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Aktuelle Pressemitteilungen - Bereich Unternehmen

21.06.2013

Nah am Kunden

Jahresabschluss der Stadtwerke Münster 2012

Im allgemein schwierigen Wettbewerbsumfeld konnten sich die Stadtwerke Münster in 2012 erfolgreich am Markt behaupten. „Wir sind mit dem Gesamtergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt zufrieden", bilanziert Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. Der Jahresüberschuss weist in 2012 einen Betrag von 2,76 Millionen Euro aus. Dies bedeutet einen Rückgang von rund 6,89 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. „Diese Entwicklung basiert im Wesentlichen auf der schlechteren Ergebnissituation in der Stromerzeugung. In unserem eigenen Kraftwerk am Hafen wird die Stromerzeugung belastet durch ansteigende Gaspreise, vor allem aber deutlich sinkende Strompreise“, so Dr. Müller-Tengelmann weiter. Außerdem mussten der bereits bestehenden Risikovorsorge für die Beteiligung an dem Steinkohlekraftwerk Hamm (Black GEKKO) weitere 9,2 Millionen Euro auf nun 16 Mio. Euro zugeführt werden.

Stefan Weber, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Münster, wertschätzt das gute Geschäftsjahr der Stadtwerke:“Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben die Stadtwerke ihre starke Wirtschafts- und Innovationskraft bewiesen.“ Sein Dank gilt der Belegschaft, die mit Engagement zu diesem Ergebnis beigetragen hat. Zudem betont Weber die positive Entwicklung bei der Umsetzung der Energiewende hin zum atomstromfreien Münster, die die Stadtwerke vor Ort vorantreiben.

Dieser Strategie folgend haben die Stadtwerke in 2012 deutlich in regenerative Energien investiert, was sich mit einem um rund zehn Prozent erhöhten Anlagevermögen in der Bilanz widerspiegelt.

Im Geschäftsjahr 2012 war auch der bereits 2009 von der Stadtverwaltung beschlossene Konsolidierungsbeitrag der Stadtwerke an die Stadt Münster fällig. Insgesamt haben die Stadtwerke damit 26,22 Millionen Euro bereits als Vorabgewinnausschüttung an die Gesellschafterin Stadt Münster in 2012 ausgeschüttet. Darin sind auch die Konsolidierungsbeiträge der Stadtwerke in Höhe von 13,6 Mio. Euro und der Westfälischen Bauindustrie GmbH (WBI) in Höhe von 6,8 Mio. Euro enthalten. Dieser Gesamtbetrag in Höhe von insgesamt 20,4 Mio. Euro dient zur Haushaltskonsolidierung der Stadt Münster. Aus dem Bilanzgewinn von 6,5 Millionen Euro folgen weitere 1,5 Millionen Euro. Obwohl die Stadtwerke Münster diese Zahlungen teilweise durch Entnahmen  aus den Gewinnrücklagen finanziert haben, hat das Unternehmen noch eine auskömmliche Eigenkapitalquote von 30,3 Prozent.

Die Preispolitik der Stadtwerke Münster im Jahr 2012 war durch verantwortungsvolles, moderates Handeln geprägt. Die Strompreise und der Wasserpreis blieben konstant, der Wasserpreis bereits im vierten Jahr in Folge. Die Anfang 2012 gestiegenen Belastungen beim Strompreis durch die Erhöhung der EEG-Umlage haben die Stadtwerke Münster getragen und nicht an ihre Kunden weitergegeben.

Der Erdgaspreis wurde durch die seit Mitte 2009 kontinuierlich steigenden Öl- und Gaspreise stark beeinflusst. Im Juli 2012 mussten die Stadtwerke ihre Tarife um jeweils rund 0,3 Cent brutto pro Kilowattstunde (kWh) erhöhen.

Die Absatzzahlen 2012  im Überblick:

•    Für den Busverkehr war 2012 ein sehr erfreuliches Jahr. Ein Plus von drei Millionen Fahrgästen im Vergleich zu 2011 bedeutet einen Fahrgastrekord von 38 Millionen.

•    Beim Stromabsatz haben die Stadtwerke Münster einen Zuwachs von
0,7 Prozent auf 992 Millionen kWh zu verbuchen.

•    Der Erdgasabsatz stieg um 11,1 Prozent. Mit ausschlaggebend dafür war der im Vergleich zum Vorjahr relativ lange und intensive Winter.

•    Ein Plus bei der Mengenentwicklung (9,4 Prozent) ist auch bei der Fernwärmeabgabe zu verzeichnen, auch hier war die Witterung ausschlaggebend.

•    Mit einem leichten Minus von 1,2 Prozent stagnierte die Trinkwasserabgabe 2012.

Der Jahresabschluss 2012 in Zahlen

 

 

2012

2011

%

Jahresüberschuss

T€

2.760

9.650

- 71.,4

Umsatzerlöse

T€

472.099

441.914

+ 6,8

Strom

Mio. kWh

992

985

+ 0,7

Erdgas

Mio. kWh

2.188

1.969

+ 11,1

Fernwärme

Mio. kWh

624

570

+ 9,4

Trinkwasser

Mio. m3

16,1

16.3

- 1,2

Fahrgäste

Mio.

38

35

+ 7,2

 

Platz eins in der Kundenzufriedenheit

Im Verkehr konnten die Stadtwerke erneut punkten. Mit insgesamt 38 Millionen Kunden stellte das Unternehmen erneut einen Fahrgastrekord auf.  Insbesondere die Anzahl der Abo-Kunden ist um 3,8 Prozent gestiegen. Allein das GoCard-Abo erreichte bei den Münsteraner Schülern eine Steigerung von über 20 Prozent.

