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Umweltschutz profitiert von unbürokratischer Kooperation: AdBlue-Technik bei Abfallwirtschaftsbetrieben und Stadtwerken

Münster darf sich mit dem Titel "Bundeshauptstadt im Klimaschutz" schmücken. Keine Frage, dass sich auch die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) und der Stadtwerke-Verkehrsbetrieb vielfältig zum Wohle der Umwelt engagieren.

(v.l.) P. Hasenkamp und E. Schläfke

Die beiden städtischen Tochterunternehmen sind unmittelbare Nachbarn an der Rösnerstraße. "Damit liegt es im Wortsinne 'nahe', betrieblich zusammenzuarbeiten," so Patrick Hasenkamp, Werkleiter der AWM. Eckhard Schläfke, Leiter des Verkehrsbetriebs, ergänzt: "Der Tenor ist dabei: Man hilft und ergänzt sich gegenseitig."

Von dieser unbürokratischen Kooperation profitiert auch die Umwelt. Beide Unternehmen setzen seit Jahresbeginn Fahrzeuge ein, bei denen die Abgasreinigung über das moderne BlueTec-Verfahren mit SCR-Katalysatoren (SCR=Selective Catalyst Reduction) erfolgt. Genutzt wird dabei eine ungiftige Harnstofflösung namens AdBlue. Diese Technik erfüllt die strenge Euro-4-Norm und ist bereits für die nächste Stufe Euro-5 ausgelegt. Neben Feinstaub werden vor allem Stickoxide bis zu 85 Prozent reduziert.

"Zugespitzt lässt sich sagen, dass die angesaugte Umgebungsluft oft schmutziger ist als das, was zum Auspuff wieder rauskommt", so Schläfke. Zwölf BlueTec-StadtBusse gibt es in Münster, sechs davon gehören direkt zum Fuhrpark der Stadtwerke.

Seit Jahresbeginn setzen auch die Abfallwirtschaftsbetriebe diese Technik ein, zunächst in zwei Entsorgungsfahrzeugen. Für die AWM ein Feldtest: "Unsere Entsorgungsfahrzeuge sind eigentlich fahrende Arbeitsmaschinen. Im Gegensatz zum Bus erbringen sie einen Großteil ihrer Betriebsleistung stehend. Daher ist nicht jedes System der Abgasreinigung für uns geeignet. Bislang arbeiten wir mit Abgasrückführung, BlueTec scheint eine echte Alternative zu sein", erläutert Hasenkamp.

Beide Fahrzeuge werden auf dem direkt benachbarten Betriebsgelände der Stadtwerke mit der AdBlue-Flüssigkeit befüllt. "Warum sollten beide Unternehmen eine entsprechende Tankanlage vorhalten, wenn es möglich ist, die AWM-Fahrzeuge bei uns zu versorgen?", gibt Eckhard Schläfke zu bedenken. Auf der Kostenseite schlagen Einkaufsvorteile und die Vermeidung einer doppelten Infrastruktur positiv zu Buche. Das rechnet sich für beide Unternehmen, vor allem aber für den "Gesamtkonzern Stadt Münster".

Schläfke und Hasenkamp sind sich einig: "Wenn sich die AdBlue-Flotte auf beiden Seiten der Rösnerstraße entsprechend vergrößert, ist auch ein gemeinsamer Ausbau der Betankungsanlage denkbar."


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