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Aktuelle Pressemitteilungen - Gesamt

25.02.2015

Stadtwerke initiieren Genossenschaft „UNSERE MÜNSTER-ENERGIE“

Bürger können sich wieder finanziell an erneuerbaren Energien beteiligen

Drei neu errichtete Windenergieanlagen in den Stadtteilen Münster-Roxel und Münster-Amelsbüren bilden das jüngste Projekt der Stadtwerke Münster zum Ausbau  erneuerbarer Energien. Damit die Bürger die Energiewende in ihrer Region aktiv unterstützen und auch wieder finanziell davon profitieren können, hat das Unternehmen die Gründung der Genossenschaft „UNSERE MÜNSTER-ENERGIE“ initiiert. „Wir geben die neuen Windenergieanlagen komplett in Bürgerhand“, erklärt Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. Gleichzeitig bleiben die Stadtwerke mit der Genossenschaft verbunden: „Wir sind weiterhin für die technische Betriebsführung  der Anlagen verantwortlich“, erläutert Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. „Dieses Modell können wir uns für weitere Standorte in Münster vorstellen. Wir sind da noch nicht am Ende.“

Mitglied werden ab Donnerstag, 26. Februar, 8 Uhr

Den Vorstand der neuen Genossenschaft „UNSERE MÜNSTER-ENERGIE eG“ bilden Dr. Veit Christoph Baecker und Manfred Andresen (Informationen zu den Personen s.u.).  Die Investitionskosten von rund 12 Millionen Euro für die drei neuen Windenergieanlagen finanziert die Genossenschaft zu einem Viertel aus Mitgliedschaftsanteilen und Nachrangdarlehen. Ab Donnerstag, 26. Februar, 8 Uhr, können Bürger Mitglied in der neuen Genossenschaft werden und unter www.unsere-muenster-energie.de online Anteile zeichnen. Interessierte finden auf dem Portal Antworten auf viele weitere Fragen. Flyer mit Informationen zur Genossenschaft  liegen im ServiceCenter der Stadtwerke am Hafenplatz und im CityShop in der Innenstadt  bereit.

Mitglieder haben Mitbestimmungsrecht

Für  500 Euro kann man einen Genossenschaftsanteil erwerben. Zeichnungsberechtigt sind  natürliche Personen, soweit sie volljährig sind, und juristische Personen. Die Mitglieder der Genossenschaft sind nicht nur finanziell an der Gesamtentwicklung  beteiligt, sondern haben auch  Mitbestimmungsrechte. Dabei hat jedes Mitglied eine Stimme, unabhängig von der Höhe der Beteiligung. „Die Genossenschaft ist demokratisch organisiert“, erklärt Vorstandsmitglied Dr. Veit Baecker. „Sie wird von ihren Mitgliedern mit Leben gefüllt. Gleichzeitig sind alle Mitglieder quasi ‚Mitbesitzer‘ dreier Windenergieanlagen.“

Um möglichst vielen Bürgern eine Beteiligung an der Genossenschaft zu ermöglichen, ist die Zeichnung im Internetportal zunächst auf maximal zehn Anteile begrenzt. Wer darüber hinaus weitere Anteile zeichnen möchte, kann dies beim Zeichnungsprozess auf der Internetseite www.unsere-muenster-energie.de eintragen und damit vormerken. Der Vorstand der Genossenschaft wird die Wünsche prüfen und der Nachfrage und den Möglichkeiten entsprechend freigeben.

Zielausschüttung mit Windertragsgutachten prognostiziert, aber nicht garantiert

Die angestrebte, aber nicht garantierte Zielausschüttung  beträgt 3,5 Prozent im Jahr. Anfangs wird es aufgrund der Bildung von Rückstellungen voraussichtlich keine Ausschüttung geben, die weitere Ausschüttung ist von den Erträgen der Genossenschaft abhängig. „Die Stadtwerke haben zwei unabhängige Windertragsgutachten erstellen lassen, um ein Risiko für unsere Mitglieder so gering wie möglich zu halten“, erklärt Vorstandsmitglied Manfred  Andresen. „Die angestrebte Zielausschüttung wurde auf Basis dieser Gutachten errechnet“, so Andresen weiter. „Darüber hinaus profitieren die Anlagen die nächsten 20 Jahre von einer garantierten Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dennoch ist die Ausschüttung nicht garantiert, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem natürlich dem Wind.“ Eine Entscheidung über die Höhe der Ausschüttung wird in der jährlichen Mitgliederversammlung  der Genossenschaft getroffen werden.

Neben der Mitgliedschaft in der Genossenschaft können sich Bürger - wahrscheinlich  ab diesem Frühjahr - auch über ein sogenanntes qualifiziertes Nachrangdarlehen an den drei Windenergieanlagen beteiligen. Die Kapitalanlage hat eine Gesamtlaufzeit von 20 Jahren, wobei nach zehn Jahren eine Kündigung möglich ist. Das Nachrangdarlehen ist in den ersten zehn Jahren mit 2,5 Prozent pro Jahr verzinst, ab dem elften Jahr mit vier Prozent. Nachrangdarlehen können dann ebenfalls über die Internet-Plattform www.unsere-muenster-energie.de gezeichnet werden. Der genaue Zeichnungsstart wird noch bekannt gegeben.


Hintergrundinformationen

Die Vorstände der Genossenschaft „UNSERE MUENSTER-ENERGIE eG“

Manfred Andresen
Manfred Andresen (66) war bis zu seiner Pensionierung bei der ehemaligen Westdeutschen Landesbank als Kundenbetreuer für öffentliche Kunden zuständig. In seinem Ruhestand engagiert er sich ehrenamtlich als Schatzmeister des Westfälischen Heimatbundes beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie im Beirat der städtischen Buschmann-Stiftung in Münster. Manfred Andresen wohnt in Dülmen, er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Dr. Veit Christoph Baecker

Dr. Veit Christoph Baecker (48) arbeitet als selbständiger Journalist und Berater in Münster. In den Jahren 2000 bis 2013 war er als Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster tätig. Die Entwicklung der Stadtwerke Münster hat Dr. Veit Christoph Baecker intensiv begleitet sowie die Diskussion um erneuerbare Energien und Bürgerbeteiligungsmodelle aktiv mitgestaltet. Er wohnt in Münster-Gievenbeck, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

 

Die drei neuen Windenergieanlagen im Überblick:

  • Typ/Hersteller: N117/Nordex
  • Gesamthöhe je Anlage: 149,5 Meter
  • Rotordurchmesser je Anlage: 117 Meter
  • Jahresstromerzeugung insgesamt: 14,7 Millionen Euro Kilowattstunden
  • Installierte Leistung je Anlage: 2,4 Megawatt
  • Versorgte Durchschnittshaushalte: insgesamt rund 4.200 im Jahr
  • CO2-Einsparung: insgesamt rund 11.450 Tonnen im Jahr