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Aktuelle Pressemitteilungen - Bereich Energie

Treiben Energiewende in Münster durch die Inbetriebnahme des Elektrodenkessels der Stadtwerke Münster voran: (v. l.) Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer, Gerhard Joksch, Aufsichtsratsvorsitzender und Markus Bieder, Leiter der Fernwärme- und Stromerzeugung.

Treiben Energiewende in Münster durch die Inbetriebnahme des Elektrodenkessels der Stadtwerke Münster voran: (v. l.) Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer, Gerhard Joksch, Aufsichtsratsvorsitzender und Markus Bieder, Leiter der Fernwärme- und Stromerzeugung.

Die Leistung des Elektrodenkessels beträgt 22 MW, die als Sekundärregelleistung bereitgestellt wird.

01.02.2016

Elektrodenkessel treibt Energiewende in Münster voran

Neue Anlage am Hafen speichert überschüssigen Strom als Wärme

Etwa fünf Tonnen wiegt der Elektrodenkessel, den die Stadtwerke Münster am Hafen in Betrieb genommen haben. Mit dieser technischen Innovation begegnen die Stadtwerke dem zeitweise entstehenden Stromüberangebot aus erneuerbaren Energien, deren Erzeugung je nach Wetterlage unterschiedlich ist. Diese Schwankungen im Stromnetz können mit Hilfe von kurzfristig zuschaltbaren Verbrauchern wie dem Elektrodenkessel ausgeglichen werden.

Grünen Strom auch bei Überangebot nutzbar machen
Die neue Anlage in Münster nutzt den überschüssigen Strom, um Wasser für die lokale Fernwärmeversorgung zu erhitzen. „Die Inbetriebnahme des Elektrodenkessels ist ein weiterer Beitrag der Stadtwerke zur Energiewende in Münster“, erklärt Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. „Er ermöglicht es uns, die vom Wetter abhängige Einspeisung  von erneuerbaren Energien intelligent in unser Fernwärmesystem zu integrieren und so zeitversetzt nutzbar zu machen“.

Die Anlage funktioniert dabei wie ein großer Tauchsieder mit einer Leistung von 22 Megawatt. Installiert wird die Anlage im bereits bestehenden Wärmespeicher, der an das Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk (GuD-HKW) der Stadtwerke angeschlossen ist.

In ihrem GuD-HKW erzeugen die Stadtwerke Münster Strom und Fernwärme in Kraft-Wärme-Kopplung. Seit 2007 gibt es ergänzend den Wärmespeicher. Früher noch ein Kohlebunker, können dort heute bis zu acht Millionen Liter Fernwärmewasser gespeichert und später an die Münsteraner Fernwärme-Kunden abgegeben werden. „Der Elektrodenkessel wird betrieblich in das Kraftwerk integriert, so dass wir für die Fernwärme-Erzeugung immer dann grünen Strom nutzen können, wenn ein Überangebot im Netz besteht“, sagt Markus Bieder, Leiter der Fernwärme- und Stromerzeugung der Stadtwerke. „Dabei profitieren wir besonders von der bereits vorhandenen Infrastruktur des Wärmespeichers, die den Elektrodenkessel erst sinnvoll nutzbar macht.“

Sekundärregelleistung für wirtschaftlichen Betrieb
Der Elektrodenkessel kann in 30 Sekunden aktiviert werden, innerhalb von fünf Minuten erreicht er seine volle Leistung. Das heißt, dass er sogenannte Sekundärregelleistung bereitstellt. Dafür erhalten die Stadtwerke Münster eine Vergütung, so dass die Investition in Höhe von 1,7 Millionen Euro nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Stabilität der Stromnetze
Um die Stabilität der Stromnetze in Deutschland kümmern sich die vier Übertragungsnetzbetreiber. Sie sorgen dafür, dass Einspeisung und Verbrauch im Verbundnetz sich immer die Waage halten. Stünden Anlagen wie der Elektrodenkessel nicht zur Verfügung, müssten die Übertragungsnetzbetreiber umweltfreundliche Stromerzeuger wie Windparks oder Solaranlagen bei hoher Einspeisung herunterregeln, um eine stabile Stromversorgung sicherzustellen.

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