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Aktuelle Pressemitteilungen - Bereich Unternehmen

Darüber, dass der Umbau des Flechtheimspeichers im Budget geblieben ist, freuen sich Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster (l.), und Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster.

30.10.2015

Münsters Hafen um ein Schmuckstück reicher: Mieter ziehen in den Flechtheimspeicher

Umbau innerhalb des Budgets beendet

Seit einigen Wochen ziehen nach und nach die neuen Mieter in ihre Büros im Flechtheimspeicher ein. Für die Stadtwerke Münster markiert das das Ende einer zweieinhalb Jahre langen Bauphase. Für Dr. Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke, ist dies der erfolgreiche Schlusspunkt einer langen Vorlaufzeit: „Angesichts der langen Verzögerungen aufgrund zweier siegreicher Architektur- und Nutzungskonzepte – Büro und Archiv versus oteHoHoHotel - war es für uns im Jahr 2008 nicht klar, ob wir den Flechtheimspeicher überhaupt erhalten können. Umso mehr freuen wir uns, dass sich unsere Beharrlichkeit jetzt mit dem renovierten Speicher ausgezahlt hat.“

Seit Frühjahr 2013 hat das Unternehmen den alten Getreidespeicher an der Hafenkante umgebaut. „Der Umbau von denkmalgeschützter Substanz ist eine große Herausforderung und deutlich aufwändiger als ein moderner Neubau. Für den Umbau hatten wir ein Budget von rund 13,4 Millionen Euro eingeplant, das auch eingehalten wurde.“, erklärt Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke.  Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Innen sind moderne Arbeitsplätze entstanden außen wurde die hafentypischen roten Ziegelfassaden erhalten.

80 Prozent der Flächen vermietet

Dr. Henning Müller-Tengelmann freut sich über den Erfolg des Konzepts: „Der Flechtheimspeicher kommt gut an: Bereits 80% der Flächen sind vermietet und bezogen.“ Insgesamt sind im Speicher 4.800 Quadratmeter Bürofläche entstanden.

Im Flechtheimspeicher hat sich eine breite Mischung von Kreativ- und Dienstleistungsunternehmen niedergelassen und langjährige Mietverträge unterzeichnet. Als erster Mieter ist bereits 2014 das Wolfgang-Borchert-Theater eingezogen. 2015 folgten acht Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit & Medizin, IT-Dienstleistung, Werbung & Kommunikation sowie Beratung. Drei Büroflächen sind noch nicht vermietet. Neben den Büroflächen sind außerdem etwa 2.300 Quadratmeter Archivfläche im Speicher geschaffen worden, die bereits zu etwa zwei Dritteln vermietet sind. Dr. Henning Müller-Tengelmann: „Insbesondere angesichts des großen Wettbewerbs an Gewerbeflächen im Hafenumfeld freuen wir uns über die schnelle Vermietung. Für die noch offenen Flächen gibt es zwar bereits Interessenten, wer Interesse hat, kann sich aber weiterhin an uns wenden.“

Umbau im Denkmal
Besonders im ehemaligen Rhenusspeicher wurde während des Umbaus viel Beton bewegt. Dort befanden sich über mehrere Stockwerke Getreidesilos, eine herkömmliche Etagenstruktur war nicht vorhanden. „Wir haben etwa 500 Kubikmeter Beton aus dem Gebäude geholt und mit 1.900 Kubikmetern Beton neue Geschosse eingezogen“, erklärt Dr. Dirk Wernicke. Gleichzeitig erinnern die Schütten in der Decke des Erdgeschosses weiterhin an die Zeit, als noch Getreide im Hafen lagerte. Auch im Flechtheimspeicher sind die Bauelemente aus alter Zeit noch erkennbar. Gusseiserne Stützen und massive Holzbalken sowie alte Türen prägen dortigen Büros.

Umfangreiche Arbeiten waren im Theatersaal nötig: Für freie Sicht auf die Bühne mussten die bisherigen Stützen in der Mitte des Raumes entfernt und diejenigen an den Seiten verstärkt werden. „Sowohl für den Theaterbetrieb als auch für alle weiteren Mieter haben wir immer individuell passende Lösungen gefunden und umgesetzt“, unterstreicht Wernicke die Bemühungen der Stadtwerke, das Arbeiten im Speicher zu etwas Besonderem zu machen.

Denkmalschutz ausgeweitet
Das Gebäude-Ensemble besteht aus dem ursprünglichen Flechtheimspeicher, errichtet um 1900, der schon bisher denkmalgeschützt war. Er steht als einer der wenigen noch erhaltenen historischen Industriebauten in Münster als Beleg für die wirtschaftliche Entwicklung Münsters zu Anfang des 20. Jahrhunderts.  Der in den 1930er Jahren direkt an das bestehende Gebäude angebaute Rhenusspeicher war bisher nur als erhaltenswert eingestuft. Da das modernisierte Bauwerk unter dem Namen Flechtheimspeicher nun eine Einheit bildet, haben die Stadtwerke das komplette Gebäude-Ensemble unter Denkmalschutz stellen lassen.

Hintergrund Flechtheimspeicher
Der eigentliche Flechtheimspeicher steht entlang der Hafenkante und wurde um 1900 als Getreidespeicher von der Firma Flechtheim errichtet. Die international tätige Firma M. Flechtheim und Comp. zählte zu damaliger Zeit zu einer der größten Unternehmen im Getreidehandel. Der fünfgeschossige Mauerwerksbau mit gusseisernen Mittelstützen hat eine Geschosshöhe von 3,10 bis 3,80 Meter. Jedes Geschoss hat in etwa eine Fläche von etwa 280 Quadratmeter, es ergibt sich eine Gesamtnutzfläche von circa 1.580 Quadratmetern.

Der ehemals als Rhenusspeicher bekannte Anbau wurde 1939 als Getreide-Silospeicher errichtet und schließt direkt an den Flechtheimspeicher an. Der neungeschossige Stahlbetonskelettbau mit einer Klinkerverblendung hat eine Geschosshöhe von 3,10 bis 4,00 Meter. Jedes Geschoss hat in etwa eine Fläche von circa 900 Quadratmeter, insgesamt ergibt sich eine Gesamtnutzfläche von etwa 7.200 Quadratmeter.

Beide Speicher gehörten seit 1939 der Firma Rhenus. Nach Ablauf der Erbbaurechtsverträge gingen die Gebäude 1999 in den Besitz der Stadtwerke Münster über, Rhenus blieb Mieter. Im Jahr 2007 endete auch das Mietverhältnis durch die Firma Rhenus, 2013 haben die Stadtwerke mit dem Umbau begonnen.