Umziehen im Alter

Umziehen im Alter fällt vielen nicht leicht. Der Umzug in eine seniorengerechte Wohnung ist oft mit innerem Widerstand und Ängsten verbunden: So lange haben Sie in ihren gewohnten Räumen gelebt, kennen die alltäglichen Wege, die Nachbarn, an jedem Zimmer hängen Erinnerungen. Dennoch: Irgendwann wird es für viele unumgänglich, das eigene Haus zugunsten einer seniorengerechten Wohnung zu verlassen.

Damit es Ihnen leichter fällt, in einer neuen seniorengrechten Wohnung neu anzufangen, folgen hier unsere Tipps:

Die Vorbereitung: Früh genug mit Optimismus beginnen

  1. Begreifen Sie den Umzug als Chance: keine steile Treppe mehr, kein zu enges Bad, kein pflegeintensiver Garten. Sie können all das zurücklassen, was Sie in den letzten Jahren immer mehr belastet hat – auch wenn Sie das vielleicht nicht zugeben mochten. Konzentrieren Sie sich darauf, was in der neuen Wohnung besser sein wird und überlegen Sie, was Sie mit der gewonnenen Zeit anfangen möchten.

 

  1. Ziehen Sie nicht zu spät um: Je fitter Sie körperlich und geistig sind, desto leichter wird Ihnen die Umstellung fallen. So können Sie die Möglichkeiten Ihrer neuen seniorengerechten Wohnung in vollen Zügen genießen. Wenn Sie früh genug umziehen, vermeiden Sie außerdem, eines Tages Knall auf Fall zwangsweise umziehen zu müssen, weil Sie in der alten Wohnung gar nicht mehr zurechtkommen – z. B. nach Sturz oder Krankheit.

 

  1. Prüfen Sie genau: Ist eine Seniorenresidenz oder ein Pflegeheim das Richtige für Sie? Betreutes Wohnen? Senioren-WG? Oder lediglich eine altersgerecht ausgestattete, „normale“ Wohnung? Auf jeden Fall sollten Sie auf Barrierefreiheit achten.

 

  1. Schauen Sie nach einer günstigen Lage: Sind Supermarkt, Bushaltestelle, Apotheke, Ärzte, ggf. Kirche und – ganz wichtig – Ihre Freunde in der Nähe oder zumindest gut erreichbar? Achten Sie auch auf Freizeitangebote und Spazierwege.

 

  1. Prüfen Sie mögliche Steuernachlässe: Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen umziehen, können Sie bestimmte Kosten von der Steuer absetzen wie z. B. Ummeldegebühren, Kosten für den Auf- und Abbau von Haushaltsgeräten, verpflichtende Schönheitsreparaturen an der alten Mietwohnung sowie Trinkgelder und Verpflegungskosten für bezahlte Möbelpacker_innen. Dafür brauchen Sie ein ärztliches Attest und den Nachweis, dass der Umzug Ihre gesundheitliche Situation verbessert. Wenn Sie pflegebedürftig sind und aus diesem Grund ins Seniorenheim umziehen, kommt auch ein Zuschuss von der Kranken- oder Pflegekasse infrage.

Der Wechsel: Mit Ruhe und Plan umziehen

  1. Machen Sie einen Plan: Setzen Sie sich mit den Menschen zusammen, die Ihren Umzug in die seniorengerechte Wohnung begleiten werden, und machen Sie einen Plan: Welcher Schritt geschieht wann? Wofür brauchen Sie wie viel Zeit? Bleiben Sie dabei realistisch und zielorientiert.

 

  1. Ziehen Sie nicht zu schnell um: Abschied braucht Zeit. Gehen Sie in Ruhe Ihre Habseligkeiten durch und überlegen Sie, was Sie mitnehmen können und wollen und für welche Dinge Sie andere Lösungen finden können. Wenn Sie sich mit dieser Aufgabe überfordert fühlen, bitten Sie Angehörige, Sie zu unterstützen. Außerdem helfen Ihnen vielleicht unsere Tipps zum richtigen Ausmisten.

 

  1. Besichtigen Sie Ihre neue seniorengerechte Wohnung: So finden Sie am ehesten heraus, was Sie mitnehmen können und was Sie demnächst vielleicht auch einfach nicht mehr benötigen. Fotografieren Sie die Räume, damit Sie beim Planen immer wieder nachschauen können, welches Möbelstück wohin passen könnte.

 

  1. Suchen Sie sich Umzugshelfer: Egal, ob Ihre Familie Ihren Umzug unterstützt oder Sie sich für eine Spedition entscheiden: Je klarer Sie Ihre Wünsche äußern, desto befriedigender für alle verläuft Ihr Umzug. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich von Gegenständen zu trennen, denken Sie daran: Alles, was Sie nicht mitnehmen müssen, spart Aufwand und Geld.

