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Keine Chance für Randale im Bus: 10 Jahre Schulbusbegleiter
Projekt von Stadtwerken und Polizei startete 1999 am Schulzentrum Roxel
Schubsen, drängeln, dumme Sprüche, Sitz blockieren! Nimmt das in Bussen mit Schülern überhand, kann es zum Problem werden. Zur gezielten Prävention bilden Stadtwerke seit 1999 daher zusammen mit dem Kommissariat Vorbeugung der Polizei Schulbusbegleiter aus.
"Die treten nicht als schwarze Schulbus-Sheriffs auf, sondern lernen, brenzlige Situationen mit Körpersprache und geschulter Kommunikation zu beherrschen," stellt Klaus Wegener vom Stadtwerke-Nahverkehrsmanagement klar, der das Projekt betreut.
Von Beginn an dabei ist das Schulzentrum Roxel. Hier nehmen Schüler von Realschule, Hauptschule und Förderschule teil. Allein in Roxel sind aktuell 70 ausgebildete Schulbusbegleiter aktiv. „Leider hatten wir dort ausgerechnet im Jubiläumsjahr krankheitsbedingt weniger Teilnehmer als sonst“, bedauert Wegener. Diese erhielten am 3. Dezember im Stadtwerke Verkehrsbetrieb ihre Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme.
Zu Roxel sind die Realschule Hiltrup in 2003 das Schulzentrum Wolbeck in 2007 hinzugekommen. Derzeit laufen Gespräche mit der Geschwister Scholl Realschule in Kinderhaus und der Waldorfschule Münster.
Spürbare Erfolge des Programms
Für die Stadtwerke zahlt sich das Programm aus. Bei den teilnehmenden Schulen kommen wirklich kritische Situationen an den Haltestellen und in den Bussen kaum noch vor. Auch der Vandalismus geht spürbar zurück. Entsprechend positiv bewertet nicht nur das Verkehrsunternehmen das Projekt. „Das haben mir auch unsere Kooperationspartner bestätigt“, betont Wegener. Da man ja nicht nur für den Schulbus, sondern fürs Leben lernt, ist ein Aspekt für Klaus Wegener ganz wichtig. „Das Handwerkszeug, das die Ausbildung vermittelt, macht sich im normalen Leben bezahlt. So ein Zertifikat kann man prima einer Bewerbung beilegen.“
24 Plätze pro Jahrgang und Schule
Das Programm wird dem 8. Schuljahrgang als AG angeboten und umfasst einen Ausbildungsblock von sechs Wochen. Für die erfolgreiche Teilnahme gibt es ein Zertifikat. Pro Jahrgang und Schule stehen 24 Plätze zur Verfügung, bislang haben über 300 Schulbusbegleiter die Ausbildung abgeschlossen. Ziel ist es, eine Palette an Kommunikations- und Deeskalationstechniken zu vermitteln. Zur Vertiefung greifen die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer Themen im Unterricht auf. Die Schülerinnen und Schüler sind überaus engagiert und identifizieren sich mit der Ausbildung. "Ich weiß von Teilnehmern, die auch nach Verlassen der Schule immer noch die elf goldenen Regeln der Schulbusbegleiter im Portmonee haben", freut sich Wegener.
Die 11 "goldenen" Regeln für Schulbusbegleiter
- Nicht selbst in Gefahr bringen.
- Nicht eine Partei ergreifen.
- Körperkontakt vermeiden.
- Nicht provozieren.
- Keine „warum“ Fragen.
- Folgen aufzeigen.
- Nicht alles regeln wollen.
- Nicht für alles verantwortlich sein.
- Fehlverhalten direkt ansprechen.
- Nicht provozieren lassen.
- Nicht allein eingreifen.
Schulen, die sich für das Projekt interessieren, können über k.wegener
stadtwerke-muenster.de direkt Kontakt mit Klaus Wegener aufnehmen.


