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23.05.2009
Stadtwerke Nachrichten
OB-Kandidaten zur Rolle der Stadtwerke Münster
Antworten auf wichtige Fragen zur städtischen Tochter
Am 30. August finden die Kommunalwahlen statt. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Münster wird das Ergebnis auch direkten Einfluss auf die Stadtwerke Münster haben. In dieser Ausgabe geben die OB-Kandidaten ihre Einschätzungen und Meinungen zu dem Unternehmen preis.
„Den Stadtwerken können wir vertrauen“
CDU-Kandidat Markus Lewe möchte eine starke, sichere und soziale Energiepolitik

- Markus Lewe
Welche Veränderungen bei den Stadtwerken Münster in den letzten Jahren haben für Sie die größte Bedeutung für die Zukunft?
Markus Lewe: Der Bau des Gas- und Dampfkraftwerks im Hafen. Damit sparen wir in Münster jeden Tag soviel CO2 ein, wie 60 000 Autos produzieren. Damit sind wir in Münster Umwelthauptstadt Deutschlands geworden. Den Titel wollen wir verteidigen. Wir brauchen einen klugen Energie-Mix, damit Energie für alle in Münster bezahlbar bleibt. Dazu gehört unsere Beteiligung am Kohlekraftwerk in Hamm, an der eine vernünftige Politik im Interesse der Bürgerschaft festhält. Alles andere wäre verantwortungslos, nicht zuletzt auch für die Sicherheit der Arbeitsplätze bei den Stadtwerken.
Für sinnvoll halte ich auch Kooperationen wie mit den Stadtwerken Osnabrück. Gemeinsam beim Einkauf zu agieren, bringt Kostenvorteile für die Stadtwerke und damit Preisvorteile für die Kunden in Münster. Unser Strompreisniveau ist günstiger. In Krefeld, Leipzig oder Nürnberg zahlt der Durchschnittsverbraucher ein Sechstel mehr für Strom als in Münster.
Wie sind politische Anforderungen, Bürgernähe und Wirtschaftlichkeit unter dem Dach der Stadtwerke nach Ihrer Meinung vereinbar?
Lewe: Wir wollen eine starke, sichere und soziale Energiepolitik. Damit die Stadtwerke zukunftsfähig sind, müssen die Rahmenbedingungen im Wettbewerb mit denen der großen Energiekonzerne im Wettbewerb mithalten können. Stadtwerke mit Zukunft, denen die Kunden vertrauen, brauchen fairen Wettbewerb und Markttransparenz.
Welchen Stellenwert räumen Sie den Stadtwerken Münster in der Beteiligungsstruktur der Stadt ein?
Lewe: Die Stadtwerke sind das größte und mitarbeiterstärkste Unternehmen der Stadt Münster und zugleich Holding mehrerer städtischer Tochtergesellschaften. Damit nehmen sie eine unverzichtbar starke Position im Gesamtkonzern der Stadt Münster ein. Den kompetenten Mitarbeitern der Stadtwerke können wir vertrauen.
Welche Rolle spielen die Stadtwerke beim lokalen Klimaschutz heute und in Zukunft?
Lewe: Verkehr und Energie spielen eine zentrale Rolle im Klimaschutz. Beide Themen gehören zu den Kernkompetenzen der Stadtwerke. Deswegen müssen die Stadtwerke ökologische Innovation voranbringen und den Klimaschutz selbstbewusst antreiben. Ressourcen schonen, Energie sparen und Rückstände minimieren – damit stellen sich die Stadtwerke Münster ihrer Umweltverantwortung aus Überzeugung. Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch. Dafür stehen die Stadtwerke Münster.
"Stadtwerke sind ein starkes Stück Münster“
SPD-Kandidat Wolfgang Heuer tritt für bezahlbare Energie und neue Arbeitsplätze ein

- Wolfgang Heuer
Welche Veränderungen bei den Stadtwerken Münster in den letzten Jahren haben für Sie die größte Bedeutung für die Zukunft?
