
- 1:Grußwort.
- 2:Verantwortung für Kunden.
- 3:Verantwortung für MitarbeiterInnen
- 3.1:Top-Arbeitgeber.
- 3.2:Familienfreundlich.
- 3.3:Interview: Lebendige Leitlinien.
- 3.4:Top-Ausbildungen.
- 3.5:Interview: Laura Molitor.
- 3.6:Personalentwicklung.
- 3.7:Interview: Martin Hölscher.
- 3.8:Soziale Verantwortung.
- 3.9:Interview: Thomas Walbaum.
- 3.10:Aktiver Betriebsrat.
- 3.11:Interview: Seniorenvertreter.
- 3.12:Ehrenamt erwünscht.
- 3.13:Kurz und knapp.
- 4:Verantwortung für Umwelt.
- 5:Ausblick.
- 6:Impressum.
Förderung des freiwilligen Engagements
Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Hilfsorganisationen, in Kirchengemeinden und auch im privaten Umfeld. Wo immer es möglich ist, unterstützen die Stadtwerke Münster den freiwilligen Einsatz ihrer Beschäftigten. Denn wer soziale Verantwortung übernimmt, trägt mit seiner gelebten Solidarität zum Wohl unserer ganzen Gesellschaft bei.
Im Jahr 2008 unterstützen die Stadtwerke mit einem Mitarbeiterteam den Freiwilligentag am 20. September 2008 in Münster. Damit zeigen wir, die Verbundenheit zur Stadt und den Menschen.
Die Kinder von Narowlja, Tschernobyl
Eigentlich ist der Job schon anstrengend genug. Und ihn dann auch noch in der Freizeit machen? Freiwillig? Ehrenamtlich? Friedhelm Wewering, Wilhelm Baving, Dietmar Rosendahl und Jörg Gabrielski haben sich klar dafür entschieden. Die vier arbeiten im Verkehrsbetrieb unserer Stadtwerke. In ihrer Freizeit fahren sie für einen guten Zweck nach Narowlja in Weißrussland, eine kleine Stadt im Einzugsgebiet von Tschernobyl. Tschernobyl – der Name für die 30.000 Einwohner zählende Stadt ist gleichbedeutend mit dem bisher größten Unfall in der friedlichen Nutzung der Atomenergie. Bis heute leiden Menschen in der Ukraine, in Russland und Weißrussland unter der Katastrophe: 2.000 Schilddrüsenkrebserkrankungen – vor allem bei Kindern – sind auf den Unfall zurückzuführen.
Seit zehn Jahren besteht die Kooperation. Das weißrussische Städtchen ist etwa so groß wie Havixbeck. In der Regel stehen die Reisetermine einige Monate vorher fest. „Dann heißt es, erstmal im Betrieb abklären, ob ich Urlaub kriege. Aber das klappt fast immer!“, freuen sich die Fahrer, vor allem darüber, dass die Stadtwerke auf diese Weise das ehrenamtliche Engagement unterstützen. Wurden früher die Kinder direkt aus dem Städtchen abgeholt, werden diese heute von einem weißrussischem Unternehmen bis Frankfurt/Oder gebracht und dann an die Initiative übergeben – einer von vielen Steinen, die die Behörden den Helfern heute in den Weg legen. „Es werden sogar Blutproben von den Fahrer verlangt“, kommentiert Friedhelm Wewering die Verschärfungen bei den Hilfstransporten. Hilfstransporte mit Spenden wie Kleidung oder Lebensmittel sind seit zwei Jahren fast nicht mehr möglich, da der Zoll den gesamten Hilfstransport für ca. sechs Monate unter Verschluss nimmt. „Heute fahren wir dahin, um uns ein Bild vor Ort zu machen, Kindergärten und Schulen zu besuchen, und in der Stadt Gomel unterstützen wir ein Krankenhaus“, erzählt Wewering. „Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen bewegt uns immer wieder.“
Wasserleitungen für den Senegal
Wasser – das wichtigste Lebensmittel – ist im Senegal keine Selbstverständlichkeit. Das konnte Stadtwerke-Mitarbeiter Reinhard Schriever bei seinen Besuchen immer wieder erkennen: „Gerade in kleinen Dörfern liefern die vorhandenen offenen Brunnen aufgrund des allgemein gesunkenen Grundwasserspiegels nicht mehr ausreichend Wasser. Eine weitere Vertiefung der Brunnen ist ohne technische Unterstützung kaum möglich. Diese ist aber für die Dorfbevölkerung unbezahlbar“, berichtet der Sanitär- und Heizungsmeister. Deshalb fuhr Reinhard Schriever im Januar 2008 erneut vor Ort, mit 1,7 km Wasserleitung im Gepäck, finanziert auch von Mitarbeitern der Stadtwerke Münster.
Seit neun Jahren engagiert sich der 33-Jährige in der Hilfsorganisation „Ein Herz für Senegal“. Bei der Umsetzung der Projekte werden die Dorfbewohner von Anfang an mit eingebunden, denn sie müssen in der Lage sein, technische Anlagen zu warten und zu pflegen: „Unser Ziel ist es, den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.“
Reinhard Schrievers Einsatz ist bemerkenswert. Er nimmt nicht nur einen großen Teil seines Jahresurlaubs für die Senegal-Reise. Er zahlt auch Hotel und Flug. „Das ist mein Beitrag dazu, dass die Spendengelder wirklich ohne Abzüge bei den Bedürftigen ankommen.“ Und: Das geht nicht ohne Unterstützung durch seine Familie. Sie steht voll und ganz hinter dem Engagement des Stadtwerkers.
Vormundschaft für einen Verkehrsexperten
Er ist der größte Fan des Stadtwerke-Verkehrsbetriebs: Frederico Talarico, berufstätig in der Hauswirtschaft, Sänger in einem Gospel-Chor, Mitglied eines Judo-Clubs und Teilnehmer der Arbeitsgruppe „Stadt & Verkehr“. Kommt ein Bus in Sichtweite, nennt er sofort Modell, Leistung, Baujahr und Anschaffungspreis. Angefangen hat alles bei einer Besichtigung des Verkehrsbetriebs im Juni 2001. Dort lernte Frederico Talarico auch den Busfahrer Dietmar Rosendahl kennen und traf ihn später immer wieder auf seinen Busfahrten durch die Stadt. „So ist der Kontakt nicht abgerissen“, erklärt Dietmar Rosendahl. Und als es darum ging, dass Frederico Talarico einen gesetzlichen Betreuer brauchte, entschied sich der Bewohner von Haus Edelbach, einem Wohnheim für geistig behinderte Menschen in Coerde, für den Busfahrer.
Wenn die beiden zusammensitzen, geht es allerdings nicht nur um Nahverkehrsbusse. Private, behördliche, finanzielle und manchmal auch medizinische Dinge haben Dietmar Rosendahl und sein Schutzbefohlener miteinander zu besprechen. „Man muss halt ein bisschen Freizeit und natürlich Verständnis mitbringen“, berichtet er von den Anforderungen. „Frederico ist ziemlich selbstständig, sodass die Aufgabe im Prinzip auch nicht so groß ist.“ Dietmar Rosendahl ist für Frederico Talarico „ein guter Freund“, einer, der seine Vorliebe für die ganz großen Fahrzeuge teilt: „Ich mag nur Gelenkbusse, weil die spannender sind, wenn sie um die Kurve fahren, als die Solobusse.“






