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Aktuelle Pressemitteilungen - Bereich Unternehmen

12.03.2012

In historische Speicher am Hafen sollen Archiv und Büros einziehen – auch Platz für Theater und Ausstellungen

Stadtwerke-Aufsichtsrat hat entschieden/ Planungen beginnen umgehend

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster hat in seiner heutigen Sondersitzung über die weitere Nutzung des Flechtheim-/Rhenus-Speichers am Hafen entschieden: Die teilweise denkmalgeschützten Speicher am südlichen Hafenbecken werden zu Archiv- bzw. Büroräumen umgebaut. Der Aufsichtsrat folgt damit der Empfehlung des städtischen Planungsausschusses. Die Pläne über einen Umbau zu einem Hotel werden nicht weiterverfolgt. Mit der heutigen Entscheidung ist verbunden, dass die Stadtwerke weiterhin Grundstücks- und Gebäudeeigentümer bleiben.

„Wir würden uns freuen, wenn in den historischen Gebäuden auch Platz für Theater und Ausstellungen entstehen würde“, so Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. „Dazu  werden wir parallel mit Hendrik Snoek über den Umzug des Wolfgang-Borchert-Theaters verhandeln und streben an, diese Vereinbarung kurzfristig abzustimmen.“ Zudem werden die Stadtwerke mit dem Sieger-Architekten Jörg Preckel die bauliche Umsetzung von Ausstellungsflächen im Erdgeschoss der Speicher prüfen.

Für die Archiv- und Büroflächen in den mehrgeschossigen Gebäuden suchen die Stadtwerke Mieter. Das Unternehmen würde begrüßen, diesbezüglich mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) handelseinig zu werden.

Die Stadtwerke leiten nach der heutigen Entscheidung des Aufsichtsrates umgehend das Baugenehmigungsverfahren ein und hoffen, spätestens Anfang nächsten Jahres mit dem knapp zwei Jahre dauernden Umbau beginnen zu können. Die Sanierung wird rund zehn Millionen Euro kosten.

Fakten zu den Stadtwerke-Speichern am Hafen

Der Flechtheimspeicher
Der sogenannte Flechtheimspeicher wurde um 1900 als Getreidespeicher von der Firma Flechtheim errichtet. Die international tätige Firma M. Flechtheim und Comp. zählte zur damaligen Zeit zu einer der größten Unternehmen im Getreidehandel.

Zum Bauwerk:

  • fünf-geschossiger Mauerwerksbau mit gusseisernen Mittelstützen
  • Geschosshöhe von ca. 3,10 Meter bis 3,80 Meter
  • Gesamtquadratmeterfläche: rund 1.720 m²

Der Flechtheimspeicher steht unter Denkmalschutz, da er als einer der wenigen noch erhaltenen historischen Industriebauten in Münster als Beleg für die wirtschaftliche Entwicklung Münsters zu Anfang des 20. Jahrhunderts steht.

Der Rhenus-Speicher
Der Rhenus-Speicher wurde 1939 als Getreide-Silospeicher errichtet und schließt direkt an den Flechtheimspeicher an. Er gilt als hafentypisch und erhaltenswert.

Zum Bauwerk:

  • neun-geschossiger Stahlbetonskelettbau mit einer Klinkerverblendung
  • Geschosshöhe von ca. 3,10 Meter bis 4,00 Meter
  • Gesamtfläche: 10.900 m²
  • im Gebäude befinden sich insgesamt 53 Betonsiloschächte

Gesamter Gebäudekomplex
Beide Speicher gehörten seit 1939 der Firma Rhenus. Die Grundstücke des Speicherkomplexes wurden lt. Grundbucheintragung im Jahr 1968 in das Eigentum der Stadtwerke Münster gestellt. Die Firma Rhenus hatte zunächst ein Erbbaurechtsvertrag. Nach Beendigung dieses Vertrages im Jahr 1996 wurde die Stadtwerke GmbH auch Eigentümerin der Gebäude. Anschließend blieb die Fa. Rhenus Mieterin bis 2007. Seit diesem Zeitpunkt steht der Gebäudekomplex leer.