Wolfgang Heuer: Die größte Bedeutung für die Zukunft hat das Bekenntnis der Bürger zu ihren kommunalen Stadtwerken beim Bürgerentscheid 2002. Mit der Ablehnung der CDU-Privatisierungspläne durch die Mehrheit der Menschen in Münster ist klar geworden: Die Stadtwerke sind und bleiben auch in Zukunft ein starkes Stück Münster! Weil die Stadtwerke nicht an einen großen Energiekonzern verkauft worden sind, betreiben die Stadtwerke eine Geschäftspolitik, die den Wunsch der Kunden nach bezahlbaren Energiepreisen einerseits und optimalem Service und größtmöglicher Transparenz andererseits verbindet.
Wie sind politische Anforderungen, Bürgernähe und Wirtschaftlichkeit, unter dem Dach der Stadtwerke nach Ihrer Meinung vereinbar?
Heuer: Bürgernähe ist für die Stadtwerke keine „politische Anforderung“, sondern auch jetzt schon eine Selbstverständlichkeit. Aber gerade wegen der steigenden Energiepreise achten viele Kundinnen und Kunden heute viel genauer auf die Stadtwerke als früher. Deswegen müssen die Stadtwerke mit Transparenz und Offenheit auch bei steigenden Preisen um Akzeptanz werben. Steigende Einkaufspreise müssen weitergegeben werden. Wenn das zuletzt nicht passiert wäre, wären die Stadtwerke Münster nicht mehr zahlungsfähig. Aber die Kunden werden Preissteigerungen nur akzeptieren, wenn sie über die Gründe umfassend und klar informiert worden sind. Und selbstverständlich muss der Preis stimmen.
Welchen Stellenwert räumen Sie den Stadtwerken Münster in der Beteiligungsstruktur der Stadt ein?
Heuer: „Die Stadtwerke sind das größte und wichtigste Unternehmen der Stadt Münster, dessen Wettbewerbsposition ich weiter ausbauen will. Zugleich gilt: Die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegen mir genauso am Herzen wie die der städtischen Beschäftigten. Man muss auch als Busfahrer oder Busfahrerin – ebenso wie als Erzieherin oder Erzieher – vom eigenen Gehalt auskömmlich leben können. Dafür setze ich mich ein.
Welche Rolle spielen die Stadtwerke beim lokalen Klimaschutz heute und in Zukunft?
Heuer: Mit dem hervorragenden Busnetz sorgen sie für eine gute Alternative zum Autofahren in Münster, mit dem GUD-Kraftwerk im Hafen und seiner Kraft-Wärme-Kopplung haben sie die Klimabilanz Münsters entscheidend verbessert und auch die kleinen Blockheizkraftwerke in den Stadtteilen sind ein positiver Ansatz. Hier muss aber noch mehr geschehen. Die Stadtwerke sollten ihren Anteil an regenerativen Energien stärker ausbauen und in diesen Bereich noch stärker investieren. Dort ist das Kapital besser angelegt als z.B. in Steinkohle- Kraftwerken. Auch weil wir auf diese Weise neue Arbeitsplätze in Münster schaffen werden und nicht anderenorts.“
„Investitionen in erneuerbare Energien“
ÖDP-Kandidat Gerd Kersting begrüßt kundenorientiertes Ökostrom-Angebot der Stadtwerke

- Gerd Kersting
Welche Veränderungen bei den Stadtwerken Münster in den letzten Jahren haben für Sie die größte Bedeutung für die Zukunft?
