28.10.2026

125 Jahre Stadtwerke: So kam die Fernwärme nach Münster

Coerde und Angelmodde als Vorreiter für klimafreundliche Wärme

Die Versorgung mit Fernwärme in Verbindung mit erneuerbaren Wärmequellen ist heute eine wichtige Säule der Wärmewende. Auch die Stadtwerke arbeiten daran, erneuerbare, lokal verfügbare Wärmequellen wie Tiefengeothermie zu erschließen, um damit Privathaushalte und Unternehmen mit Wärme zu versorgen. Wie aber ist eigentlich Münsters Fernwärmenetz gewachsen und wo liegen die Keimzellen?

Das erste Heizkraftwerk in Münster baute die Universität Münster zur Versorgung verschiedener Lehrgebäude und Wohnheime 1962. 1964 folgten die Heizwerke in Coerde und Angelmodde, die beide für die Versorgung von Neubaugebieten geplant wurden. Das waren die „Wohnstadt Coerde“ zwischen Königsberger Straße und Dachsleite sowie die Waldsiedlung Angelmodde, die dank der Fernwärme ohne Heizungsanlage in jedem Haus geplant werden konnten. Errichtet und betrieben wurden die beiden Heizwerke von der Ruhrkohle-Gesellschaft für Fernheizwerke, die sich jedoch 1968 auflöste. Für die Stadtwerke Münster war das die passende Gelegenheit, ihr Angebot um die Fernwärmeversorgung zu erweitern. Dafür gründeten sie das Tochterunternehmen Westfälische Fernwärmeversorgung. 2023 wurde diese aufgelöst und mit den Stadtwerken zusammengelegt. 

Nachdem die Stadtwerke in Coerde und Angelmodde Erfahrung mit der neuen Versorgungsart sammeln konnten, haben sie sie weiter ausgebaut: Seit 1977 fließt aus dem Heizkraftwerk am Hafen Fernwärme in weite Teile der Stadt. Geschichte wiederholt sich: Damals waren große Baustellen zur Verlegung der neuen Fernwärme-Leitungen notwendig – unter anderem am Hansaring, wo die Stadtwerke genau diese Leitungen derzeit ersetzen.

Noch heute übrigens sind alle drei Heizwerke in Coerde, in Angelmodde und am Hafen aktiv, wenn auch mehrmals modernisiert und nicht mehr mit Kohle befeuert. Die Werke in Coerde in Angelmodde dienen als Reserve, die Wärme kommt im Regelfall nur aus der GuD-Anlage im Hafen. Diese Zentrierung jedoch könnte mit der Energiewende aufgehoben werden, wenn verschiedene erneuerbare Wärmequellen in Zukunft dezentral in das bestehende und erweiterte Wärmenetz einspeisen.

Ein Kraftwerk im Rohbau, davor liegen Schiffe in einem Hafen

Bau des ersten Heizkraftwerks der Stadtwerke am Hafen. Es ging 1977 in Betrieb, als in Coerde und Angelmodde bereits seit mehr als zehn Jahren mit Fernwärme geheizt wurde.

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