22.09.2026
Erneuerbare Wärme kommt aus dem Dortmund-Ems-Kanal
Stadtwerke Münster nehmen zweite Großwärmepumpe in Betrieb
In der Gebäudehülle des alten Kohleheizkraftwerks am münsterschen Stadthafen sorgt ab sofort eine zweite Großwärmepumpe für erneuerbare Wärme. Die Anlage übernahmen die Stadtwerke Münster nach einer erfolgreichen Probephase in der vergangenen Woche in den Regelbetrieb. Die Großwärmepumpe erzeugt Wärme für rund 800 Haushalte und nutzt dafür Wärme aus dem Wasser des Dortmund-Ems-Kanals. Mit einer Wärmeleistung von 2 Megawatt kann sie rund zwei Prozent des gesamten Fernwärmebedarfs decken. Mehr als 3.000 Tonnen lokale CO2-Emissionen werden so eingespart, da im Hafenkraftwerk anteilig weniger Erdgas für die Wärmeerzeugung aufgewendet werden muss. Dabei erreicht die leistungsstarke Wärmepumpe hohe Temperaturen von knapp 100 ° Celsius, die für die Einspeisung in Münsters Fernwärmenetz notwendig sind. Die Großwärmepumpe ist Baustein eines innovativen Systems für Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK) und wird als solches vom Bund gefördert.
Viele Bausteine für die Erneuerbare Fernwärme in der Klimastadt Münster
Pro Jahr nutzen die Münsteranerinnen und Münsteraner mehr als 550 Gigawattstunden Fernwärme. Das sind rund 20 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in Münster. Mit Fernwärme können Immobilienbesitzerinnen und -besitzer die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes erfüllen, denn nach den Vorgaben muss auch Fernwärme bis 2045 aus erneuerbaren Wärmequellen erzeugt werden. Großwärmepumpen sind einer von mehreren Technologie-Bausteinen, mit denen die Stadtwerke Münster dieses Ziel erreichen möchten. Weitere Leittechnologien sind Tiefengeothermie und Solarthermie in Verbindung mit Wärmespeichern. „Fernwärme wird zukünftig deutlich vielfältiger erzeugt als bisher. An die Stelle eines zentralen Kraftwerks treten unterschiedliche kleinere Wärmeerzeuger, die dezentral dort entstehen können, wo erneuerbare Wärmequellen und Möglichkeiten zur Netzanbindung verfügbar sind“, sagt Markus Bieder, Leiter der Wärme- und Stromerzeugung der Stadtwerke Münster. Geeignete Wärmequellen können beispielsweise Gewässer wie der Dortmund-Ems-Kanal, aber auch Industriestandorte mit Abwärmepotenzial oder geologisch geeignete Standorte für die Geothermienutzung sein.
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Lisa Schmees
Pressesprecherin (Schwerpunkt Energie, Baustellen und Netzthemen)