Gerd Kersting: Begrüßenswert ist das kundenorientierte Angebot für Ökostrom, die Unterstützung von Regenerativen Energien und die Umwelterklärung samt ihren Leitlinien der Stadtwerke Münster. Wünschenswertes Ziel für die Zukunft wäre für mich die Überwindung der Öl- und Gasabhängigkeit durch die Entwicklung und Umsetzung von Energiesenkungsplänen, um drastische Energieeinspar- sowie Energieeffizienzmaßnahmen einzuleiten und mehr CO2 zu binden als zu erzeugen. Gerade steigende, an den Ölpreis gekoppelte Gaspreise können nicht im Sinne von vernünftigem Verbraucherschutz sein.
Wie sind politische Anforderungen, Bürgernähe und Wirtschaftlichkeit unter dem Dach der Stadtwerke nach Ihrer Meinung vereinbar?
Kersting: Wichtig ist mir gewesen, dass die Stadtwerke Münster nicht privatisiert wurden, denn ein städtisches Unternehmen, was die Münsteraner mit Energie und Wasser versorgt sowie den Öffentliche Nahverkehr betreibt gehört für mich - und für die ÖDP – in kommunale Hände. Auch in Zukunft ist für mich die lokale Energieversorgung wichtiger Bestandteil.
Wofür ich als Klimaschützer kein Verständnis habe, ist die Beteiligung am Kohlekraftwerk Hamm. Die Finanzierung in dieses Projekt ist für eine Klimahauptstadt wie Münster nicht akzeptabel. Investitionen in weitere Erneuerbare Energien müssten nach den Leitlinien zügig umgesetzt werden.
Welchen Stellenwert räumen Sie den Stadtwerken Münster in der Beteiligungsstruktur der Stadt ein?
Kersting: Die Beteiligungsgesellschaft Stadtwerke Münster ist für mich einer der wichtigsten Bausteine der Tochtergesellschaften der Stadt Münster, zumal sie sich für die Grundversorgung der Bevölkerung stark macht. Die Verluste, die viele Münsteraner Gesellschaften „einfahren“, kann die Stadtwerke mit ihren Einnahmen nicht nur ausgleichen, sondern noch Überschüsse in den städtischen Haushalt einbringen. Diese Leistung kann sogar noch erhöht werden, in dem alle städtischen Liegenschaften mit Solartechnik ausgestattet werden. Wenn zudem der Busverkehr kostengünstiger und effizienter durchgeführt würde, zum Beispiel durch das so genannte „ÖDP-Spinnennetzsystem“, würde der umweltfreundliche Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) noch attraktiver.
Welche Rolle spielen die Stadtwerke beim lokalen Klimaschutz heute und in Zukunft?
Kersting: Hier vor Ort wäre durch zügiges Umsetzen von Hybridbussen in der Fahrzeugflotte der Stadtwerke ein wesentlicher Beitrag für den Umweltschutz zu leisten, da die dramatischen Folgen der Erdölverknappung wesentlich betroffener machen, als die Klimaproblematik.
Außerorts können die Stadtwerke noch viel mehr leisten, als nur mit den Investitionen in „Windkraft Borkum“. Viele Stadtwerke anderer Kommunen geben dafür gute Beispiele. Außerdem sollten die Stadtwerke die „Finger“, also die Finanzen, von Auslaufmodellen wie den FMO und den Airportpark in Greven lassen, denn es sind von Jahr zu Jahr immer höhere Verluste zu registrieren.
„Hauptrolle im lokalen Klimaschutz“
UWG-MS-Kandidat Fritz Pfau befürwortet Beibehaltung der Beteiligungsstruktur der Stadt

- Fritz Pfau
Welche Veränderungen bei den Stadtwerken Münster in den letzten Jahren haben für Sie die größte Bedeutung für die Zukunft?
Fritz Pfau: Die ökologische Erneuerung und Ausrichtung hat eine sehr große Bedeutung für mich, auch in Abgrenzung zu den Mitbewerbern des liberalen Strommarktes. Der Ende der 90er einsetzende Bewusstseinswandel zu Ökologie und mehr Transparenz, zeugt von beginnendem Verantwortungsgefühl für das „Große und Ganze“.
