Mit dem Bus zur Skulptur

Veröffentlicht von am 08.06.2017 (3 Kommentare)
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Viele Skulpturen befinden sich rund um das LWL-Museum

Mehrere hunderttausend Gäste erwartet die Stadt während der Skulptur-Projekte, die vom 10. Juni bis zum 1. Oktober 2017 in Münster stattfinden. 35 Künstler internationalen Rangs schaffen Skulpturen – einfach so, nicht im Museum, sondern meist unter freiem Himmel, frei zum Anschauen.

Viele Kunstwerke befinden sich dieses Mal im Innenstadtbereich. Wo genau – und wie ihr per Bus zu den Skulpturen kommt, die etwas weiter weg sind – lest ihr hier.

Skulpturen im Netzplan

Ein Ausdruck des interaktiven Liniennetzplans

Wer erstmal grob schauen will, wo die Skulpturen liegen, der wird bei uns im interaktiven Liniennetzplan fündig. Dort sind alle Standorte eingezeichnet und ihr sehr auf einen Blick die nächsten Haltestellen. Auch in der Fahrplanauskunft werden die Kunstwerke zu finden sein.

Viel spielt sich rund um das LWL-Museum am Domplatz und in der Innenstadt ab, die Skulpturen dort sind auch zu Fuß oder per Leeze gut zu erkunden. Dabei helfen Euch die Bushaltestellen aber trotzdem weiter. In den Umgebungsplänen der an den Skulpturen gelegenen Haltestellen findet ihr den Standort des Kunstwerks eingezeichnet, auf dem Boden weisen Markierungen den Weg.

Am Hafen kann man übers Wasser gehen!

Wer aber nicht nur in der Innenstadt bleiben möchte und noch die Skulpturen am Pumpenhaus, bei Haus Kump nahe Mecklenbeck, am Fernmeldeturm und in Berg Fidel besuchen will, der steigt für die ein oder Fahrt vielleicht bei uns ein. Dann bekommt ihr über die Haltestellenansage einen Hinweis auf die Skulpturen am nächstgelegenen Stopp.

Dafür hat eine Kollegin die Namen der Haltestelle und einen Hinweis auf die Skulptur eingesprochen. Vorher hat sie übrigens noch länger mit den Organisatoren der Skulptur-Projekte telefoniert, um die richtige Aussprache und Betonung aller Namen zu kennen. Das gilt natürlich auch für die spektakuläre Skulptur am Hafen, wo Ayşe Erkmen ihre Besucher übers Wasser des Hafenbeckens laufen lässt.

So hört sich die Durchsage dann an:


Das richtige Ticket

Die münstercard gibt es in der gleichnamigen App

Wer sich etwas auf seinen Münster-Aufenthalt vorbereiten möchte, kann sich übrigens das 90 MinutenTicket schon jetzt nach Hause bestellen oder in Münster die prepaid-Version einfach aus dem Ticketautomaten ziehen. Für größere Gruppen lohnt sich auch das TagesTicket 5 Personen, das es in den Automaten und Vorverkaufsstellen günstiger als beim Fahrer gibt.

Wer mehr als nur Skulpturen sehen will, für den ist die münstercard geeignet. Damit sind nicht nur Bus und Bahn inklusive, sondern auch Räderverleih, Stadtrundfahrt und der Eintritt in viele Museen.

Unsere Skulptur-Tipps aus 40 Jahren Skulptur-Projekte

Seit 1977 finden die Skulptur-Projekte alle zehn Jahre statt. Etwa 40 Kunstwerke sind in Münster geblieben, darunter auch einige, die inzwischen stadtbekannt sind. Wusstet ihr, dass zwei Bushaltestellen Skulpturen sind?

„Bus Shelter IV“ von Dennis Adams (Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser)

1987 hat Dennis Adams die Wartehäuschen am Aegidiimarkt in Fahrtrichtung Krummer Timpen für die Linien 1, 9, 11, 12, 13 und 22 umgestaltet (ursprünglich stand die Skulptur am Domplatz und ist 1998 an den jetzigen Standort umgezogen). Vielleicht sind Euch schon einmal die ungewöhnlichen Motive in den Glaskästen dort aufgefallen. Es sind Fotografien aus dem Prozess gegen den SS-Kriegsverbrecher Klaus Barbie, der 1987 in Frankreich vor Gericht stand.

