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Aktuelle Pressemitteilungen - Bereich Unternehmen

Dr. Dirk Wernicke (l.) und Dr. Henning Müller-Tengelmann freuen sich über das Jahresergebnis

Die Stadtwerke bauen ihre kostenlose Kundenkarte PlusCard mit weiteren Services – wie hier Carsharing – aus.

Das GuD-Kraftwerk am Hafen schrieb 2015 erstmals wieder schwarze Zahlen

Mit ihren Elektrobussen haben die Stadtwerke schon 22.000 Fahrgast-Kilometer Erfahrung gesammelt.

16.06.2016

Stadtwerke Münster stellen Bilanz für das Jahr 2015 vor

Sehr gutes Ergebnis stärkt Eigenkapitalbasis

 

Die Stadtwerke Münster schließen ihr Geschäftsjahr 2015 mit einem Jahresüberschuss von 18,8 Mio. Euro ab. „Mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Es zeigt, dass die Stadtwerke Münster trotz schwieriger energiepolitischer Rahmenbedingungen solide und profitabel arbeiten. Gleichzeitig erlaubt es uns, die Eigenkapitalbasis zu stärken und damit für kommende Jahre vorzusorgen“, erklärt Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster.

„Neben dem Jahresüberschuss gibt es eine zweite Zahl, die die Bedeutung der Stadtwerke für die Stadtgesellschaft verdeutlicht: 72,5 Mio. Euro. So viel haben die Stadtwerke für die Stadtgesellschaft in Münster und dem Münsterland geleistet – über Auftragsvergaben an die heimische Wirtschaft, die Finanzierung des Busverkehrs, Unterstützung für lokale Vereine und Projekte, die Gewinnausschüttung an die Stadt sowie Steuern und Abgaben. Diese Leistung haben wir vor allem dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken“, so Gerhard Joksch, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Münster. „Damit Stadtwerke – nicht nur in Münster – auch in Zukunft wirtschaftlich arbeiten können, muss die Politik aber die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, beispielsweise im Bereich der Netzregulierung.“

Aus dem Jahresergebnis haben die zu 100 Prozent kommunalen Stadtwerke 6,1 Mio. Euro an die Stadt Münster ausgeschüttet. 3,0 Mio. Euro werden verwendet, um den Vorjahresverlust zu decken, die restlichen 9,7 Mio. Euro werden in die Gewinnrücklagen eingestellt. „Damit steigt unsere Eigenkapitalquote auf sehr gute 31 Prozent“, sagt Dr. Henning Müller-Tengelmann.

„In der Energieerzeugung werden die Verbesserungen der letzten Jahre wirksam: Durch geänderte Instandhaltungspläne, Einsparungen im Betrieb und eine flexiblere Fahrweise unserer GuD-Anlage konnte die wirtschaftliche Situation deutlich verbessert und erstmals wieder ein positives Ergebnis ausgewiesen werden“, erklärt Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster.

Situation für GuD-Anlage am Hafen deutlich verbessert
Die Stromerzeugung in dem besonders umweltschonenden Kraftwerk, das Strom und Fernwärme in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt, liegt allerdings weiter unter den Möglichkeiten. „Durch die Einführung einer staatlichen Bestandsförderung für hocheffiziente KWK-Anlagen planen wir ab 2016 wieder mit einer deutlich gesteigerten Stromerzeugung am Hafen“, so Dr. Dirk Wernicke.

Energieabsatz und Fahrgastzahlen steigen, PlusCard ausgebaut
Während der Stromabsatz 2015 stabil bei 1,1 Mrd. Kilowattstunden blieb, stieg der Erdgasabsatz durch Zugewinne bei Geschäftskunden und die im Vergleich zum Vorjahr insbesondere im 1. Quartal kältere Witterung um etwa 8 Prozent auf 1,8 Mrd. Kilowattstunden. Der Fernwärmeabsatz kletterte auf 565 Mio. Kilowattstunden, beim Trinkwasser blieb der Absatz mit 16,1 Mio. m³ auf Vorjahresniveau.

Mit 41,6 Millionen Fahrgästen wurde 2015 erneut ein Fahrgastrekord erreicht. Über 81.000 Vertragskunden fahren in Münster bargeldlos Bus und Bahn. Insbesondere das 90 MinutenTicket, das sich an Gelegenheitskunden richtet, ist mit aktuell über 41.000 Nutzern und stetigem Wachstum ein wichtiger Baustein für einen erfolgreichen Busbetrieb und eine Steigerung des operativen Ergebnisses um acht Prozent.