In der jährlich deutschlandweit erhobenen TNS-Infratest-Umfrage bewerteten die Münsteraner zudem die Leistungen im Busverkehr mit „sehr gut“, das ist der deutschlandweite Spitzenplatz bei der Kundenzufriedenheit. Hier erreichten die Stadtwerke Münster 2012 das beste Ergebnis seit ihrer ersten Teilnahme an der Umfrage vor 14 Jahren.

Mehr Kunden im Münsterland

Trotz erhöhter Wechselbereitschaft bei den Kunden und verstärkten Aktivitäten von Mitbewerbern konnten die Stadtwerke in Münster ihren hohen Marktanteil von über 92 Prozent im Strommarkt erfolgreich verteidigen. Insbesondere konnte die positive Wahrnehmung der Stadtwerke im Münsterland weiter ausgebaut werden. „In der Region gelang es uns, bis Ende 2012 fast 8.000 Kunden zu gewinnen“, so Dr. Müller-Tengelmann. Ende März 2013 bezogen bereits knapp 9.000 Kunden im Münsterland Strom von den Stadtwerken Münster.

Umweltaspekt Busse

„Wir haben uns eine nachhaltige CO2-Senkung auf die Fahnen geschrieben. Dazu tragen einerseits die gestiegenen Fahrgastzahlen bei. Andererseits modernisieren wir stetig unseren Fuhrpark“, bilanziert Dr. Andreas Hoffknecht, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. „Die beiden im Sommer 2012 neu angeschafften Gelenkbusse mit seriellem Hybridantrieb können die CO2-Bilanz gegenüber dieselgetriebenen Gelenkbussen um 20 Prozent verbessern.“

Ökologie: Zuwachs bei erneuerbaren Energien

Ihr strategisches Ziel, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, haben die Stadtwerke Münster in 2012 weiter umgesetzt. An den neuen Windenergie-Standorten Münster-Wolbeck und Löningen produzieren acht Windenergieanlagen jährlich rund 34,2 Mio. kWh Ökostrom und versorgen jährlich 9.800 Durchschnittshaushalte. Damit alleine entlasten die Stadtwerke Münster die Umwelt um jährlich etwa 24.700 Tonnen CO2. Im Rahmen der Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Green GECCO GmbH & Co. KG wurde in 2012 jeweils ein Windpark im nordrhein-westfälischen Titz und in Hörup in Schleswig-Holstein in Betrieb genommen.

Ökostrom boomt

Besonders positiv hat sich in 2012 das Segment Ökostrom entwickelt. Mit einer Wachstumsrate von über 35 Prozent ist die Kundenzahl in 2012 weiter gestiegen. Noch deutlicher stieg die abgesetzte Menge: mit über 70 Prozent liegt diese jetzt bei mehr als 80 Mio. kWh.

Ausblick 2013

Die Jahresinnovation: PlusCard mit intelligenten Funktionen


Die Stadtwerke Kundenkarte PlusCard wurde im März 2013 um die erste intelligente Funktion eines elektronischen Bustickets (eTicket) erweitert. Dieses Ticket entwickelte sich  bereits kurz nach der Einführung zum Erfolgsschlager: Aktuell nutzen über 8.000 Kunden das 90 MinutenTicket. Im September 2013 wird das zweite elektronische Ticket eingeführt werden: Mit dem FlexAbo erhält der Fahrgast ein Abo mit zeitflexiblem Tarif, das Busfahren in der Woche nach 8 Uhr preislich besonders attraktiv macht. Die PlusCard soll neben der Funktion des elektronischen Bustickets zukünftig für das bargeldlose Parken in den Parkhäusern der Westfälischen Bauindustrie GmbH (WBI) genutzt werden können. Darüber hinaus gibt es eine Zusammenarbeit mit der Taxizentrale Münster, die als ersten Schritt bereits ab 2013 eine bargeldlose Abwicklung der Taxibusnutzung über die PlusCard anstrebt.

Im Fokus: Dezentrale Stromerzeugung

Schwerpunkt bei der Stromerzeugung in den nächsten Jahren wird der Umbau der Energieerzeugung in und außerhalb von Münster sein. Neben dem massiven Ausbau erneuerbarer Energien prüfen die Stadtwerke zurzeit die Möglichkeiten, an dezentralen Standorten im Stadtgebiet von Münster bis zu 40 MW mit Groß-Blockheizkraftwerken (BHKW) zu realisieren. “Wir kombinieren erneuerbare Energien mit klimafreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung, so sieht die praktizierte Energiewende vor Ort aus“, erläutert Dr. Hoffknecht die Strategie der Stadtwerke Münster.

Erfreulich: Konzessionsgewinn Münster

Nach fast 20 Jahren wurden im Frühjahr 2013 die Konzessionsverträge für die Strom- und Gasversorgung Münsters von der Stadt Münster neu ausgeschrieben. Die Stadtwerke Münster setzten sich in dem gesetzlich genau geregelten und transparenten Verfahren durch. Ziel der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft, die das Netz von den Stadtwerken Münster gepachtet hat, ist es, die Strom- und Gasnetze in Münster effizient zu betrieben und die Herausforderungen der Energiewende für den Netzbetrieb engagiert anzugehen.