Zehn Jahre später hat der Däne Per Kirkeby die Haltestelle Schlossplatz (Linien 1 und 9) in eine 50 Meter lange Ziegelsteinmauer integriert. Die Wand trennt den damaligen Schulhof des Stein-Gymnasiums von der vielbefahrenen Straße, in der Haltestelle gibt es allerdings Fenster, die die beiden Räume verbinden.

Die Skulpturen und die Straßenbahn

Auch an der Arbeit von Rémy Zaugg kommen tagtäglich Busse vorbei. Er hat die schon 1912 aufgestellten Skulpturen „Knecht mit Pferd“ und „Magd mit Stier“ zur Ausstellung 1987 wieder ihrer eigentlichen Funktion zugeführt. Ursprünglich sollten sie am Ludgeriplatz die nach Münster kommenden Bauern und Handelsleute begrüßen – zwischen ihnen fuhren auch die Straßenbahnen durch. In den 1960er Jahren wurden sie dann an den Rande des Kreisels verbannt. Auf ihrem neuen Platz direkt an der Einmündung der Hammer Straße fahren die Linien 1 und 9 direkt darauf zu, viele weitere daran vorbei – auch wenn es sich noch nicht eingebürgert hat, dass die Busfahrer Knecht und Magd grüßen.

Die Kugeln gehören seit 1977 zu Münster (Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / „Münster, Park am Aasee“ / CC BY-SA 4.0)

Die Giant Poolballs von Claes Oldenburg (1977) sowie der Pier von Jorge Pardo (1997) am Aasee, die Lichter in den Körben der Lambertikirche, die Lothar Baumgarten dort 1987 als Mahnung installiert hat, oder die Paul-Wulf-Skulptur von Silke Wagner am Servatiiplatz (2007) gehören inzwischen natürlich schon so fest zu Münster wie Fahrrad und Regen. Und wer am Domplatz mal ein stilles Örtchen benötigt, erfährt dank Hans-Peter-Feldmanns WC-Aufwertung von 2007 auch den praktischen Nutzen der Skulptur-Projekte…

 

3 Kommentare

  1. Andi
    19. Juni 2017

    Hier eine kleine Info:

    mit der Einführung des RBL 1997 wurden nach jedem Fahrplanwechsel die neuen oder veränderten Haltestellennamen von Helga Bayertz gesprochen. Selbst Änderungen bei Sonderansagen, z.B. bei den seinerzeit angebotenen CityExpress-Linien (hier wurde separat das Wort „danach“ von Helga Bayertz aufgenommen und in den schon bestehenden Text „Dieser Bus fährt ohne Halt bis“ integriert) oder anderweitige Zusätze wie „Umsteigemöglichkeit zu den Stadt- und Regionalbuslinien“ wurden grundsätzlich jährlich von Helga Bayertz neu eingesprochen. Damals hat es sich scheinbar auch bei deutlich weniger neuen Ansagen gelohnt – heute bei einem vergleichsweise großen Bedarf an neuen Namen also nicht – AHA!?

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  2. Sebastian
    11. Juni 2017

    Schade, dass dafür die professionellen Ansagen an vielen Haltestellen weichen mussten. Ebenfalls bedauerlich ist es, dass Sie seit einigen Jahren an den Haltestellenansagen sparen und statt einer professionellen Stimme wie Helga Bayerts aus Berlin, die aktuell noch die meisten Haltestellen in Münster vorliest und damit um Welten angenehmer klingt, auf eine Amateurstimme aus den eigenen Reihen für neue Haltestellen setzen.

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    • Florian Adler
      Florian Adler
      19. Juni 2017

      Hallo Sebastian,

      die professionellen Ansagen kommen nach den Skulptur-Projekten ja zurück. Für die bisher recht wenigen geänderten oder neuen Haltestellen würde es sich nicht lohnen, eine Sprecherin ins Studio zu schicken. Wir achten aber auch bei den eigenen Ansagen darauf, dass die Namen klar und deutlich zu verstehen sind.

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