Ihre Kundenkarte PlusCard entwickeln die Stadtwerke stetig weiter: Neben dem bargeldlosen Busfahren mit über 41.000 Nutzern und dem bargeldlosen Parken (10.000 Nutzer) wurden das bargeldlose Taxifahren sowie ein exklusiver Carsharing-Tarif mit dem lokalen Anbieter Stadtteilauto eingeführt. „Mit der münster:app haben wir 2015 zudem eine Service-App für alle Münsteraner veröffentlicht, die neben der Fahrplanauskunft viele weitere Services auch über das Angebot der Stadtwerke hinaus bietet“, erklärt Dr. Henning Müller-Tengelmann. „33.000 Downloads zeugen davon, dass dieses Konzept aufgeht.“ Unter den Services finden sich ein Veranstaltungskalender, Erinnerungen an die Termine der Müllabfuhr sowie eine Übersicht der freien Plätze in den Parkhäusern.

Weiterer Ausbau erneuerbarer Energien
Die Stadtwerke Münster positionieren sich weiterhin als Erneuerbare-Energien-Dienstleister in der Region und bauen ihre Aktivitäten in diesem Bereich kontinuierlich aus. Der derzeitige Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Windenergie-Projekten in Münster, wo derzeit ein Flächennutzungsplan aufgestellt wird, und im Münsterland. „Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette von der Flächenakquisition und Projektentwicklung über die Errichtung bis zur Betriebsführung selbst ab und haben unser Team dafür in den letzten Monaten neu aufgestellt“, erklärt Dr. Dirk Wernicke.

Der größere Teil der Anlagen soll nach erfolgreicher Umsetzung an Bürgergenossenschaften oder Investoren veräußert werden, so dass die Erlöse zeitnah wieder für neue Projekte zur Verfügung stehen. Ein Teil der Projekte soll aber auch im Eigentum der Stadtwerke Münster bleiben.

Ausbau des elektrischen ÖPNV
Seit einem Jahr betreiben die Stadtwerke Münster fünf Elektrobusse. In dieser Zeit haben die Busse bereits 22.000 Kilometer Linienfahrten zurückgelegt. Die für den ganztägigen Linienbetrieb nötigen Schnellladestationen an den Endhaltestellen der Linie 14 sind derzeit im Bau. Ab Sommer wird der Einsatz der E-Busse damit noch deutlich ausgeweitet. Der Ausbau der Elektro-Flotte geht im kommenden Jahr weiter: „Wir werden 2017 zusätzlich zwei Elektrobusse mit Brennstoffzelle und Wasserstofftank anschaffen. Diese können den ganzen Tag ohne Nachladung eingesetzt werden, auch auf Linien mit längeren Strecken“, so Dr. Dirk Wernicke.

Prognose
Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Stadtwerke Münster ein positives Ergebnis. Durch den erfolgreichen Energievertrieb im Münsterland und bei Geschäftskunden planen die Stadtwerke mit einer Steigerung der Absatzmengen bei Strom und Erdgas. Dazu trägt auch bei, dass die geplanten Absätze im Januar und Februar 2016 – den üblicherweise kältesten Monaten im Jahr – in etwa erreicht wurden. In der Stromerzeugung profitieren die Stadtwerke mit ihrem umweltfreundlichen GuD-Heizkraftwerk am Hafen von der für vier Jahre aufgelegten KWK-Bestandsförderung.

Positiv wirkt sich außerdem aus, dass durch den Ausstieg aus der Beteiligung „Gekko“ zukünftig die Drohverlustrückstellungen für den dort produzierten Strom entfallen. Da notwendige Abschreibungen bereits in den letzten Jahren, vor allem 2014, getätigt wurden, fallen ab 2016 keine Belastungen mehr an. Mit der Stadt Münster wurde zudem vereinbart, dass Eigenkapitalzuführungen an den FMO durch Einlagen in die Kapitalrücklage der Stadtwerke vollständig kompensiert werden. Zwar werden die Zuführungen damit das Jahresergebnis belasten, aber keine Auswirkungen auf Eigenkapitalquote oder Liquidität der Stadtwerke haben.