Haltestellennamen: Ein Ölhafen in Münster?

Veröffentlicht von am 24.11.2020 (Keine Kommentare)
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Über 550 Haltestellennamen gibt es in Münster – und so mancher hat sich sicherlich schon gefragt, was eigentlich der Name „seiner“ Stammhaltestelle bedeutet. In dieser losen Serie erklären wir die Herkunft der Namen und – wenn es sie gibt – weitere Besonderheiten der Haltestelle.

Eine eher unbekannte Haltestelle ist der „Ölhafen“ – oder hättet ihr auf Anhieb gewusst, dass Münster neben dem bekannten Stadthafen I und Stadthafen II noch weitere Häfen hat und wo sich dieser kleine Busstopp befindet? Wir erklären es.

Hier liegt die Haltestelle

Die Linie 4 am Ölhafen

Auf ihrem Weg von und nach Gelmer fährt die Linie 4 auch die Haltestelle Ölhafen regelmäßig an. Sie liegt am Hessenweg – das ist zwischen dem Schifffahrter Damm und den Rieselfeldern. So heißt übrigens auch die nächste Haltestelle. Wer also in Münsters Vogelschutzgebiet fährt, kommt auch am Ölhafen vorbei. Nachts kommt ihr per Taxibus zur Haltestelle. 

Natürlich liegt die Haltestelle auch nah am Wasser, denn wie der Name schon verrät, geht es ja um einen Hafen. Konkret liegt der Ölhafen am Dortmund-Ems-Kanal.

Das ist der Ölhafen

Der Ölhafen

Ja, Münster hat nicht nur DEN Hafen am Albersloher Weg, den jeder kennt (lest hier 7 Geheimnisse über den Hafen, die ihr noch nicht kanntet). Vielleicht weiß auch noch jemand, dass es den Stadthafen 2, auch Petershafen genannt, gibt oder hat schon mal von den Yachthäfen am Kanal gehört. Aber sonst? Industriehäfen?

Klar, und der Ölhafen ist nur einer von mehreren. Er wird betrieben von der Westfalen-Gruppe, die dort Mineralstoffe wie eben Öl umschlägt und lagert. Dafür stehen mehrere große Tanks im Hafen.

In den Tanks lagert – na klar – Öl

Immerhin 230.000 Tonnen Mineralerzegnisse wurden dort 2018 laut der amtlichen Statistik umgeschlagen. Das ist aber nicht mal die Hälfte der insgesamt in Münster umgeschlagenen Gütermenge. Die nämlich lag bei über 600.000 Tonnen. Dieser Rest besteht zum Großteil aus knapp 100.000 Tonnen Nahrungs- und Genussmittel und fast 200.000 Tonnen landwirtschaftliche Erzeugnisse, die per Schiff von oder nach Münster transportiert wurden. Das allerdings kaum zu einem Ölhafen. Also muss es noch mehr Häfen geben?

Stimmt, vor allem der große Dreieckshafen von Agravis, etwa auf Höhe der Umgehungsstraßenbrücke über den Kanal, macht viel davon aus. Der hat zwar keinen eigenen Haltestellennamen, liegt aber ganz in der Nähe der Fundfahrradstation, noch so ein kurioser Haltestellenname. Auch in Amelsbüren gibt es noch einen Hafen, über den ein Betonwerk Sand geliefert bekommt.

Nicht umsonst wird ja gerade der Kanal verbreitert, denn auch in Münster geht noch viel Ware über den Wasserweg.

 

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