Welche Wärmepumpe eignet sich für den Altbau?

Schön anzusehen sind sie: Münsters Altbauten. Ob in der historischen Altstadt oder in Vierteln, die besonders urig daherkommen. Angesichts steigender Heizkosten fragen sich viele Eigentümer_innen, ob eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll ist, um sich unabhängiger von fossilen Energien zu machen und den Geldbeutel zu entlasten. In Neubauten werden in über 60 Prozent der Fälle Wärmepumpen verbaut – und im Altbau?

Wann ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?

Es gibt drei Voraussetzungen, unter denen eine Wärmepumpe im Altbau eingebaut werden kann:

Heizlast

Die Heizlast bezeichnet die Energie, die aufgewendet werden muss, um die Räume ausreichend zu beheizen. Diese Größe hängt von vielen Faktoren ab, u. a. vom Dämmzustand von Außenhülle und Dach sowie von den Fenstern. Daher gilt: Erst sanieren – dann Heizung tauschen. Der Vorteil: Energetische Sanierungen, insbesondere der Heizungstausch, werden großzügig vom Staat gefördert über die KfW oder das BAFA. Um nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun und alle Sanierungsmaßnahmen optimal aufeinander abzustimmen, lohnt sich daher ein Sanierungskonzept vom Energieberater oder der Energieberaterin: Sie können die Heizlast eines Hauses nach DIN EN 12831 berechnen.  Die Energieberatung kann vom Staat mit bis zu 80 Prozent bezuschusst werden.

Bei der Berechnung der Heizlast werden z. B. Wärmeverluste durch Bauteile berücksichtigt, sodass Sie die Heizung korrekt auslegen und die passende Wärmepumpe für die Nachrüstung wählen können. Eine individuelle Berechnung hilft Ihnen, die Wärmepumpe nicht über- oder unterdimensioniert zu planen. Folgende Heizlasten werden für Wärmepumpen im Altbau als optimal angegeben:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: unter 15 kW

  • Erd-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen: bis zu 20 kW

Übrigens: Wärmepumpen zur Brauchwasser-Erwärmung können auch in Altbauten die Energiekosten senken.

Heizkörper

Eine Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur benötigt großflächige Heizkörper wie Fußboden- oder Wandheizungen. Es gibt jedoch auch Heizkörper, die extra auf Niedertemperatursysteme wie Wärmepumpen mit niedrigen Vorlauftemperaturen zwischen 35 und 55 Grad ausgelegt sind und die anstelle Ihrer aktuellen Heizkörper im Raum installiert werden können – ohne bauliche Veränderung. Manche Systeme nutzen kleine Ventilatoren, die die durch den Heizkörper strömende Wärme im Raum verteilen.

Möglich ist bei ungeeigneten Heizkörpern auch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe für die Nachrüstung. Bei diesen erzielen zwei quasi hintereinander geschaltete Wärmepumpen Vorlauftemperaturen von 80 bis 100 Grad. Sie machen die Wärmepumpe im Altbau auch in Problemfällen möglich, benötigen aber in der Regel mehr Strom.

Art der Wärmepumpe 

Nicht in jedem Altbau ist jede Art von Wärmepumpe möglich. Prinzipiell gibt es

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen

  • Sole-Wasser-Wärmepumpen

  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Welche Wärmepumpen-Arten für Sie infrage kommen, können Sie mithilfe dieses Artikels besser einordnen.

Kombination aus Brennwerttherme und Wärmepumpe für die Nachrüstung

Für Altbauten interessant kann auch eine Hybridlösung sein, bei der die Wärmepumpe mit einer Brennwerttherme kombiniert wird. Hier regelt die Heizungssteuerung dann, welches System jeweils arbeitet – nach Wirtschaftlichkeit.

Zur Kombination von Gasheizung und Wärmepumpe finden Sie hier mehr Infos.