Wer macht eigentlich die Laternen an und aus?

Veröffentlicht von am 04.11.2015 (6 Kommentare)
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28.000 Laternen leuchten in Münster

„Wenn die Laternen angehen, kommst Du aber nach Hause, hörst Du?“ – wer kennt den Spruch nicht aus der Kindheit oder nutzt ihn inzwischen selbst bei den eigenen Kindern? Aber habt Ihr Euch eigentlich schon einmal gefragt, wie es funktioniert, dass die Laternen jeden Abend pünktlich leuchten und am nächsten Morgen genauso pünktlich wieder ausgeschaltet werden?

Wir verraten Euch, wie viele Laternen in Münster jede Nacht leuchten und erklären, wer da immer auf den Lichtschalter drückt.

Die Dämmerung entscheidet

Dämmerungsschalter

Dieser Sensor misst die Helligkeit und schaltet die Laternen an und aus.

Rund 28.000 Laternen beleuchten Münsters Straßen und Wege auf insgesamt 900 Kilometern Länge. Wenn es im Winter erst nach 7 Uhr hell wird und schon um 17 Uhr dunkel ist, leuchtet eine Laterne jede Nacht auch schon mal 14 Stunden, im Sommer reicht die Hälfte, wenn es um 5 Uhr morgens hell wird und es auch um 22 Uhr noch natürliches Licht von der Sonne gibt. Insgesamt leuchtet eine Laterne so etwa 4.100 Stunden im Jahr.

Nun sitzt aber niemand bei uns in der Leitstelle, der aus dem Fenster guckt und entscheidet “Jetzt ist es dunkel genug”. Stattdessen gibt es einen Dämmerungssensor, der bei uns am Hafen angebracht ist. Wenn es dunkel genug ist, schaltet der Sensor die Laternen in ganz Münster an und wenn es morgens wieder hell wird genauso zuverlässig aus. Damit nicht eine dunkle Wolke gleich dafür sorgt, dass alle Laternen angehen, reagiert er allerdings erst mit Zeitverzögerung.

Eine Besonderheit sind übrigens die 22 Gaslaternen im Kuhviertel. Sie funktionieren nicht mit Strom, sondern noch mit Erdgas – werden aber ebenfalls automatisch eingeschaltet, nicht mehr manuell.  

Warum leuchten die Laternen manchmal tagsüber?

Mit dem Hubsteiger kontrollieren wir die Straßenbeleuchtung

Die Frage bekommen wir manchmal zum Beispiel auf unserem Twitter-Kanal. Wenn Ihr tagsüber seht, dass die Laternen eingeschaltet sind, dann sind unsere Mitarbeiter dort unterwegs zur Wartung und Kontrolle der Laternen. Dabei reinigen sie den Leuchtenkopf und erneuern auch gleich die Leuchtmittel. Da wir die Beleuchtung dafür immer straßenzugweise einschalten, seht ihr die Kollegen mit ihrem großen Hubsteiger nicht immer sofort, weil sie vielleicht noch um die Ecke stehen.

Viel schlimmer als Leuchten, die tagsüber an ist, ist eine Laterne, die nachts aus ist. Wenn Ihr das seht, dann schickt uns gerne eine Mitteilung an strassenbeleuchtung@stadtwerke-muenster.de. Wichtig: Wir brauchen den genauen Standort (Straße, Hausnummer) der Laterne und möglichst auch die Leuchtennummer, die am Mast aufgeklebt ist. Dann rücken wir aus und sorgen dafür, dass dort nachts wieder Licht ist.

6 Kommentare

  1. Klatt,Hans
    15. September 2020

    Hallo, ibei uns in der Stadt Geestland( Lk Cuxhaven ) ist die Str. Bel. fast umgestellt
    auf LED, was ja auch Energiesparend ist.
    Früher wurde die Str. Bel. Anlagen durch das Versorgungsunternehmen ( TRE ) eingschaltet. Heutzutage werden an fast jedem Bel. Mast – ich vermute mal, Sensorenkästen -grau-) installiert und die Beleuchtungsanlagen werden nicht mehr um 1.00 Uhr nachts ausgeschaltet, sondern leuchten durch.

    1. Frage zielt dahin , ob dies wirtschaftlich ist?
    2. Wenn an fast jedem Bel. Mast solch ein grauer Kasten ( sensorenregler) außen
    angebaut wird, ist dies noch wirtschaftlich oder sind diese Kästen Instandhaltungs-
    intensiv.
    3. Wie verhalten sich diese Sensoren bei starken Witterungseinflüsse?
    4. Lebensdauer?
    5. Was kostet ca. solch eine Sensoreneinrichtung , als nur Material ohne Montage`?

    Wäre schön, wenn man mir kurze Antworten geben könnte.

    MfG H. Klatt

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  2. OscarTheFish(p@k)
    26. November 2015

    Existiert auch eine Art „Fallback“ für den Fall, dass die Helligkeitssensoren versagen? Alternativ kann man den Sonnenauf- und Untergang berechnen (inklusive Dämmerungsphasen), so dass eine Jahreszeit-abhängige Grundeinstellung auf rein rechnerischer Methode notfallmäßig bereitgestellt werden kann, ohne dass dies ein Mensch veranlassen muss.

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    • Florian Adler
      8. Dezember 2015

      Für den Fall der Fälle gibt es tatsächlich eine Art Zeitschaltuhr, die zu Sonnenauf- bzw. Untergang die Laternen aus- und einschaltet.

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  3. Dietmar Klaus
    4. November 2015

    Wieviele Leuchten sind denn schon LED?

    Antworten
    • Florian Adler
      5. November 2015

      Bislang gibt es einige Testgebiete, in denen schon LED leuchten. Seit 2011 rund um und auf dem Hafenplatz, seit diesem Jahr u. a. zusätzlich auf dem Kaiser-Wilhelm-Ring, der Annenstraße, Zeppelinstraße, Horstmarer Landweg und Frauenstraße.

      Da die Tests vielversprechend verlaufen, hat der Rat der Stadt Münster entschieden, in den nächsten drei Jahren insgesamt 2.200 Quecksilberdampflampen auf LED umzurüsten, mit diesem Programm fangen wir nun an und sparen bei den umgerüsteten Laternen so über 75 % Energie.

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