münster die ersten Gaslaternen. Zu Hochzeiten waren es über 3.000 im gesamten Stadtgebiet. Ein Laternenmann zündete sie jeden Abend an und kontrollierte ihr Licht. Erst ab 1901 kamen mit dem neuen E-Werk auch elektrische Laternen hinzu – gleichzeitig der Beginn der modernen Stadtwerke vor 125 Jahren.

Eine Gaslaterne im Kuhviertel
Gaslaterne im Kuhviertel

In den Gaslaternen sorgte ein zarter Glühstrumpf für Licht. Er war empfindlich – Wind, Erschütterungen oder Staub in der winzigen Düse konnten ihn schnellbeschädigen. Deshalb mussten die Laternen häufiger gewartet als moderne Leuchten.

Wie eine Laterne einem Bier zu seinem Namen verhalf

Eine der beliebtesten Anekdoten rund um Münsters Gaslaternen betrifft das bekannte Pinkus-Bier. Ein Brauer namens Carl „Pinkulus“ Müller verdankte seinen Spitznamen angeblich einer nächtlichen Wette: Er war der Einzige, dem es gelang, das Licht einer Gaslaterne „auszupinkeln“. Aus Pinkulus wurde Pinkus – und der Name blieb.

125 Jahre Stadtwerke – Münster bleibt hell

Ob historische Gaslaternen oder intelligente LED – Münsters Straßenbeleuchtung hat sich über Jahrzehnte verändert, ist steht aber bis heute für Sicherheit, Lebensqualität und Stadtgeschichte. Seit 125 Jahren begleiten die Stadtwerke Münster diese Entwicklung – und sorgen dafür, dass die Stadt auch künftig im besten Licht erscheint.

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