Die ersten Schritte wie Wärmekraftkopplung, Windenergie oder Fotovoltaik sind der richtige Weg in die schwierige Zukunft. Die Stadtwerke müssen den Mut aufbringen, den ersten kleinen Schritten große Sprünge folgen zu lassen, dann sind sie für die Zukunft gerüstet, auch nach den Änderungen des Paragraf 107 GO NW.
Wie sind politische Anforderungen, Bürgernähe und Wirtschaftlichkeit unter dem Dach der Stadtwerke nach Ihrer Meinung vereinbar?
Pfau: Sie sind nicht nur vereinbar, sondern gehören zusammen. Gemäß den Vorstellungen der UWG-MS muss das ökologische Profil besser werden, um damit nachhaltig die Wirtschaftsfähigkeit zu erhalten. Dies ist der Wunsch vieler Menschen. Diese Ausrichtung in Verbindung mit weitestgehender Transparenz in allen Bereichen wird der Kundenbindung und -neugewinnung dienen. Transparenz und zukunftsfähige Ausrichtung werden dafür sorgen, dass die Münsteraner Bevölkerung wirtschaftliche Zwänge und politische Vorgaben mit trägt. Dann werden sich die Menschen in Münster auch als Partner ihrer Stadtwerke verstehen und auch in turbulenten Zeiten die Treue halten. Politische Anforderungen, Bürgernähe und Wirtschaftlichkeit befänden sich in Einklang.
Welchen Stellenwert räumen Sie den Stadtwerken Münster in der Beteiligungsstruktur der Stadt ein?
Pfau: Den höchsten. Unsere Stadtwerke sind Hauptlieferant der Grundversorgung. Wärme, Strom, Gas, Wasser, ÖPNV sind Versorgungsgüter, ohne die unser Münster nicht funktionieren könnte. Deshalb Ablehnung aller Bestrebungen von Privatisierung auch von Teilbereichen durch die UWGMS. Die Stadtwerke haben als hundertprozentige Tochter unserer Stadt immer wieder bewiesen, dass sie mit ihren Stärken Münster zur Seite stehen, wenn es schwierig wird. Die Beteiligungsstruktur sollte weder in seiner Gestaltung noch in der Art der politischen Einflussmöglichkeit und der wirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten wesentlich geändert werden. Dann ist auch in Zukunft ein Miteinander im Sinne der Stadt und im Einklang mit der wirtschaftlichen Stabilität sowie der künftigen Entwicklungschancen der Stadtwerke gewährleistet.
Welche Rolle spielen die Stadtwerke beim lokalen Klimaschutz heute und in Zukunft?
Pfau: Die Stadtwerke haben die ersten zaghaften Schritte getan. Sachverstand, Innovation und Kreativität aller Mitarbeiter der Stadtwerke sollten sich im Sinne des lokalen Klimaschutzes entfalten können. Nicht auf Aufträge der Politik warten, sondern mit dem vorhandenen Wissen der Politik Gestaltungsräume benennen, könnte die Devise sein. Wer anders als die Stadtwerke sollte die Hauptrolle im lokalen Klimaschutz spielen?
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Termine
27. Mai, 9 bis 12 Uhr:
Beratungstermin: „Wärmeversorgung in den Baugebieten Albachten, Amelsbüren und Roxel“
3. Juni, 9 bis 12 Uhr:
Beratungstermin: „Günstig Gas geben“ – das Erdgasfahrzeug- Förderprogramm 2009
10. Juni, 9 bis 12 Uhr:
Beratungstermin: „Jahresabrechnung der Stadtwerke leicht gemacht –wo finde ich was?“
12. bis 14. Juni, ganztägig:
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Sprechzeiten der Energie- Schuldnerberatung:
Dienstags 8 bis 17 Uhr, mittwochs 8 bis 13 Uhr sowie freitags 8 bis 14 Uhr Kunden-Center Hafenplatz 1, 48155 Münster oder unter 0251.694.2297