 

  1. Denken Sie an Kündigungsfristen: Für manche Verträge bestehen Sonderkündigungsfristen, andere können Sie nur regulär kündigen – denken Sie also rechtzeitig daran! Im gleichen Schritt brauchen Sie allerdings auch neue Verträge, z. B. für Telefon, Strom, Gas und Wasser.

 

  1. Teilen Sie Ihre neue Adresse mit: Die Rentenversicherung, Behörden, Banken, Versicherungen, Ärztinnen und Ärzte … Viele Institutionen sind darauf angewiesen, Ihre neue Adresse zu kennen. Nutzen Sie den Umzugsmitteilungs-Service der Post oder lesen Sie hier, wie Sie einen Nachsendeauftrag anlegen.

 

  1. Legen Sie ein Erinnerungsalbum an: Gehen Sie mit einer Kamera durchs Haus und fotografieren Sie alle Räume, den Garten und die Ecken, die Ihnen besonders wichtig sind. Die Bilder kleben Sie in ein Album. So können Sie Ihr altes Haus „mitnehmen“ und mit Enkel_innen oder Freundinnen und Freunden immer wieder in Erinnerungen schwelgen.

Die Ankunft: Freuen an neuen Möglichkeiten

  1. Gönnen Sie sich etwas Neues: „In meinem Alter braucht man nichts Neues mehr.“ Ja, das mag sein, aber dennoch macht es Freude, mit der neuen Wohnung auch ein schönes neues Möbelstück oder einen anderen Einrichtungsgegenstand auszusuchen. Es muss ja nichts Großes sein, manchmal reichen schon neue Sofakissen oder ein bequemer Hocker für die Füße beim Fernsehen.

 

  1. Erkunden Sie Ihre neue Umgebung: Wie kommen Sie mit dem Bus in die Stadt? Welche Spazierwege sind besonders schön? Gibt es einen interessanten Verein in der Nähe? Und wo können Sie mit Freunden am besten eine Tasse Kaffee trinken? Schauen Sie sich vor Ihrer neuen Haustür um – und nehmen Sie dabei jemanden mit, wenn Sie sich allein unsicher fühlen.

 

  1. Laden Sie Freundinnen, Freunde und Bekannte ein: Ihre Freundin konnte Sie lange nicht besuchen, weil sie die drei Treppenstufen zur Haustür nicht mehr bewältigen konnte? Laden Sie sie ein – mit dem Aufzug ist sie ruckzuck bei Ihnen in der neuen Wohnung! Besuch belebt Ihre Räume und schafft neue schöne Erinnerungen, sodass Sie sich schnell heimisch fühlen. 

Als Angehörige_r Seniorinnen und Senioren beim Umzug helfen

Oft brauchen Seniorinnen und Senioren Hilfe von ihren Angehörigen beim Umzug: Für Sie als Angehörige_r gilt hier, eine goldene Mitte zwischen Alleinlassen und Bevormunden zu finden.

Respektieren Sie die Entscheidungen. Auch wenn Sie sich niemals für ein betreutes Wohnen entschieden hätten: Meint Ihr_e umziehende_r Angehörige_r, dass dies für sie oder ihn die richtige Entscheidung ist, respektieren Sie sie. Es war sicherlich keine einfache Entscheidung, die eigenen vier Wände zu verlassen: Der Umzug wird für Ihre_n Angehörige_n leichter sein, wenn Sie an ihrer bzw. seiner Seite stehen.

Übernehmen Sie die Organisation. Gerade Seniorinnen und Senioren haben es heutzutage schwer, alle Einzelheiten rund um den Umzug im Kopf zu behalten: An- und Abmeldung, der Rundfunkbeitrag, Adressänderungen bei zahlreichen Behörden – die Organisation dieser Vorgänge können Sie für Ihre_n Angehörige_n übernehmen. Vor allem ist es sinnvoll, weil Sie dank Internet schneller an Informationen kommen.

Helfen Sie nur da, wo Hilfe benötigt wird. Unterstützen Sie Ihre_n Angehörige_n allerdings nicht zu viel: Die Gefahr ist groß, dass Sie ihn wie ein kleines Kind behandeln. Lassen Sie die Person selbst die Sachen auswählen, die mit in die neue Wohnung sollen, oder überlassen Sie der Person die Wahl der neuen Tapete. Fragen Sie Ihre_n Angehörige_n, bevor Sie helfen, ob Ihre Hilfe gebraucht wird.

Übernehmen Sie körperliche Arbeiten. In diesem Fall brauchen Sie nicht zu fragen, ob Ihre Hilfe benötigt wird: Solange Sie nicht selbst Rentner_in sind, sollten Sie die körperlichen Arbeiten rund um den Umzug übernehmen, um die umziehende Person zu entlasten. Ein „Nein“ nehmen Sie nicht an! Das Sofa soll Ihr_e Angehörige_r selbst aussuchen – Sie tragen es in die neue Wohnung. 

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