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Wie werden Abschläge berechnet?

Immer wieder fragen Kunden, wie wir die monatlichen Abschläge festsetzen. Dies haben wir zum Anlass genommen, die Abschlagsberechnung in Form von FAQs näher zu erläutern.

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Wie wird die Abschlagshöhe ermittelt?

Der Abschlag ermittelt sich aus den geschätzten Jahresverbrauchskosten, die den Anteil an fixen Kosten (den Grundpreis) und den verbrauchsabhängigen Anteil beinhalten. Den verbrauchsabhängigen Anteil errechnen wir aus dem prognostizierten Verbrauch für das kommende Abrechnungsjahr und den zum Zeitpunkt der Rechnungsschreibung aktuellen Preisen. Die geschätzten Jahresverbrauchskosten werden dann auf die Anzahl der Abschlagszahlungen, in der Regel 12, aufgeteilt.

Beispielrechnung:

Prognostizierter Jahresverbrauch:                                35.000 kWh
Arbeitspreis:                                                             0,06 Euro/kWh
Grundpreis:                                                                160 Euro/Jahr  

Abschlagsberechnung:

Verbrauchsabhängiger Anteil:                35.000 kWh x 0,06 Euro   = 2.100 Euro
Abschlag:                                             (2.100 Euro+ 160 Euro):12 = 188,33 Euro

Der monatliche Abschlag beträgt gerundet 188 Euro.

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Wie berechnet man den Verbrauch für den kommenden Abrechnungszeitraum?

Für die Abschlagsberechnung wird der Vorjahresverbrauch herangezogen. Da das Verbrauchsverhalten der Kunden von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein kann oder der Abrechnungszeitraum nicht immer exakt der Gleiche ist, besteht die Notwendigkeit den Vorjahresverbrauch an die kommende Periode anzupassen und hochzurechnen. Für diese Berechnung des prognostizierten Verbrauches gibt es zwei Verfahren, man unterscheidet zwischen der linearen und der temperaturabhängigen Berechnungsmethode.

1.                   Lineare Methode

Diese wird bei der Verbrauchsberechnung für Haushaltsstrom, Wasser sowie Grundversorgung mit Erdgas angewandt. Bei dieser Berechnung ist das Verbrauchsverhalten nicht von der Außentemperatur abhängig und in der Regel konstant.

prognostizierter
Verbrauch

=

Verbrauch

Jahresrechnung

(in kWh)

x

Verbrauchszeitraum neu
(in Tagen)

Verbrauchszeitraum Vorjahr
(in Tagen)

Beispielrechnung:

Vorjahresverbrauch:                                          35.000 kWh
Abrechnungszeitraum Vorjahr:                               360 Tage
Abrechnungszeitraum kommende Jahr:                  364 Tage  

Rechnung:

prognostizierter
Verbrauch

=

35.000 kWh

     x

364

360

Der prognostizierter Verbrauch für das kommende Jahr würde demnach 35.388,9 kWh betragen.   Der positive Effekt dieser Berechnungsmethode ist, dass der Verbrauch für die kommende Abrechnungsperiode an die Rahmenbedingungen angepasst wird und dem tatsächlichen Verbrauch näher kommt.

2.                Temperaturgebundene Methode

Dieses Verfahren wird für die Verbrauchshochrechnung bei Wärmelieferung zu Heizzwecken (z.B. Nachtstromsonderabkommen, Thermokonzept, Fernwärme, Münster:perfekt Erdgas usw.) herangezogen. Der Unterschied zu der linearen Berechnungsmethode besteht darin, dass hier die Witterungsverhältnisse in Form der Gradtagszahlen (siehe FAQ Gradtagszahlen) mitberücksichtigt werden. Es wird ein Mittel aus den vergangenen 10 Jahren als Planwert genommen und ins Verhältnis zu dem tatsächlichen Istwert der letzten Abrechnungsperiode gesetzt.

prognostizierter
Verbrauch

 =

Verbrauch

Jahresrechnung
(in kWh)

x

 Gradtagszahlen Mittelwert der letzten 10 Jahre

(in KD/a)

Gradtagszahlen

Jahresrechnung

(in Kd/a)

Beispielrechnung:

Vorjahresverbrauch:                                                    35.000 kWh
Gradtagszahlen Vorjahr:                                               3.525 Kd/a
Gradtagszahlen Mittelwert:                                         3.312 Kd/a

Rechnung:

prognostizierter
Verbrauch

=

35.000 kWh

    x

3.312 Kd/a

3.525 Kd/a

Der prognostizierter Verbrauch für das kommende Jahr würde demnach 32.885 kWh betragen und demnach niedriger als der Vorjahresverbrauch liegen.

Umgekehrt ergibt sich nach einem wärmeren Jahr mit niedrigeren Gradtagszahlen ein höherer prognostizierter Verbrauch als die Vorjahresmenge.

Folglich führt die temperaturgebundene Methode im mehrjährigen Vergleich zu näherungsweise gleichbleibenden Abschlagsbeträgen und niedrigeren Nachzahlungs- bzw. Gutschriftenbeträgen, da hier der geschätzte Verbrauch unter Berücksichtigung der Witterungsverhältnisse ermittelt wird und somit dem tatsächlichen Verbrauch näher kommt. Der Nachteil von großen Schwankungen der Abschlagshöhe wird ausgeschaltet.

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Was ist eine Gradtagszahl und wie wird sie ermittelt?

Die Gradtagzahl (GTZ) nach VDI 2067 ist ein Maß für den Wärmebedarf eines Gebäudes während der Heizperiode mit der Einheit Kd/a (Kelvin day / anno). Sie stellt den Zusammenhang zwischen der gewünschten Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur dar und ist somit ein Hilfsmittel zu Bestimmung des Wärmebedarfes eines Wohnraumes.
Die Gradtagzahl (ortsabhängig) wird gemessen, sobald die Außentemperatur unter 15°C, der so genannten Heizgrenze liegt. Sie ist die Summe aus der Differenz einer angenommenen Rauminnentemperatur von 20°C und der jeweiligen durchschnittlichen Tagesaußentemperatur, die vom Deutschen Wetterdienst ermittelt wird.

Die Gradtagszahl wird wie folgt ermittelt:

Gradtagszahl    =    20° Celsius   minus   Außentemperatur

Rechnung:
Gradtagszahl   =    20° Celsius  -   2° Celsius
Die Gradtagszahl für diesen Tag beträgt 18 Kd.

Die durchschnittliche Gradtagszahl beträgt derzeit in 10-järigen Mittel (1998-2007) in Münster 3.312 Kd/a.
Dieser Wert wird in den Jahresabrechnungen anteilig bereits korrigiert, falls die Gradtagszahl im Zeitraum zwischen der Ablesung und Rechnungsstellung bereits vom langjährigen Mittel abweichen oder der abzurechnende Zeitraum vom Durchschnittsjahr mit 365 Tagen abweicht.

Gradtagszahlen in Münster von 1998 - 2007 im Überblick

 


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