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Aktuelle Pressemitteilungen - Gesamt

09.04.2013

Denkmal erwacht zu neuem Leben

Flechtheim- und Rhenusspeicher am Hafen werden umfangreich saniert -  Bauvorbereitungen für neue Nutzungen laufen an

Seit nunmehr sieben Jahren steht der teilweise denkmalgeschützte Flechtheim- und Rhenusspeicher am Hafen leer. Früher als Getreidespeicher genutzt, wartet er seit dieser Zeit auf eine neue Nutzung. Bald soll das Warten ein Ende haben und neues Leben in die beiden Gebäudeteile einziehen.

Seit Februar 2013 haben bauvorbereitende Maßnahmen stattgefunden. So wurden alte Förderbänder und Maschinen entfernt. Ab April 2013 werden beide Gebäudekomplexe entkernt, ab Sommer 2013 beginnt der Umbau: Die vorhandene Fassade wird saniert und das Innere der Gebäudekomplexe in den Rohbauzustand versetzt. Anschließend werden beide Gebäude anhand der zukünftigen Nutzungskonzepte hergerichtet.

Die Stadtwerke Münster rechnen mit einer Umbauzeit von circa 18 Monaten und erwarten eine komplette Fertigstellung im vierten Quartal 2014 bzw. im ersten Quartal 2015. „Mit dem Speicherumbau starten wir den Auftakt zum Strukturwandel auf der Hafen-Südseite. Die Sanierung wird den hafentypischen Charakter dieser sehenswerten Gebäude erhalten und unterstreichen“, so Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster.

Die Umbaukosten werden derzeit mit über 10 Mio. Euro veranschlagt. Eine genaue Bezifferung hängt auch mit den Ausstattungswünschen der Mieter zusammen.

Flexible Grundrisse ermöglichen vielerlei Nutzungen
Die Art und der Umfang der neuen Nutzungen stehen fest. Mit insgesamt 3.500 Quadratmetern steht der größte Teil der neu zu vermietenden Bruttogeschossfläche für Büros zur Verfügung. Ab einer Größe von 300 m² sind hier sämtliche Bürogrößen mit flexiblen Grundrissen denkbar. Dabei können die Mieter derzeit noch mitentscheiden, wie gebaut und welcher Ausstattungsstandard realisiert werden soll. Die Höhe der Büromieten wird sich - entsprechend der exponierten Lage - am Mietniveau im Hafengebiet orientieren. Rund 2.500 Quadratmeter stehen im Rhenusspeicher für Archivräume zur Verfügung. Hier ist eine großräumige, aber auch eine kleinteilige Vermietung denkbar.

Interessierte Mieter können sich ab sofort melden. Bereits jetzt laufen viele Voranfragen, so dass die Stadtwerke insgesamt mit einer hohen Nachfrage rechnen.

Kultur zieht ein
Mit dem Wolfgang-Borchert-Theater zieht auch kulturelles Leben in den Flechtheim- und Rhenusspeicher ein. Auf circa 1.500 Quadratmeter Fläche entsteht im Erdgeschoss und im Untergeschoss des alten Rhenusspeichers eine Bühne mit Zuschauerraum sowie im Erdgeschoss des Flechtheimspeichers ein Theater-Cafe. Außerdem wird es einen Multifunktionsbereich im Erdgeschoss von circa 400 Quadratmetern geben. Dieser kann zum Beispiel als Ausstellungsfläche oder als Seminarraum für Workshops dienen.

„Die Mischnutzung aus Archiv, Theater und hochwertigen Büros nimmt auf die Gebäudestruktur Rücksicht und respektiert ihr äußeres Erscheinungsbild. Modische Architekturgags verbieten sich an so einer Stelle. Die Gebäude sind seit Jahrzehnten stadtbildprägend und bilden den Auftakt des Hafenbeckens“, so Architekt Jörg Preckel vom Architekturbüro Pfeiffer, Ellermann und Preckel.

Historische Fakten

Der Flechtheimspeicher

Der sogenannte Flechtheimspeicher wurde um 1900 als Getreidespeicher von der Firma Flechtheim errichtet. Die international tätige Firma M. Flechtheim und Comp. zählte zu damaliger Zeit zu einer der größten Unternehmen im Getreidehandel.

Die wichtigsten Fakten zum Gebäude:

  • fünfgeschossiger Mauerwerksbau mit gusseisernen Mittelstützen
  • Geschosshöhe von ca. 3,10 Meter bis 3,80 Meter
  • jedes Geschoss hat in etwa eine Fläche von circa 280 Quadratmeter
  • es ergibt sich eine Gesamtnutzfläche von circa 1.580 Quadratmeter.

Der Flechtheimspeicher steht unter Denkmalschutz, da er als einer der wenigen noch erhaltenen historischen Industriebauten in Münster als Beleg für die wirtschaftliche Entwicklung Münsters zu Anfang des 20. Jahrhunderts steht.

Der Rhenus-Speicher
Der Rhenus-Speicher wurde 1939 als Getreide-Silospeicher errichtet und schließt direkt an den Flechtheimspeicher an.

Die wichtigsten Fakten:

  • neungeschossiger Stahlbetonskelettbau mit einer Klinkerverblendung
  • Geschosshöhe von ca. 3,10 Meter bis 4,00 Meter
  • jedes Geschoss hat in etwa eine Fläche von circa 900 Quadratmeter
  • insgesamt ergibt sich eine Gesamtnutzfläche von circa 7.200 Quadratmeter
  • im Gebäude befinden sich insgesamt 53 Betonsiloschächte.

Der Gebäudekomplex
Beide Speicher gehörten seit 1939 der Firma Rhenus. Nach Ablauf der Erbbaurechtsverträge gingen die Gebäude 1999 in den Besitz der Stadtwerke Münster über, die Firma Rhenus blieb Mieter. Im Jahr 2007 endete auch das Mietverhältnis durch die Firma Rhenus. Der Gebäudekomplex steht seit dem leer.

Bildunterschriften:
Bild 1:

Bereiten die Speichergebäude am Hafen für neue Mieter vor: Dr. Henning Müller-Tengelmann, kfm. Geschäftsführer Stadtwerke Münster, und Architekt Jörg Preckel (v.l.n.r.).

Bild2:
So soll der Speicherkomplex nach den Plänen des Architekturbüros Pfeiffer, Ellermann und Preckel nach dem Umbau aussehen.